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Was war die Ursache für das Feuer bei Remondis?

Nach dem Großbrand beim Entsorger in Quersa bei Großenhain laufen die Aufräumungsarbeiten auf Hochtouren. Und: Nicht nur die.

Bereits am Sonnabendabend begannen die Aufräumarbeiten auf dem Gelände des Entsorgers in Quersa.
Bereits am Sonnabendabend begannen die Aufräumarbeiten auf dem Gelände des Entsorgers in Quersa. © Foto: Feuerwehr im Landkreis Meißen

Quersa. Viel geschlafen hat Thomas Schiefelbein nicht. Und gut erst recht nicht. Ganz im Gegenteil. Seitdem den Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens Remondis am Sonnabend die Nachricht ereilt hat, dass im Bereich des Lagers ein Feuer ausgebrochen ist, hatte der 50-Jährige keine ruhige Minute mehr. „Ich war mit meinem Sohn bei einem Arbeitseinsatz seines Vereins in Potsdam, als der Anruf kam, und bin natürlich sofort nach Quersa gefahren“, verrät Schiefelbein und atmet durch.

Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn der Großbrand am Wochenende noch immer sehr bewegt. Denn was zunächst nach glimpflichem Schaden ausgesehen hatte, habe sich im Verlauf des Tages dann doch zu einem größeren Problem ausgeweitet. Der vermutlich durch Selbstentzündung entflammte gewerbliche Müll beschäftigte schließlich 144 Kameraden verschiedenster Freiwilliger Feuerwehren aus allen Teilen des Landkreises Meißen. Mehrere Zehntausende Kubikmeter Wasser sollten notwendig sein, um den Brand am Abend endgültig löschen zu können. „Das Problem war der Wind, der die Rauchentwicklung stark begünstigte und immer wieder neu entfachte“, weiß Thomas Schiefelbein. Wie er betont, sei er den Feuerwehrleuten unendlich dankbar. Es sei Schwerstarbeit gewesen, was sie da über viele Stunden hinweg geleistet hätten.

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Seit der Übergabe des Einsatzortes durch die Feuerwehr um 21. 30 Uhr werde das Gelände von den Remondis-Mitarbeitern selbst kontrolliert. Während tagsüber das Grundstück beräumt werde und die Reste des Feuers als Sondermüll entsorgt würden, hielte man nachts die ganze Woche über abwechselnd Brandwache. „Ich glaube, da schlafen wir alle besser, wenn wir wissen, da ist jemand, der das Areal und den Brandort im Blick hat“, bekennt der Geschäftsführer. 

Wie hoch der entstandene Schaden ist, könne er an diesem Montag noch nicht sagen. Auch gebe es keine hundertprozentig gesicherte Antwort auf die Frage, aus welchem Grund das Feuer wirklich ausgebrochen ist. Selbstverständlich seien sofort Brandermittler und die zuständigen Behörden des Landkreises in Quersa gewesen. Ein Bericht stehe aber noch aus. Thomas Schiefelbein selbst bleibt auch drei Tage nach dem Brand bei seiner ersten Vermutung. Nicht zuletzt angesichts der hochsommerlichen Temperaturen tippe er auf Selbstentzündung des in Lagerboxen abgelegten Mülls. Ob es nun eine Glasscherbe oder eine Batterie gewesen sein könnte, lasse sich nur spekulieren.

Allerdings: Es ist nicht das erste Mal, dass Remondis von einem Großfeuer heimgesucht worden ist. 2018 waren mehr als 150 Feuerwehrleute im Einsatz und auch 2007, 2004 und 2005 brannte es. „Und das umtreibt mich seit Sonnabend natürlich sehr! Wir müssen jetzt viel Mühe und Zeit auf die Erforschung der Brandursache verwenden, um alles Notwendige tun zu können, damit das nicht wieder geschieht.“

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Welche Mechanismen zukünftig zur Verhinderung einer Entzündung des eingelagerten Abfalls angewendet werden, müsse man überlegen. Darüber hinaus wäre es denkbar, feuerfeste Trennwände zwischen den Lagerboxen zu installieren, damit im Fall der Fälle ein Übergreifen eines Feuers verhindert werden könne. „Ich kann Ihnen versichern, dass wir alles daran setzen und den Brand keineswegs auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Thomas Schiefelbein. Ihn selbst ließen die Gedanken daran nicht los. Nein, so etwas dürfe nicht wieder passieren.

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