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Qualmt der Meiler zu viel?

Die Kritik an der Tradition soll erneut auf den Prüfstand. Dazu ist der Ortschaftsrat gefragt.

Von Verena Weiß

Der Kritik am stinkenden Meiler wird nun nachgegangen. Nachdem sich vor allem nach den heißen Pfingsttagen Anwohner im Tharandter Rathaus über die Geruchsbelästigung beschwerten, will die Stadtverwaltung nun vorerst im Ortschaftsrat prüfen lassen, ob es eine Lösung für das traditionelle Zündeln gibt. Von dem Geruch sind vor allem die Anwohner an der Pienner Straße betroffen, deren Häuser in Höhe des Meilers stehen. Aufgrund der Windverhältnisse treibe es den Qualm vom Breiten Grund hinab durchs Badetal.

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Verbieten wöllten die Betroffenen das traditionelle Zündeln nicht. Es ginge darum, dieses anders zu organisieren. Wie Ordnungsamtschef Holger Jakob gegenüber SZ erklärt, würden die Anwohner „insbesondere die Größe des Meilers als kritisch ansehen“. Deshalb sei vorgeschlagen worden, den Meiler „deutlich zu verkleinern und als Schau-Meiler zu betreiben“, sagt Jakob. Damit würde die Belastung verringert, aber immer noch der Tradition entsprochen. Außerdem würden sich damit auch die Kosten für den Erwerb des Holzes wie auch der Zeitaufwand fürs Holzspalten und Aufstapeln des Meilers reduzieren, so die Argumente betroffener Tharandter, mit denen sich Jakob verständigt habe. Außerdem wurde vorgeschlagen, das Meilerfest in den September zu verlegen, also in eine weniger hitzeträchtige Jahreszeit. Für das Meiler-Team scheint das keine Alternative zu sein. Wie Michael Richter, Vorsitzender des Vereins Meiler Tharandt, bereits gegenüber SZ sagte, könnte die Geruchsbelästigung genauso gut im Herbst auftreten. Abgesehen davon sei das Anzünden des Meilers im September viel zu spät. Zum einen brauche es einige Wochen, bis aus dem Buchenholz hochwertige Holzkohle wird. Zum anderen sei im Herbst die Grillsaison schon fast wieder vorbei. Aber darin liege schließlich der Sinn des anschließenden Holzkohleverkaufs am Meiler, erklärt Richter. Genau aus diesen Erträgen werde letztlich der ganze Meiler samt Fest finanziert. „Das Holz kostet uns doch auch Geld“, sagt er.

Da es bereits in der Vergangenheit zu Beschwerden zur Geruchsbelästigung gab, habe die Stadt durch die Staatliche Umweltbetriebsgesellschaft aus Radebeul Luftbeprobungen durchführen lassen, erklärt Holger Jakob. Diese seien 2007 vom Landratsamt bewertet. Das Ergebnis: Es seien „keine gesundheitlichen Risiken durch den Meilerbetrieb zu erwarten“. Dennoch hält die Kritik am Gestank an. Auch voriges Jahr lagen der Stadt Beschwerden vor, für die in einer gemeinsamen Beratung nach einer Lösung gesucht werden sollte. Allerdings sei diese Beratung wegen des zwischenzeitlichen Bearbeitungsaufwandes durch das Hochwasser „leider nicht mehr zustande“ gekommen, so der Ordnungsamtschef. Nun soll das Thema aber angegangen werden – mit der Hoffnung auf eine Lösungsfindung vom Tharandter Ortschaftsrat.

Der diesjährige Holzkohleverkauf am Meilerplatz findet am 5. Juli, ab 8 Uhr statt.