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Protest gegen Vorkasse beim Schülerticket wächst

Die Elterninitiative sammelt weiter Unterschriften gegen die neue Vorauszahlungspraxis. Eine Reaktion des Landrates sorgt unterdessen für Ernüchterung.

© Anne Hübschmann

Von Eric Weser

Die Eltern bleiben dran. Auch in dieser Woche unterschreiben Erziehungsberechtigte, um gegen die neue Vorauszahlungs-Regelung beim Schülerticket zu protestieren. „Wir haben über 100 Unterschriften zusammen“, sagt Steffi Klose. Die Jacobsthalerin hat den Protest mit initiiert. In den nächsten Tagen machen die Listen weiter die Runde, um noch mehr Eltern für den Protest zu gewinnen.

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Es geht um bares Geld. Rund 240 Euro pro Kind sollen die Eltern zum Stichtag am 15. Juli an den Landkreis überweisen. So hoch ist der Eigenanteil an der Schülerbeförderung für das ganze Schuljahr. Bisher konnte vereinbart werden, dass sich der Landkreis die Beiträge monatlich vom Konto der Eltern holt. Doch weil die Lastschriften bei einigen Eltern platzten, die Schülertickets aber schon ausgegeben waren, schaute der Kreis mehrfach in die Röhre und musste dem Geld hinterherrennen.

Klage über späte Entscheidung

Um dem vorzubeugen, wurde eine neue Regelung verabschiedet: Die Beiträge werden für das ganze Schuljahr eingezogen. Und ausgegeben werden die Schülertickets erst, wenn die Rücküberweisungsfrist verstrichen und das Geld damit ganz sicher auf dem Landkreiskonto ist.

Viele Eltern, die nie säumig geworden waren, fühlten sich unfair behandelt – und gingen auf die Barrikaden. Und es werden offenbar immer mehr.

Zuletzt hatte die zuständige Abteilung der Kreisbehörde mitgeteilt, dass es bereits eine Petition gebe, die alte monatliche Zahlweise wieder einzurichten. Eine Entscheidung darüber solle im Juni fallen, teilte das Landratsamt mit. Das jedoch sei viel zu spät, beklagt sich Elternvertreterin Steffi Klose. Die Befürchtungen mehren sich, dass die Eltern trotzdem für das ganze Schuljahr im Voraus zahlen müssen – egal ob die Petition sich als erfolgreich erweisen sollte oder nicht.

Für Verärgerung unter den Eltern sorgt zudem ein Schreiben des Landrates. Darin habe Arndt Steinbach (CDU) keinerlei Bereitschaft signalisiert, bei dem Thema einzulenken, so Steffi Klose. Die Eltern setzen darauf, dass sich das noch ändert.