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Rabenau bekommt Abitur-Klassen

Die Regenbogen-Schule führt eine gymnasiale Oberstufe ein. Dafür muss angebaut werden.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

Rabenau. Die ersten Tage des neuen Jahres verliefen an Rabenaus Regenbogen-Schule etwas unterkühlt. „Die Heizanlage war nach der Weihnachtspause nicht richtig angelaufen“, entschuldigt Schulleiterin Irina Pistorius. Nun ist es wieder warm und die Einrichtung kann an ihren Zukunftsplänen arbeiten. Beabsichtigt ist, in Rabenau eine gymnasiale Oberstufe bis zum 13. Schuljahr einzuführen. Die SZ fragte nach.

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Was unterscheidet die gymnasiale Oberstufe vom Gymnasium?

Die gymnasiale Oberstufe ist ein Angebot für Schüler, die nach dem Abschluss der Oberschule doch noch ein Abitur ablegen möchten. Dafür sind dann drei weitere Schuljahre erforderlich. Die elfte Klasse dient als Wiederholung der Klasse zehn auf höherem, gymnasialem Niveau. Die Schuljahre zwölf und 13 sind dann vom Lernstoff und den Anforderungen her identisch mit den Klassenstufen elf und zwölf eines Gymnasiums.

Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es dafür?

Wer sein Abitur ablegen möchte, muss zwei Fremdsprachen können – nur die Standardsprache Englisch als Nachweis ist als Zugangsvoraussetzung zu wenig. Auch muss mit dem Realschulabschluss nach Klasse zehn ein Notendurchschnitt von besser als 2,5 vorliegen.

Ab wann genau werden in Rabenau Abiturienten unterrichtet?

Die Schule möchte erstmals ab dem Schuljahr 2017/18 eine Abiturklasse eröffnen. Da die Regenbogenschule einzügig genehmigt ist, kann man pro Jahrgang bis 26 Schüler aufnehmen. Zum einen werde man dabei natürlich seine eigenen Oberschüler, die weiterlernen wollen, berücksichtigen, sagt die Schulleiterin. Man gehe aber davon aus, dass es auch Plätze für Neubewerber gibt.

Funktioniert die gymnasiale Oberstufe ebenfalls nach einem Punktesystem?

Ja, für jeden Leistungsnachweis gibt es Punkte, diese bilden am Ende zusammen mit der Prüfungsnote eine Zensur. Über die normalen Fächerkombinationen hinaus gibt es einen Profilunterricht. „Wir haben uns entschieden, diesen im Bereich Gesundheit und Soziales anzubieten“, sagt Irina Pistorius. Die Nachfrage sei in diesem Bereich sehr groß.

Werden die Abiturklassen am Standort der Regenbogenschule lernen?

Ja, die drei zusätzlichen Klassen sollen in der Rabenauer Schule untergebracht werden. „Unser Motto heißt ja: Lebenslanges lernen“, erklärt die Schulleiterin. In Rabenau funktioniere das mit der Grund- und Oberschule unter einem Dach ideal. Pistorius: „Unsere Lehrer begleiten die Kinder über viele Jahre und können dadurch Stärken, Schwächen, Charaktereigenschaften, Probleme sehr gut einschätzen.“ Für die Klassen elf, zwölf und 13 reicht allerdings der Platz in dem Altbau nicht aus. Nun ist ein Anbau geplant. Weil die Stadt Rabenau, der das Schulgebäude gehört, die Erweiterung nicht finanzieren kann, sucht das Bildungsunternehmen einen Investor.

Steht der Anbau mit dem Start der ersten Abiturklasse?

Dieser Zeitplan ist zu knapp. Die Schulleitung plant, die erste elfte Klasse zunächst im Altbau unterzubringen, natürlich ausgestattet mit den entsprechenden Lernmaterialien, Büchern, Arbeitsgeräten. Spätestens mit der nächsten elften Klasse zum Schuljahr 2018/19 steht der Anbau mit der notwendigen Ausstattung.

Wie hoch wird das monatliche Schulgeld sein?

Die Regenbogenschule wird von einem freien Träger unterhalten, Schüler zahlen hier derzeit 110 Euro Schulgeld pro Monat. Ob diese Summe dann noch in zwei Jahren und für Abiturienten gilt, steht derzeit noch nicht fest.