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Radeberg

Protest der Radeberger Corona-Rebellen

Am Sonntag trafen sich auch am Radeberger Rathaus Menschen, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. Was die Teilnehmer zu sagen hatten.

Am Radeberger Markt protestieren am Sonntag mehrere Menschen dagegen, dass ihre Grundrechte wegen der Corona-Epidemie eingeschränkt werden.
Am Radeberger Markt protestieren am Sonntag mehrere Menschen dagegen, dass ihre Grundrechte wegen der Corona-Epidemie eingeschränkt werden. © Tobias Wolf

Radeberg. Die einen sehen die Grundrechte massiv beeinträchtigt, für die anderen sind die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie ein weiterer Schritt "des Systems", die Bevölkerung mundtot zu machen. Am Sonntag sind auch in Radberg auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Der Marktplatz ist wie leergefegt, von einigen parkenden Autos einmal abgesehen. Doch kurz nach 11 Uhr stehen plötzlich 15 Menschen vor dem Rathaus. Sie halten das Grundgesetz in ihren Händen, einer liest die ersten 20 Artikel. So geht das eine knappe Stunde. Zwei Polizisten verfolgen das Treiben aus ihrem Streifenwagen ein paar Meter entfernt.

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Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Tierfachgeschäfte haben für Sie weiterhin geöffnet. Hier stehen Ihnen 5.000 Parkplätze zur Verfügung.

Am Vormittag versammelten sich etwa 15 Menschen.
Am Vormittag versammelten sich etwa 15 Menschen. © Alexander Schneider

Tierärztin Teresa Benzner ist die Anmelderin. "Das ging alles schnell und einfach", sagt sie zu ihrem ersten Mal, eine Kundgebung anzuzeigen. Mit bis zu 30 Teilnehmern hatte sie gerechnet. Benzner ist nicht in einer Partei und auch nicht im Stadtparlament engagiert. Und doch steht sie nun auf dem Marktplatz: "Ich möchte mich für das Grundgesetz stark machen und dafür, dass es erhalten bleibt." 

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Die Angst, es könnte anders kommen, muss groß sein. Eine ganze Stunde standen die Tierärzin und ihre Mitstreiter vor dem Rathaus. Mit dabei ist auch Thomas Kirschner. Der gut 50-Jährige trägt eine neonfarbene Weste, auf der vorne "Wir zeigen Gesicht" steht. Hinten wird er deutlicher: "Gib Gates keine Chance" und "Kein Maulkorbzwang für unsere Freiheit." 

"Gib (Bill) Gates keine Chance", forderte Demo-Teilnehmer Thomas Kirschner.
"Gib (Bill) Gates keine Chance", forderte Demo-Teilnehmer Thomas Kirschner. © Alexander Schneider

Kirschner hat in den vergangenen drei Wochen schon mehrere "Versammlungen" organisiert. Anfangs stand er zu dritt dort, dann seien es sechs gewesen, schließlich zehn. Am letzten Dienstag seien sogar 60 bis 70 Leute gekommen, um "spazieren zu gehen".

Spazieren ist ein neues Synonym für nicht angezeigte Versammlungen, wie es sie jetzt in vielen sächsischen Orten gibt. Trotz der Schärfe seiner Westen-Botschaft spricht Kirschner gerne und in aller Ruhe darüber, was ihn bewegt und wovor er Angst hat. Zwangsimpfungen gehören dazu, die Sorge, Bill Gates und andere Milliardäre könnten die Weltherrschaft an sich reißen, die Menschheit sogar unbemerkt mit Chips steuern und unterwerfen. Dabei ist er überzeugt, dass Corona angeblich nicht so gefährlich sei, wie alle tun. 

Am Montag, sagt Kirschner, werde der nächste Spaziergang in Radeberg stattfinden.

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