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Quartalsende lässt Erwerbslosenzahl steigen

Schlechte Zeiten am Arbeitsmarkt zwischen Elbe und Röder. „Die Arbeitslosigkeit war im Juli erwartungsgemäß wieder angestiegen“, kommentiert Wolfgang Heyn seine erste Analyse für den Amtsbezirk. Verantwortlich...

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Von Thomas Riemer

Schlechte Zeiten am Arbeitsmarkt zwischen Elbe und Röder. „Die Arbeitslosigkeit war im Juli erwartungsgemäß wieder angestiegen“, kommentiert Wolfgang Heyn seine erste Analyse für den Amtsbezirk.

Verantwortlich für den Anstieg waren die Quartalskündigungen, das Ende der Ausbildung in Schulen und Betrieben und von arbeitsamtsgeförderten Maßnahmen“, so Heyn, der vorübergehend mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Arbeitsamtsdirektor beauftragt ist.

20 407 Männer und Frauen sind derzeit ohne Job, also rund 220 mehr als einen Monat zuvor, jedoch rund 1 400 weniger als vor zwölf Monaten. Letzteres beruhe vor allem auf der konsequenten Aktivierung von Personengruppen „im Sinne eines Förderns und Forderns und des gezielten Einsatzes von Förderleistungen“, begründet Direktor Wolfgang Heyn.

Verringert hat sich – typisch für die Ferienmonate – die Anzahl offener Stellen. Die aktuelle Zahl von 750 entspricht etwa 250 weniger als vier Wochen zuvor. Rund 2 800 Personen konnten im vergangenen Monat ihre Arbeitslosigkeit mit oder ohne Hilfe des Arbeitsamtes beenden.

Bemerkenswert: Frauen haben offenbar wieder schlechtere Karten bei der Jobfindung. Ihr Anteil an den Arbeitslosen beträgt nämlich wieder 54 Prozent, immerhin 0,6 Prozent mehr als Ende Juni. Zwölf Prozent aller Erwerbslosen sind unter 25 Jahre alt. Erfreulich: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist erneut leicht zurückgegangen. Trotzdem sind nach wie vor 9 018 Personen davon betroffen.

Im Hauptamt Riesa schlugen neben dem Schul- und Ausbildungsende die Bereiche Baugewerbe, Einzelhandel und Landwirtschaft negativ zu Buche. Unter anderem deshalb stieg die Zahl der Arbeitslosen um 74 auf jetzt 6 475 an. Immerhin 55,7 Prozent davon sind Frauen.

Die Dienststelle Großenhain registrierte diesbezüglich zwar „nur“ 54,9 Prozent. Und hier gab es auch im Juli die geringste Zunahme von Arbeitslosen überhaupt. Allerdings gibt es in und um die Kreisstadt einen leichten Zugang im Vergleich zum Vorjahr – entgegen dem Trend also. Baugewerbe, Dienstleistungsbereiche, die öffentliche Verwaltung und die Landwirtschaft trugen diesbezüglich ihren Negativ-Anteil bei.

Die Region Meißen verzeichnet einen Frauenanteil von momentan 52,2 Prozent. Der Rückgang um 118 ließ die Zahl der Erwerbslosen auf 8 709 sinken. Noch im Juli 2002 waren es 9 285.

Entlassungen gab es vor allem beim Baugewerbe, in Dienstleistungsberufen und bei der öffentlichen Verwaltung. Kräfte gesucht wurden dagegen in der Landwirtschaft, beim Bau und in der Handelsbranche.