merken
PLUS Dresden

Promi-Kneiper zurück im Geschäft

Kali Schneider übernimmt das Lokal am Golfplatz Ullersdorf. Bekannt wurde er als Chef der „Baumwiese“.

Fünf Jahre war er weg: Jetzt ist Gastwirt Kali Schneider wieder in Sachsen. Der bekannte Gastwirt übernimmt das Restaurant am Golfplatz in Ullersdorf.
Fünf Jahre war er weg: Jetzt ist Gastwirt Kali Schneider wieder in Sachsen. Der bekannte Gastwirt übernimmt das Restaurant am Golfplatz in Ullersdorf. © Rene Meinig, Schubertsrasse 39 D

Darauf legt Kali Schneider Wert. Das Lokal am Golfplatz in Ullersdorf ist ein Wirtshaus, kein Restaurant. „Es fängt bei der Bezeichnung an. Wir wollen bodenständig sein, ein Lokal für die Umgebung.“ Aus der Umgebung sollen auch die Zutaten kommen: Wild, Fisch, Obst. Natürlich weist auch der Name „Zweite Heimat“ auf den Anspruch hin. Für die Bewohner der umliegenden Orte soll das Wirtshaus idealerweise zu einer zweiten Heimat werden, einer zweiten Wohnstube gewissermaßen. Außerdem ist „Zweite Heimat“ ein Fingerzeig auf den Lebensweg von Kali Schneider. Seine eigentliche Heimat Schwaben verlies der 58-Jährige nämlich 1993. Sein Vater arbeitete für die Firma Bizerba, einem führenden Hersteller von Waagen, Schneide- und Etikettiermaschinen. Als das Unternehmen den VEB Wägetechnik Rapido in Radebeul übernahm, kam der Vater in den Osten und schon bald auch der Sohn. Denn Rapido hatte die „Baumwiese“, eine Ferienanlage in Boxdorf im Gepäck, mit der keiner so richtig etwas anfangen konnte. „Wir sagten uns, dann machen wir das selber.“ Fünf Jahre wurde saniert. Ein großes Hotel entstand. 1995 war Eröffnung. 20 Jahre lief der Laden. Die „Baumwiese“ war in Dresden ein Begriff.

Flucht vor der Trauer

Dann der Einschnitt. Die Bank trug das Konzept zur Umfinanzierung nicht mit und ließ Grundstück und Hotel 2015 zwangsversteigern. Für knapp 700.000 Euro wechselte es den Besitzer. Danach lief der Betrieb nur noch kurze Zeit weiter. „Fünf Jahre steht der Komplex jetzt leer. Sogar als Asylbewerberheim war es im Gespräch. Traurig“, sagt Karl Martin Schneider, wie er mit vollen Namen heißt. Das war nicht der einzige Schicksalsschlag zu der Zeit. Der 20-jährige Sohn seiner Lebensgefährtin starb überraschend. „Einfach so. Im Bett. Herzinsuffizienz. Danach wollten wir die Trauer hinter uns lassen und sind weggegangen, nach Bayern.“

Anzeige
Hoffnung auf weiße Weihnachten?
Hoffnung auf weiße Weihnachten?

Ob mit oder ohne Schnee - sächsische.de bietet Tipps und Tricks für eine gemütliche Weihnachtszeit!

Dort machte der studierte Diplomkaufmann, was er am besten konnte: Gastronomie. In Nesselwang im Allgäu leitete er ein Luxus-Resort mit Blick auf Schloss Neuschwanstein. „Allerdings verkaufte der Besitzer die Lodge eines Tages. Der neue Eigentümer hatte andere Pläne. Er beschäftigte mich nicht mehr weiter.“ Sein Name aber war in der Branche ein Begriff. So beriet den Adel des Fürstenhauses von Leiningen beim Aufbau eines Hotels in Amorbach. In ganz Deutschland wurde Kali Schneider bekannt durch die Sendung „Küchenschlacht“ des ZDF. „Ich hatte Zeit, bewarb mich und wurde genommen.“ Kali Schneider kochte die Konkurrenz reihenweise aus dem Rennen und kam schließlich in die „Championsweek“ der Kochshow. Dort unterlag er knapp einem anderen Talent. Seitdem kann sich der Schwabe „zweitbester Hobbykoch Deutschlands“ nennen.

Wünsche für die Speisekarte

Gelernt hat er das Kochen bei seiner Großmutter. „Bei ihr stand ich schon als kleiner Junge in der Küche. Man braucht Gespür für das Kochen“, sagt er. „Ich habe einfach Freude an Lebensmitteln, an der Zubereitung.“ Kochbücher liest er wie andere Krimis. 400 Bände stehen in seinem Bücherregal. Gäste in der „Zweiten Heimat“ können drin schmökern. Die dürfen sich übrigens auch wünschen, was auf die Speisekarte gehört, etwa was in so einem Buch entdeckt haben oder was sie zuhause vielleicht nicht hinbekommen. Wie kam Kali Schneider aber aus Bayern ins Lokal am Ullersdorfer Golfplatz? „Ich spiele seit Langem Golf in Ullersdorf. Gemeinsam mit einem Partner habe ich viele Jahre den Schwabencup organisiert. Die Verbindung ist nie abgebrochen.“ Als er gefragt wurde, ob er das Haus betreiben möchte, musste er nicht lange überlegen. „Eigentümer Karl Schwald hat alles getan, damit ich mich wohlfühle. Sein Angebot konnte ich nicht ausschlagen.“ Bedenken, dass die „Zweite Heimat“ doch keine für ihn wird und das Vorhaben so scheitert wie die Baumwiese vor fünf Jahren, hat er nicht. „Eigentümer Karl Schwald hat alles getan, damit ich mich wohlfühle. Außerdem habe ich mit meinen Einschätzungen, was Trends in der Gastronomie angeht, meist richtig gelegen. Ich bin mir sicher, dass die Zweite Heimat angenommen wird.“

Weiterführende Artikel

Die schönsten Golfplätze in Sachsen

Die schönsten Golfplätze in Sachsen

Die Sportart Golf erfreut sich steigenden Beliebtheit.

Bei fünf Probetagen ohne große Werbung seien jedesmal hundert Gäste gekommen. Offiziell wird das Wirtshaus am Freitag, dem 21. Februar eröffnet. In der Wintersaison ist donnerstags bis sonntags 12 bis 21 Uhr geöffnet. Mit Beginn der Golfsaison ab Ende April voraussichtlich länger.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden