merken
PLUS Riesa

Protest für Erhalt der Metallklassen in Riesa

Ausgerechnet in der Stahlstadt soll die handwerkliche Metall-Ausbildung in der Berufsschule gestrichen werden. Das stößt nicht gerade auf Begeisterung.

Ein Lehrling im Metall-Handwerk misst in einem Ausbildungszentrum die Dicke eines Werkstücks. Das BSZ Riesa soll allerdings künftig Metall-Klassen verlieren.
Ein Lehrling im Metall-Handwerk misst in einem Ausbildungszentrum die Dicke eines Werkstücks. Das BSZ Riesa soll allerdings künftig Metall-Klassen verlieren. © Symbolfoto/dpa

Riesa. Meißen soll die Dachdecker verlieren und dafür Friseure erhalten, Riesa die handwerklichen Metallberufe und dafür Elektroniker und Mechatroniker bekommen: Das sind die Eckdaten der kürzlich publik gewordenen Pläne des Freistaats, die Berufsschulausbildung umzustrukturieren.

Vor allem der geplante Wegzug von Metallklassen stößt in Riesa auf Widerspruch. So müssten Betriebe ihre Lehrlinge künftig etwa in Bautzen an die Berufsschule schicken. "Diese geplanten Bestrebungen sind für uns nicht nachvollziehbar", teilt das Vereinigte Wirtschaftsforum Region Riesa mit. Gerade die hiesige Region sei durch Stahlbau und zahlreiche Metallbetriebe geprägt und besitze "über Jahrhunderte" einen besonderen Stellenwert.

Anzeige
Familienabenteuerland Sachsen
Familienabenteuerland Sachsen

Die schönsten Regionen Sachsens, die besten Ausflugsziele und kulinarischen Highlights. Hier gibt's Geheimtipps, die garantiert noch nicht Jeder kennt.

Kurt Hähnichen und Matthias Mückel als Sprecher des Wirtschaftsforums haben einen Brief an Riesas OB Marco Müller (CDU) geschrieben, damit er sich beim Freistaat für den Erhalt der Metall-Ausbildung in Riesa einsetzt. Riesa müsse als Standort gestärkt, nicht geschwächt werden. 

Das Wirtschaftsforum verweist dabei auch auf die Studienakademie Riesa, die einen Ausbildungsschwerpunkt in der Fachrichtung Metall besitze und auf das international anerkannte Rohrforschungszentrum. Zudem habe man mit dem Qualifizierungszentrum Region Riesa eine Verbundausbildung in den Metallberufen geschaffen, die überregional für die Industrie als auch für das Handwerk von Bedeutung sei.

Gespräch beim Minister

OB Müller selbst gibt an, bereits zu einem "ausführlichen Gespräch" bei Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gewesen zu sein. In dessen Haus wird die Umstrukturierung der sächsischen Berufsschullandschaft geplant. "Unser stärkstes Argument ist die nicht nur in der Historie, sondern auch aktuell von der Stahl- und Metallverarbeitung geprägte Wirtschaftsstruktur unserer Region mit zahlreichen modernen Unternehmen und deren dazu gehörenden Ausbildungsmöglichkeiten", sagt Müller.

Piwarz habe ihm signalisiert, dass man gerade erst in die Diskussion eingetreten sei. "Wichtigster Punkt in der gesamten Debatte ist für mich natürlich eine hochwertige Berufsausbildung in Riesa mit langfristiger Perspektive", so Riesas OB. Die Ausbildung vor Ort stärke auch die Identifikation junger Menschen mit ihrer Heimatregion und damit den ländlichen Raum. Das habe sich die Staatsregierung schließlich auf die Fahne geschrieben. "Nicht zuletzt spricht die sehr gute Erreichbarkeit mit der Bahnanbindung auch für Auszubildende von Dresden aus für unsere Stadt", so Müller.

Während ein Teil der Riesaer Metallklassen nach Bautzen soll, soll die Dachdecker-Ausbildung aus Meißen nach Löbau verlegt werden. Das Kultusministerium hatte im März einen ersten Arbeitsentwurf zur Neustrukturierung der Berufsausbildung vorgelegt. Ziel sei es demnach, Bildungsangebote im ländlichen Raum zu verbessern - durch eine Weiterentwicklung zu "beruflichen Kompetenzzentren". 

Weiterführende Artikel

So will Riesa die Metall-Ausbildung retten

So will Riesa die Metall-Ausbildung retten

Ab nach Bautzen? Den geplanten Umzug der Metall-Klassen will man sich in der Stahlstadt nicht bieten lassen.

Berufsschul-Rochade im Landkreis geplant

Berufsschul-Rochade im Landkreis geplant

Riesa soll Metallbauer verlieren, Meißen die Dachdecker. Dennoch spricht der Freistaat davon, dass der ländliche Raum gewinnt.

Die neue Struktur solle Planungssicherheit für die Wirtschaft bis 2030 schaffen - ohne wie bisher jährlich das Ausbildungsangebot anzupassen. Insgesamt solle dabei der ländliche Raum profitieren.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa