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Zittau

Quirliges Duo rettet das Ortszentrum

Die Cunewalder Kathrin und Peter singen nicht nur über die Oberlausitz, sondern packen in Waltersdorf auch selbst mit an. Heute seit 20 Jahren.

Kathrin und Peter Kunze an ihrem Lieblingsplatz im Quirle-Häusl.
Kathrin und Peter Kunze an ihrem Lieblingsplatz im Quirle-Häusl. © Rafael Sampedro

Kathrin und Peter Kunze sitzen am Lieblingsplatz. So heißt der Ort in ihrem "Quirle-Häusl", das sich mitten im Ortskern von Waltersdorf befindet. Dort empfangen die beiden Wirte - die vor allem als Gesangsduo "Kathrin & Peter" Bekanntheit erlangten - seit mittlerweile 20 Jahren ihre Gäste. Eine Zeit, die nicht immer einfach war. 

Doch beide erhielten stets Rückhalt und Unterstützung durch die Familie. "Ohne sie hätten wir das nie geschafft", sagt Peter Kunze heute. Seine Frau und er sind dankbar, dass sie ein echter Familienbetrieb sein können. Genauso wie ihren Mitarbeitern, von denen etliche Kunzes von Beginn an begleiten. Das gelte auch für die Waltersdorfer und insbesondere ihre Nachbarn, die sie so freundlich im Ort aufgenommen haben.

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Peter Kunze hatte schon immer ein Faible für die Gastronomie, doch sein Interesse für die Musik war anfangs noch stärker. So verfolgte er zunächst diesen Weg. Bereits Ende der 1980er Jahre gründete er mit Partnerin Kathrin eine Band. Seit der Wende feierten die gebürtigen Cunewalder große Erfolge als Gesangsduo. Gleichzeitig waren beide immer auch als Botschafter der Oberlausitz unterwegs. Sie lieben ihre Heimat. "Irgendwann wollten wir mehr tun, als nur darüber zu singen", sagt Peter Kunze. Inzwischen hatten sie geheiratet.

Sie sahen das Potenzial von Waltersdorf schon früh. Der Ort sei wunderschön gelegen und dennoch ein echter Geheimtipp, erklärt Peter Kunze. So reifte die Idee, sich dort zu engagieren und selbst mit anzupacken. Besonders die Umgebindehäuser begeisterte das Duo. Jedes abgerissene Gebäude sei ein Stück verlorene Heimat, so Kunze. Die ehemalige Niederschenke in Waltersdorf war so ein vom Abriss bedrohtes Umgebindehaus. Das Paar beschloss, es zu kaufen und ein kleines, aber feines Hotel daraus zu machen. Am 9. September 1999 eröffneten Kathrin und Peter Kunze schließlich das Quirle-Häusl.

Bald brauchten sie mehr Zimmer und sie suchten ein passendes Objekt in der Nähe. Das fanden beide mit dem etwa 100 Meter entfernt liegenden "Kaiserlichen Postamt". Ein Projekt, was das Paar mit dem Bruder von Kathrin Kunze angingen. Dort entstand neben Unterkünften auch die Salzoase als Wellnessangebot. Um den Gästen eine weitere Einkaufsmöglichkeit im Ort zu bieten, bauten sie noch im Haus direkt gegenüber des Hotels einen kleinen Laden. Der Name: "Eenfuftsch" - in Anlehnung an die Hausnummer 51.

Eigentlich sollte danach Schluss sein mit dem Bauen. Doch dann verstarb der Besitzer des Nachbarhauses und niemand wollte sein Landhaus "Helene" haben. Es drohte der Verfall. Also kauften Peter und Kathrin Kunze auch dieses Haus. Sie packten noch einmal selbst mit an und schleiften zum Beispiel eigenhändig das Holz ab. Die obere Etage verwandelten die beiden in eine gemütliche Ferienwohnung und unten entstand das "Häusl-Theater", in dem neben Theaterstücken auch hausgemachte Filme gezeigt werden können.

Nun blicken sie voller Stolz auf das Erreichte und feiern den 20. Geburtstag ihres "Quirle-Häusls". Dafür lassen sie sich das gesamte Jahr über immer wieder einige nette Überraschungen für die Gäste einfallen.

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