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Puppenspielers Heimat

Ob als richtiges Bäumchen, als dekorative Hausnummer oder als Windspiel an der Tür – der Namensgeber des Ahornwegs findet sich in irgendeiner Form an jedem Haus an der Straße wieder. Lutz Männel etwa hat gleich eine ganze Ahornhecke hinter seinem Haus gepflanzt.

Ob als richtiges Bäumchen, als dekorative Hausnummer oder als Windspiel an der Tür – der Namensgeber des Ahornwegs findet sich in irgendeiner Form an jedem Haus an der Straße wieder. Lutz Männel etwa hat gleich eine ganze Ahornhecke hinter seinem Haus gepflanzt. Mit seiner Familie hat er – das noch freie außer Acht gelassene – gleich das erste Grundstück in der Straße. Als eine der letzten Familien haben die Männels 2001 am Ahornweg gebaut. Eine Entscheidung, die sie nie bereut haben.

Nachdem die damals fast fünfköpfige Familie aus ihrem Mietshaus in Oppach ausziehen musste, war bei der Suche nach einem neuen Heim zunächst die Größe entscheidend. Schließlich ist Lutz Männel in der Region als Puppenspieler unterwegs. Viele Kisten mit Puppen und anderen Bühnenutensilien brauchten also ebenso ihren Platz im Haus. „Wir haben uns damals einige Häuser in der Umgebung angeguckt. Zum Schluss entschieden wir, dass ein Neubau das beste für uns ist“, erzählt Lutz Männel. Schnell war schließlich das Grundstück am Ahornweg in Oppach gefunden. Und mindestens genauso schnell war auch das neue Haus da. Innerhalb eines Tages entstand das Fertigteilhaus, das in amerikanischer Holzständerbauweise gebaut ist und 110 Quadratmeter Wohnfläche bietet. „Früh war die Fläche noch leer. Und am Abend haben wir schon Richtfest gefeiert“, erinnert er sich.

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Doch bei der Standortsuche war für die Männels nicht nur das Platzangebot ausschlaggebend. Auch die Lage des Wohngebiets am Ahornweg in Oppach erwies sich für die Familie als am besten. Immerhin sind Grundschule, Kita, Ärzte und Supermarkt bequem zu Fuß oder per Rad innerhalb weniger Minuten erreichbar. „Gleichzeitig brauchen wir nur fünf Minuten bis in den Wald“, erklärt Lutz Männel.

Auch die Bernhardts genießen die zentrale, aber ruhige Lage des Wohngebiets, das auf der einen Seite an Feld und auf der anderen an die Wohnblöcke an der Hanns-Eisler-Straße angrenzt. 25 Jahre lang wohnte die Familie in Löbau-Ost, bis sie als eine der ersten Familien am Ahornweg bauten. „Mit Blick aufs Alter kam es uns vor allem auf kurze Wege an“, sagt Elke Bernhardt, die aus Oppach stammt und bis zum Beginn ihrer Altersteilzeit bei der Oppacher Gemeindeverwaltung arbeitete. Auch ihr Mann Arnim ist mittlerweile in Ruhestand, muss nicht mehr bis nach Görlitz fahren. Damit bleibt viel Zeit fürs Haus und für den Garten, von dem aus sie direkt übers Feld auf die bewaldete Erhebung namens Hebolds Kippe schauen können. „Wir reisen außerdem sehr gern. Aber wir kommen natürlich auch immer wieder gern nach Hause“, sagt Arnim Bernhardt und lacht.

Das liege auch an dem Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Denn die Anwohner des Ahornwegs, zu denen Familien mit Kindern aber auch Ruheständler gehören, verbindet nicht nur der Straßenname und der Ahorn am und ums Haus. „Wir kommen auch untereinander sehr gut aus“, sagt Christina Grohmann, die mit ihrer Familie aus dem benachbarten Taubenheim nach Oppach zog. So könne man in der Nachbarschaft immer aufeinander zählen, sagt Christina Grohmann. „Als zum Beispiel eine Anwohnerin krank wurde, hat eine Nachbarin für sie Essen gekocht.“

Doch nicht nur bei Problemen sind die Häuselbesitzer füreinander da. Auch gefeiert wird auf dem Ahornweg gern. So wird nicht nur zu Geburtstagen gemeinsam angestoßen, sondern auch beim Straßenfest, das seit 2002 jedes Jahr im September steigt und für das jeder mal seine Garage oder seinen Garten zur Verfügung stellt. Christina Grohmann organisiert das Fest mit: „Es ist toll, dass sich bisher immer auch die ganze Nachbarschaft daran beteiligt hat“, sagt sie. Das liege wohl auch daran, dass am Ahornweg alles zwanglos laufe, eben ohne Verpflichtung.

Auch wenn sich die Familien für ihr Fest jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen – ein mittlerweile fester Bestandteil ist das Puppenspiel von Lutz Männel. Zwei Stücke hat er aktuell im Repertoire, um sie beim diesjährigen Straßenfest seinen Nachbarn zu zeigen. Welches es von den beiden sein wird, weiß der 48-Jährige noch nicht. „Auf jeden Fall aber werde ich es, wie immer, auf den Ahornweg zuschneiden.“

Die Sächsische Zeitung besucht für Sie neue Wohngebiete in der Region: Oderwitz, Rosenbach, Ebersbach-Schlechteberg, Rennersdorf, Ebersdorf, Oppach, Neugersdorf, Großschweidnitz