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Provinzposse Bautzener Straße

über den Umgang mit Investoren in Görlitz

Sebastian Beutler

was sich um den geplanten Neubau in der Bautzener Straße abspielt, ist eine Provinzposse. Da kommt ein Investor, will sein Geld in einen seit der Wende nicht gerade blühenden Straßenzug stecken, gesuchte rollstuhlgerechte Wohnungen bauen, bei der Gelegenheit einen rutschenden Hang stabilisieren und damit die Sicherheit im gesamten Areal erhöhen – und bekommt einfach nur eine Absage. Auch den beteiligten Stadträten dämmert langsam, dass sie so nicht mit Investoren umgehen können. Es mag sein, dass das Projekt nicht ausführlich in der Bauvoranfrage vorgestellt wurde. Aber es ist eben auch kein Bauantrag. Wer sich schlecht informiert fühlte, hätte fragen können. Und die Stadt wäre verpflichtet gewesen, diese Informationen für die Räte einzuholen. Allein schon, um nicht unter Investoren den Eindruck aufkommen zu lassen, dass sie in Görlitz nicht erwünscht sind. Schließlich hat sich auch Bürgermeister Wieler in der Führung des Ausschusses keine Lorbeeren verdient. Er hätte viel deutlicher den Leiter des Stadtentwicklungsamtes unterstützen müssen, als der den Räten klar machen wollte, dass sie nur einen engen Ermessensspielraum haben. Nun ist guter Rat gefragt. Aber er muss nicht teuer sein. Vielleicht ruft der Bürgermeister einfach mal den Investor an und fragt nach gemeinsamen Wegen, aus der Sackgasse zu gelangen.

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