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Umstrittene Straßensperre in Pulsnitz

Wegen Bauarbeiten gibt es in der Stadt viel Schleichverkehr. Jetzt schritt der Landkreis ein und sperrte eine Zufahrt in ein Wohngebiet. Das gefällt nicht allen.

Diese Straßensperre spaltet Anwohner in Pulsnitz. Einige haben sie gefordert, andere protestieren dagegen.
Diese Straßensperre spaltet Anwohner in Pulsnitz. Einige haben sie gefordert, andere protestieren dagegen. © René Plaul

Pulsnitz. Die Pulsnitzer sind ohnehin schon mit Straßensperrungen geplagt. Jetzt versperren auch noch rote und weiße Kunststoffbarrieren die Zufahrt von der Großröhrsdorfer Straße ins Wohngebiet an der Hufe. Das ließ die Empörung bei Anliegern hochkochen.

Planmäßig sollte erst in einer Woche mit dem tatsächlichen Start der Bauarbeiten in dem Abschnitt der Großröhrsdorfer Straße eine Sperrung eingerichtet werden. Doch der Kreis veranlasste die vorgezogene Sperrung, weil die Straße "Zur Hufe", eine Anliegerstraße, die mitten durchs Wohngebiet führt, derzeit wegen der Bauarbeiten an der Großröhrsdorfer Straße übermäßig frequentiert wird.

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Die geplante Sperrung sei schlimm genug, sagt der Restaurant-Chef der Genusswerkstatt und Anlieger Armin Schumann. Nun auch noch vorzeitig dicht zu machen, sei eine zusätzliche Belastung. Zumal in der kommenden Woche die Gesamtlage auch schon wieder anders aussehen würde. So erwarten Anlieger, dass ein Teil der Bautrasse fertig wird und die Ausfahrt zumindest in Richtung Stadtzentrum erleichtert.

Sogar Laster ertappt

Die Verkehrsbehörde müsse es doch nicht noch schlimmer machen, sondern den Zeitraum so kurz wie möglich halten, argumentiert Schumann. Der Durchgangsverkehr sei aus seiner Sicht  erträglich gewesen. Anderen war er aber offenbar deutlich zuviel, auch durch Schleichverkehr wegen weiterer Baustellen in der Stadt. So regierte das Verkehrsamt des Landkreises gerade deshalb auf eine entsprechende Beschwerde von Anliegern und ließ am Dienstag die Barriere aufbauen. Offenbar zum Ärger etlicher anderer Anwohner, die sich eingesperrt und abgehängt  fühlen, wie es ein Nachbar formuliert. Die Kreisbehörde bekräftigt unterdessen  ihren Standpunkt. 

Die Sperrung sei auf Wunsch von Anwohnern veranlasst worden. Den sieht die Behörde als durchaus berechtigt an. Es habe einen Vorort-Termin gegeben. Die Straße werde übermäßig von Autos frequentiert, trotz Verbots sogar von Lastern: „Dafür ist die Wohngebietsstraße baulich nicht ausgelegt. Das führt neben der Überbeanspruchung auch zu Sicherheitsproblemen und Konflikten für Fußgänger und Radfahrer“, lässt das Landratsamt wissen. Deshalb habe man sich auf die Sackgassenlösung verständigt.

Anwohner sehen Konflikte

Nun sehen Anwohner neue Sicherheitsprobleme und Konflikte. Es sei nichts erreicht. Jetzt würden die Leute reinfahren und wenden – also zweimal Verkehr verursachen, kritisiert ein anderer Bewohner am SZ-Telefon. Schwierig sei es auch für Patienten von der Hufe, die zum Arzt im Wohngebiet Vollung auf der anderen Seite der Großröhrsdorfer Straße wollen, berichtet eine Frau. Das sei jetzt entweder eine Rundreise durch Pulsnitz über Schleichwege oder eine längere Umleitung mit etlichen Kilometern über Ohorn und Großröhrsdorf. Luftlinie sind es einige hundert Meter. Die könnten auch zu Fuß machbar sein - für einen kranken Menschen aber durchaus schwierig.

Und was ist mit Rettungskräften, der Feuerwehr? Wie sollen die sich noch zurechtfinden,  sorgt sich Armin Schumann. Einen Rettungswagen habe er schon über sein Grundstück um die Absperrung herumgelotst, damit er schnell zum Ziel des Einsatzes kommen konnte, berichtet der Wirt. „Solange nicht gebaut wird, ist die Absperrung quatsch“, sagt ein Nachbar.

Andere Anwohner wiederum  sind froh darüber. Zum Glück ist auch ein Ende der Bauarbeiten in Sicht. Spätestens am 28. August sollen die Bauleute abziehen. Die gewohnte Zufahrt zur Schlossklinik soll laut Landratsamt schon eher freigegeben werden.

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