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Quittung für verpasste Chancen

Den Sieg der deutschen Handballer beim Supercup sehen nur noch wenige Fans.

Von Martin Kloth

Hamburg. Nur halbgefüllte Tribünen, die Oberränge verdeckt. Beim Supercup büßen die deutschen Handballer für die verpassten Chancen in der Vergangenheit. Daran änderte auch der Turniersieg nach dem 24:23-Erfolg über Polen nichts. „Wir haben sicher einigen Kredit verspielt“, bekannte Bundestrainer Martin Heuberger. Den 36:26-Sieg am Sonnabend in Hamburg über Ägypten sahen nur 3 950 Zuschauer in der O2 World, die 13 000 Plätze bietet. Beim 29:24-Erfolg gegen Schweden in Bremen kamen 4 050 Anhänger in die Halle.

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„Das ist ein ungewohntes Gefühl, weil wir es mit der Nationalmannschaft gewohnt waren, vor vollem Haus zu spielen“, gab Rechtsaußen Patrick Groetzki zu. Zum Vergleich: Beim vorherigen Auftritt in Hamburg im Januar 2013 zahlten noch 11 269 Fans Eintritt. „Wir haben es selbst in der Hand, die Hallen wieder zu füllen, wenn wir gut spielen“, sagte Groetzki.

Dieses Ziel verfolgt das Team um Spielmacher Michael Haaß mit Eifer und Leidenschaft. „Das ist das, was wir zurzeit brauchen: gute Spiele, erfolgreiche Spiele und auch einigermaßen schön anzusehende Spiele. Das haben wir geboten“, sagte der Magdeburger nach dem Sieg gegen international unerfahrene Ägypter.

„Ich habe Verständnis dafür, dass die Zuschauer skeptisch sind, nach dem, was passiert ist“, sagte Bernhard Bauer. Der neue DHB-Präsident steht für einen Neuanfang im deutschen Handball auf fast allen Ebenen. Er will dennoch an der Linie festhalten, dass die Männer in großen Arenen spielen. „Alles andere wäre auch ein Schildbürgerstreich“, erklärte er und ergänzte: „Wir haben eine Bringschuld. Das ist manchmal ganz gut, dass man sieht, dass das, was man auf der Platte bringt oder auch nicht, honoriert wird.“

Die Handballer werben um neue Gunst beim Publikum. Auf dem Weg zur WM 2015 will das DHB-Team mit Leistung überzeugen – und vor allem mit der Teilnahme an dem Turnier in Katar. Nach dem Verpassen von Olympia 2012 und der EM 2014 kann sich der Weltmeister von 2007 eine weitere Blamage nicht leisten. „Das ist das, was die Leute wahrnehmen sollten, dass jeder sich bewusst ist, dass es so nicht weitergeht und dass wir mit Vollgas auf die WM-Quali hinsteuern“, ergänzte Haaß. Und Torhüter Carsten Lichtlein hoffte: „Es wird wieder bergauf gehen.“ (dpa)