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Döbeln

Prügelei mit Kindern

Ein 50-jähriger Mann aus Döbeln hat zwei Jungen geschlagen. Dann soll er auch noch wüst gedroht haben.

©  dpa/Symbolbild

Von Helene Krause

Döbeln. Erwachsener Mann schlägt Kinder: Dieser Fall wurde jetzt vom Döbelner Amtsgericht verhandelt. Am späten Abend des 2. September 2018 fuhr ein 50-Jähriger aus Döbeln mit seinem Auto die Dresdner Straße hinunter. In Höhe der Sandgrube lief ihm ein Zwölfjähriger vors Auto und zwang ihn zu einer Vollbremsung. Er hielt an und ging zu dem Jungen, der mit seinem 15-jährigen Bruder unterwegs war. Dann soll er die Kinder beleidigt haben. 

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Der 15-Jährige sagte zu ihm, er solle seinen Mund halten und weiterfahren. Daraufhin soll der Mann dem älteren Jungen zwei Schläge ins Gesicht verpasst haben. Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades. Auch dem Jüngeren soll er ins Gesicht geschlagen haben. Die beiden Jungen flüchteten zum Wohnhaus der Eltern in der Unnaer Straße. Der Autofahrer folgte ihnen. Vor dem Haus soll er dem Vater der Kinder gedroht haben, dass er den Jungen die Köpfe abschneiden und vor die Haustür legen werde. Angeklagt waren vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung.

Der Angeklagte bestritt die Taten. „Der Junge lief mir vors Auto“, schilderte er. „Ich bremste ab. Daraufhin beleidigten mich die Jungen und der Ältere schlug meine Tochter.“ Die bekam ein Hämatom am Auge. Dass er den Jungen zum Wohnhaus gefolgt ist, gibt der Beschuldigte zu. Gedroht haben will er ihnen aber nicht.

Nach den Vorfällen rief der Angeklagte die Polizei. Doch die Beamten hatten kein Einsatzfahrzeug frei. Er sollte am nächsten Tag aufs Revier kommen. Als er dort erschien, sollte noch einmal wiederkommen. Daraufhin wollte er es sich überlegen, eine Anzeige zu erstatten.

Doch anstatt ihn anzuhören, befragten die Beamten die Jungen. Die schilderten das Vorkommnis so, wie es in der Anklageschrift steht. Vor der Tat wollen die Jungen in der Stadt Pokemon Go gespielt haben. Ob der Zwölfjährige deshalb aus Unachtsamkeit vor das Auto lief, blieb in der Verhandlung ungeklärt.

Die Tochter des Beschuldigten schilderte, dass ihr Vater die Jungen weder geschlagen noch beleidigt habe. Auch bedroht habe er sie nicht. Sie kenne den Jüngeren aus der Schule und wusste, wo er wohnt. Weil der ältere der Brüder ihren Vater habe schlagen wollen, sei sie eingeschritten. Daraufhin habe der 15-Jährige ihr das blaue Auge verpasst. In der Schule gebe es ständig Stress mit dem Jüngeren der beiden.

Richter Lutz Kermes verurteilte den Angeklagten wegen Körperverletzung und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Als Auflage muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. In das Urteil geht ein Strafbefehl des Amtsgerichts Döbeln vom März 2019 mit ein. 

Den hatte der Beschuldigte erhalten, weil er vor einem Dönerladen gegen einen Metallaschenbecher getreten hatte, aus Verärgerung darüber, dass er vor dem Geschäft keinen Parkplatz bekommen hatte. Der Ascher flog 15 Meter weit weg und konnte nicht mehr benutzt werden.

Im Falle der Bedrohung wurde der Angeklagte freigesprochen. „Es wurde vor dem Wohnhaus etwas gesprochen, aber keiner der Zeugen konnte sagen, ob Sie gedroht haben“, so Richter Kermes .