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Psychiater entlastet Angeklagte

Der zweite Verhandlungstag gegen eine 29-Jährige, die ihr Baby getötet hat, läuft für sie gut.

Die 29-jährige Spitzkunnersdorferin, die vor einem Jahr ihren neugeborenen Sohn auf der Toilette ihres Elternhauses getötet hat, kann auf mildernde Umstände hoffen. Der Gerichtspsychiater will sie nicht einmal im Gefängnis sehen: „Es wäre besser, dieser jungen Frau jemanden zur Seite zu stellen, der ihr beibringt, Probleme nicht zu verdrängen.“ Genau das sei im Leben der Spitzkunnersdorferin immer wieder passiert. Auch die Schwangerschaft mit ihrem Sohn habe sie völlig verdrängt – bis zur Geburt. Das schließt einen Tatvorsatz der Tötung des Babys, wie er in der Anklage steht, aus. Unter der Geburt habe sich die Situation dann so tragisch „entwickelt“. Auch diesbezüglich sei der Verdrängungsprozess für die Angeklagte typisch. Es könne durchaus sein, dass sie in Gesprächen in den Tagen nach dem Geschehen Angaben machen konnte, aber heute nicht mehr.

Der Vater der Frau bestätigte, dass er von der Schwangerschaft nichts bemerkt hatte. Laut Rechtsmedizinerin sei das durchaus möglich. Erst recht, wenn der kleine Bauch durch entsprechende Kleidung kaschiert wird. Sie bestätigte die Anklage insoweit, dass unmittelbare Todesursache Ersticken gewesen sei. Um den Hals des Babys wurde ein gedrilltes Badehandtuch gefunden. Sie sagte auch, dass das Kind sehr wahrscheinlich allein an den Kopfverletzungen gestorben wäre, die es sich beim Sturz in das Toilettenbecken zugezogen hatte. Infrage stand noch, ob die unheilbare Erbkrankheit des Gehirns, die die Angeklagte von der Mutter hat, für diese Tat eine Rolle gespielt haben kann. Das verneinte der Gutachter. – Das Verfahren wird am 16. Dezember fortgesetzt. (SZ)

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