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„King Abode“-Prozess hinter verschlossenen Türen

Zehn Anklagen gegen den Libyer liegen auf dem Tisch. Doch weil sein Alter unklar ist, schließt das Gericht die Öffentlichkeit aus.

Mohamed Y., der sich "King Abode" nennt, vor der Verhandlung in Bautzen.
Mohamed Y., der sich "King Abode" nennt, vor der Verhandlung in Bautzen. © Lausitznews.de/ Jens Kaczmarek

Bautzen. Vor dem Jugendschöffengericht am Bautzener Amtsgericht hat an diesem Morgen ein Prozess gegen den Libyer begonnen, der als „King Abode“ bekannt ist. Der Prozess findet unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt: Besucher kommen nur durch eine zweite Sicherheitsschleuse in den Gerichtssaal. 

Betreten dürfen die etwa 15 Interessierten, die sich das Verfahren ansehen wollten, diesen allerdings nicht, wie gegen zehn Uhr bekannt gegeben wurde. Bereits am Mittwochnachmittag hatte das Gericht kurzfristig bekanntgegeben, dass der Prozess eventuell unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

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Der Grund: Das Alter des Angeklagten sei unklar. Es sei gegenwärtig nicht auszuschließen, dass der Angeklagte jünger sei, als in den Anklageschriften angegeben, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts.

Nun also das Ergebnis: Der Angeklagte sei wohl im Jahr 1997 geboren, teilte Amtsgerichtsdirektor Markus Kadenbach mit. Im Zweifel gelte auch hier: für den Angeklagten.

Weil die erste der angeklagten Taten bereits im Jahr 2015 stattfand, sei der Libyer damals noch nicht volljährig gewesen – die Öffentlichkeit müsse deshalb laut Gesetz ausgeschlossen werden. „King Abode“ soll damals eine Körperverletzung begangenen haben.

Weitere Prozesse stehen aus

Noch im Herbst vergangenen Jahres wurde vor dem Oberverwaltungsgericht über die Aufenthaltserlaubnis des Libyers verhandelt, damals unter dem Gesichtspunkt, dass der Mann 22 Jahre alt sei. Würde diese Angabe stimmen, wäre der Angeklagte bei der ersten Tat wohl bereits volljährig gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Hausfriedensbruch vor – jeweils in mehreren Fällen. Insgesamt zehn Anklageschriften liegen an diesem Tag auf dem Tisch. Auch weitere Anklagen stehen noch aus. Ein Prozess wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte wird gesondert abgehandelt – weil der als „King Abode“ Bekannte dort nicht als einziger Angeklagter vor dem Richter sitzen wird.

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Insgesamt drei Prozesstage sind derzeit angesetzt. Das Urteil, so gab Amtsgerichtsdirektor Markus Kadenbach bekannt, wird der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. (SZ)

Der Artikel wurde 10.40 Uhr aktualisiert.

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