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Putzkauer Maßarbeit für Schiebock mit Schnee

Eine gewöhnliche Schneefräse hätte es auf dem Kunstrasen in Bischofswerda nicht getan. Die Firma Fiedler tüftelt seit Montag an der Technik für Zusatzteile.

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© Regina Berger

Von Gabriele Naß

Wie sag ich der neuen Schneefräse für den Kunstrasen in Bischofswerda, dass sie ganz vorsichtig sein muss? Sie nur so leicht auf dem Boden aufsetzen darf, dass keinem Halm ein Haar gekrümmt wird, egal wer das Gerät bedient – wenn es mal richtig geschneit haben wird? Einer Standardfräse, wie sie viele zu Hause haben, könnte man das nicht beibringen. Aber zum Glück für den Bischofswerdaer Fußball gibt‘s Fiedler – die Maschinenbau und Technikvertrieb GmbH in Putzkau. Im dortigen Musterbau entstehen Spezialschienen für Schiebocks sportlichsten Schneeschieber. Sie werden das Gleiten möglich machen.

Firmenchef Frank Fiedler tüftelt seit Wochenbeginn zusammen mit Vertretern vom Bischofswerdaer Fußballverein 08 am perfekten Anbauteil für die Maschine. Zum Glück liegt am Spielfeldrand noch etwas Rest-Schnee zum Probieren. Immer wieder wurde die Technik darauf eingestellt und vorsichtig ausprobiert – bis die scharfen Messer die Halme nur noch touchieren. Es funktioniert. „Eine provisorische Lösung“, sagte Firmenchef Frank Fiedler gestern, „haben wir für den Fall, dass es heute schneit.“ Die endgültigen Schienen werden demnächst gefertigt. Einzelstücke. Anbauteile, für deren Fertigung sich die Firma Fiedler auch im Zusammenhang mit Multicar einen Namen gemacht hat. – Vom großen Gewinn durch das Engagement auf dem Kunstrasen träumt in dem Familienbetrieb niemand: „Das ist mehr oder weniger guter Wille; für so eine Sache vor der Haustür macht man das schon mal gern.“

Die Rechnung zahlt der BFV 08. Über 3 000 Euro, sagt Präsident Jürgen Neumann. Das Geld kommt aus dem Etat, vielleicht zum Teil auch noch vom Landessportbund. Beantragt sind Fördermittel jedenfalls. Der BFV hat die Fräse bestellt, wird sie bezahlen, dem Verein gehört sie auch. Neumann konnte und wollte sich nicht auf die Stadt verlassen. Das nennt er Verantwortung. Immer nur in Richtung Rathaus die Hand aufzuhalten, sei nicht in seinem und im Sinne seines Vereins.

Der BFV schiebt auch selbst. Wer verfügbar ist, soll ran. „Wir müssen relativ flexibel reagieren, je nach Wetterlage“, sagt Geschäftsstellenleiter Frank Lippmann. So werden es einige Ehrenamtliche in Zukunft mit der neuen Schneefräse zu tun bekommen. Auch deswegen nehmen es Frank Fiedler und sein Team beim Bau der Spezialgleitschienen sehr genau. „Es wird so gemacht, dass nichts passiert.“ – Wenn es doch mal richtig schneien würde.