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Dresden

Endspurt auf dem Neumarkt

Im Quartier Hoym wurde am Donnerstag der Grundstein gelegt. Der Bauherr nutzte das zu einem Weckruf für Dresden.

Zwei Rampen führen in die riesige Baugrube hinter dem Polizeipräsidium. Eine ausgeklügelte Logistik ist nötig, um das Material zu lagern.
Zwei Rampen führen in die riesige Baugrube hinter dem Polizeipräsidium. Eine ausgeklügelte Logistik ist nötig, um das Material zu lagern. © René Meinig

Wenn das Quartier Hoym im Sommer 2021 fertig wird, sind 13 Gebäude mit teilweise historischen Fassaden in der Lücke zwischen Landhausstraße und Rampischer Straße hinter dem Polizeipräsidium gebaut. 257 Wohnungen sollen hier entstehen, die zwischen 30 und 135 Quadratmeter groß werden. Vor allem Zwei- und Dreiraumwohnungen werden besonders nachgefragt, sagt Robert Hesse, der Sprecher des Investors CG-Gruppe. Für die seniorengerecht ausgebauten Wohnungen sind 14 bis 16 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter im Gespräch. Außerdem sind Büros, Praxen und Läden vorgesehen. Auch ein Hostel soll in exklusiver Lage am Neumarkt entstehen sowie eine Tiefgarage mit 327 Plätzen.

Am Donnerstag wurde der Grundstein in der riesigen Baugrube gelegt. Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe, überraschte die Gäste mit einer ambitionierten Rede zum Zustand der Gesellschaft. Es gebe eine Vertrauenskrise in Politik und Wirtschaft, obwohl es den Menschen noch nie besser gegangen sei. Er erlaube sich hier in Dresden einen Weckruf, damit das Zusammenleben wieder harmonischer werde und die Gesellschaft sich nicht weiter spalte. Jeder habe die Pflicht, gegen Rassismus und Sexismus vorzugehen. Zudem brauche es wieder eine stabile Politik, damit solche Gedanken wie der der Enteignung keine Basis mehr bekommen. „Tragen Sie selbst dazu bei, dass die Menschen wieder gern nach Dresden und Sachsen kommen“, sagte Gröner.

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Von dieser Einführung war auch Dresdens Oberbürgermeister positiv überrascht. „Wir brauchen mehr solche Plädoyers für unsere Stadt, um die Stadtgesellschaft wieder zusammenzuführen“, sagt Dirk Hilbert (FDP). Dass genau der Neumarkt ein guter Ort dafür sei, zeigten die vielen Kulturprojekte, die dort jetzt regelmäßig stattfinden. „Dann ist der Neumarkt voll und genau so soll es sein.“ Anschließend skizzierte er kurz, dass es nach der Zerstörung im Februar 1945 bereits 1949 eine Szenerie für den Wiederaufbau gegeben hätte. 1983 wurde ein städtebauliches Konzept mit 15 Leitbauten entwickelt, aber zu DDR-Zeiten nie umgesetzt.

Das Quartier Hoym und das Schlosseck hinterm Kulturpalast sind die letzten Neumarkt-Baustellen. Beide sollen 2021 fertiggestellt sein. Erst vor wenigen Tagen hat der Stadtrat entschieden, auch das Hotel Stadt Rom wieder aufzubauen. Dafür sind aber noch viele Fragen zu klären.

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