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Rabenauer Wasserleitungen werden saniert

Weil die alten Hausanschlüsse raus müssen, holt der Wasserversorger gleich zum großen Schlag aus.

Von Annett Heyse

Als Rabenaus damalige Stadtväter 1927 neue Wasserleitungen durch die Stuhlbauerstadt legen ließen, entschieden sie sich für Rohre aus Grauguss. Haltbar sollten sie sein und zuverlässig. Das waren sie tatsächlich. Bis heute liegen viele dieser Leitungen und funktionieren bestens. Noch. Nun aber, über 80 Jahre später, werden etliche Meter Rohr in Rente geschickt.

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Seit dem 22. April und voraussichtlich noch bis zum 7. September lässt der Trinkwasserversorger in der Freitaler Straße den Hauptstrang austauschen. Ersetzt wird der 340 Meter lange Abschnitt zwischen Marktplatz und der Einmündung Hainsberger Straße. Außerdem bekommt auch die Quergasse neue Leitungen. Hier verzichtet man auf den kompletten Wechsel und zieht stattdessen in das Altrohr auf 45 Meter ein neues ein.

Auslöser für die Bautätigkeit waren jedoch nicht Alterserscheinungen bei den Graugussrohren – im Gegenteil, seit 1997 gab es auf der Freitaler Straße gerade einmal vier Leitungsbrüche. Sorgen machten der Wasserversorgung Weißeritzgruppe (WVW) vielmehr etliche alte Hausanschlüsse, die noch aus Bleirohren bestanden. „Da besteht Handlungsbedarf. Die Bleileitungen müssen endlich raus“, sagt Geschäftsführer Frank Kukuczka.

Hintergrund sind neue Blei-Grenzwerte für das Trinkwasser, die seit Ende 2013 gelten. Zwar wäre die Trinkwasserqualität in Rabenau in Ordnung, die Werte würden nicht überschritten und auch immer wieder kontrolliert, heißt es bei der Weißeritzgruppe. Dennoch wolle man kein Risiko eingehen. Auf der Freitaler Straße müssten daher neun Hausanschlüsse erneuert werden, in der Quergasse weitere zwei. „Das heißt natürlich auch, dass die Hauseigentümer gefragt sind“, erklärt der Geschäftsführer. Denn diese müssten ihre hausinterne Anlage ebenfalls auf den neuesten, sprich bleifreien, Stand bringen.

Erfahrungsgemäß sei es in vielen Fällen nicht so einfach, die Hausbesitzer zum Handeln zu bewegen, sagt Kukuczka. „Da ist mitunter viel Überzeugungsarbeit notwendig, die alten Rohre zwischen Hausanschluss und Wasseruhr gleich mit zu wechseln.“ Bleianteile im Trinkwasser sind nicht zu schmecken, die Eigenmotivation, die Anlagen zu erneuern, daher gering. „Aber wir machen da weiter Druck, jeder Blei-Hausanschluss ist einer zu viel.“ Von 23 400 Hauszugängen im gesamten Versorgungsgebiet von Freital bis Zinnwald sind noch 40 Hausanschlüsse aus Blei. Die Rabenauer Rohre sind da schon rausgerechnet. Denn hier haben alle Hauseigentümer eingewilligt, ihre Anlagen zu erneuern. Bis zu fünf Meter Rohrstrecke kostet dies 520 Euro, bis zu zehn Meter 765 Euro.

Einmal mit dem Thema Hausanschlüsse befasst, dachte man sich bei der Weißeritzgruppe daher, auch die Hauptleitung in den beiden Rabenauer Straßen zu wechseln. Kukuczka: „Die Graugussleitung wird über kurz oder lang ein Problem werden. Es ist kaum zu erwarten, dass die noch lange hält. Die Leute würden uns aber einen Vogel zeigen, wenn wir in drei oder vier Jahren alles wieder aufreißen.“ Deshalb ist Rabenau nun eine Großbaustelle. Oberhalb des Marktes ist die Straße halbseitig gesperrt, in vier Bauabschnitten arbeitet sich hier die Baufirma von unten nach oben. Teilweise regelte eine Ampel den Verkehr, die ist bereits wieder abgebaut. Mit Behinderungen müssen die Autofahrer aber in den nächsten Wochen weiterhin rechnen. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Firma Haakshorst Rohrtechnik GmbH aus Eilenburg. Ursprünglich hatte die Wasserversorgung bereits im vergangenen Herbst die Arbeiten beauftragen wollen, im August 2013 gab es deshalb die Ausschreibung. Zwei Firmen gaben ihre Gebote ab, beide lagen mit mehr als 215 000 Euro deutlich über der Kostenschätzung. Nach der abermaligen Ausschreibung im März 2014 betragen die Kosten nun 154 000 Euro. Dennoch ist die Rabenauer Baustelle eines der kleineren Vorhaben des Wasserversorgers in diesem Jahr. Insgesamt investiert die WVW 4,8 Millionen Euro.