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Rabenau will mehr Platz für Kinder schaffen

Die Kindertagesstätte in Oelsa soll erweitert werden. Es geht um bis zu 25 zusätzliche Betreuungsplätze.

Von Annett Heyse

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Es ist Vormittag, und die Steppkes vom Oelsaer Kindergarten toben, warm eingepackt, über den Spielplatz. 87 Mädchen und Jungen besuchen die Einrichtung, bald könnten es noch ein paar mehr sein. Denn die Kindertagesstätte soll erweitert werden. „Wir denken über einen Anbau nach“, sagt Bürgermeister Thomas Paul (CDU). Es geht um 25 zusätzliche Plätze.

Rabenau hat zwei Kindertagesstätten, die Kita in der Stadt selbst und eben jene Einrichtung in Oelsa. In Rabenau können 31 Krippenkinder und 89 Steppkes im Kindergartenalter unterkommen. In Oelsa gibt es 24 Krippen- und 73 Kitaplätze. Dazu kommen 25 Plätze bei Tagesmüttern. Zwar könne man derzeit allen Eltern einen Platz anbieten, wenn auch nicht immer sofort und mitunter nicht unbedingt in der Wunscheinrichtung. Doch im Rathaus ist man sich ziemlich sicher, dass die Nachfrage schon bald steigen wird. „Wir sind schon jetzt an der Obergrenze, viel Luft haben wir da nicht mehr“, schildert Hauptamtsleiter Sven Illgen.

Immer mehr Zuzüge

Einerseits deutet die anhaltend hohe Geburtenrate darauf hin: 2014 kamen 35 kleine Rabenauer zur Welt, das liegt in der Größenordnung der vergangenen Jahre. Andererseits zogen aber 2014 mehr Menschen hierher als weggingen, darunter auch junge Familien. Und die Nachfrage nach Grundstücken steigt immer mehr an. „Deshalb wollen wir zukünftig auch neue Wohnbauflächen in unserem Gebiet ausweisen“, stellt der Bürgermeister in Aussicht.

Viele Bauwillige – und das sind vor allem junge Leute – würden sich aber auf der Grundstückssuche auch gleich immer nach den Kindergarteneinrichtungen erkundigen. So steht für Verwaltung und Stadtrat fest: Will man als Wohnort attraktiv bleiben, muss man vor allem in die Kinderbetreuung investieren.

Einzige Möglichkeit: Die Oelsaer Kindertagesstätte muss erweitert werden. Dort ist das Gelände groß genug für einen Anbau ans Haus. Und übrig bleibt dennoch genügend Außenspielfläche. Erste Planungen gehen von 13 weiteren Kindergartenplätzen und zwölf zusätzlichen Krippenplätzen aus. Das wären drei Räume, eventuell zusätzliche Sanitäranlagen und Garderoben. „Dann wäre die Oelsaer Kindertagesstätte auch ähnlich groß wie die in Rabenau“, rechnet Thomas Paul vor.

Bedarf übertrifft alle Erwartungen

Es wäre aber auch die dritte Erweiterung innerhalb weniger Jahre. Vorwerfen kann man das der Stadtverwaltung kaum. Denn Experten für Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung hatten noch 2007 niemals mit einem solchen Bedarf gerechnet. Damals ging man – großzügig geschätzt – von 70 notwendigen Krippenplätzen aus. Jetzt reichen die 80 Plätze kaum noch aus. Denn die Abwanderung stoppte, die Geburtenzahlen gingen nach oben, und dann kam auch noch das neue Betreuungsgesetz, wonach alle Eltern ab dem 13. Lebensmonat ihres Sprösslings einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben.

In Rabenau wird dieser auch gut ausgeschöpft. „Wir haben eine Betreuungsquote von annähernd 100 Prozent“, teilt der Bürgermeister mit. Will heißen: Fast jedes Rabenauer Kind besucht ab dem ersten Geburtstag entweder die Krippe oder geht zu einer Tagesmutter. Zum Vergleich: Die Betreuungsquote für Sachsen insgesamt liegt bei 50 Prozent.

Die Stadt Rabenau kann das Projekt allerdings nicht allein, sondern nur mithilfe von Fördermitteln stemmen. Der Bedarf wurde noch im vergangenen Jahr beim Landratsamt angemeldet. Sollte dieser bestätigt werden, wolle man umgehend mit der konkreten Planung beginnen und Fördermittel beantragen. Dann könnte man 2016 bauen.

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