merken
PLUS Radeberg

Radeberg: 200 Schüler müssen umziehen

Die Grundschule Süd und der angegliederte Hort in Radeberg sollen für zwei Jahre raus aus dem Gebäude. Ein neues „Haus“ entsteht ganz in der Nähe.

Die Grundschule Süd an der Heidestraße in Radeberg wird modernisiert. Während dieser Zeit ist kein Schulbetrieb möglich.
Die Grundschule Süd an der Heidestraße in Radeberg wird modernisiert. Während dieser Zeit ist kein Schulbetrieb möglich. © René Meinig

Radeberg. Das Areal wird voraussichtlich in einigen Monaten nicht wieder zu erkennen sein: Wo jetzt noch grüne Wiese zu sehen ist, steht künftig eine drei Stockwerke hohe Interimsschule. Sie wird aus knapp 170 Containern errichtet. 200 Kinder aus der Grundschule Süd an der Heidestraße ziehen für zwei Jahre eine Ecke weiter an die Schillerstraße. Die SZ nennt die wichtigsten Eckpunkte des Projekts.

Wo soll die neue Grundschule hin?

Der genaue Standort befindet sich an der Schillerstraße auf einem Grundstück der WVR Wärmeversorgung Radeberg zwischen dem Goldbach und dem Sportplatz des RSV. Mehr als 200 Mädchen und Jungen werden dort von 17 Stammlehrern unterrichtet.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Wie sieht die neue Schule aus?

Nach den jetzigen Planungen entsteht ein langgezogenes Gebäude parallel zur Schillerstraße. Es ist knapp siebzig Meter lang und 14 Meter hoch. Nach den jetzigen Planungen entstehen eine Schule und ein Hort mit allem, was dazu gehört. In den Containern sind neben den Klassenräumen, den Büros für Lehrer und Horterzieher unter anderem eine Essensausgabe, ein Speisesaal und die Hortbibliothek untergebracht. Die Räume werden mit Möbeln aus der bestehenden Grundschule Süd und dem Hort ausgestattet. 

Die Zimmer werden teilweise sowohl als Unterrichtsräume und als Horträume genutzt. Im Gebäude wird es Treppenaufgänge geben, zusätzliche Treppen sind an den Giebelseiten angebracht. Der Eingang befindet sich an der von der Schillerstraße abgewandten Seite. Dort haben die Planer einen kompletten Spielbereich vorgesehen mit Sandkasten, Tischtennisplatte, Schaukel und einem Bolzplatz. Hinzu kommen zahlreiche Parkplätze und Stellflächen für Schulbusse. Das gesamte Schulgelände wird mit einem Zaun umgeben. Die Planer rechnen rund zwei Millionen Euro mit Baukosten.

Weshalb ist der Interimsbau notwendig?

Das Gebäude der Grundschule Süd an der Heidestraße muss dringend saniert werden. Das Haus bekommt eine Wärmedämmung Fenster und Türen werden erneuert und Sanitäranlagen ausgetauscht. Dach und Dachstuhl werden ebenfalls saniert. Zudem waren bei Untersuchungen Schadstoffe in der Raumluft nachgewiesen worden. Sie stammen offenbar aus den Fußböden. Obwohl Grenzwerte nicht überschritten wurden, werden jetzt die kompletten Aufbauten entfernt und neue eingebaut. Die Bauarbeiten sollen in den Jahren 2021 und 2022 stattfinden. Der genaue Zeitplan ist nicht bekannt. Wichtig: Die Einfeldsporthalle an der Grundschule kann auch während dem Umbau weiter genutzt werden, unter anderem von Vereinen.

Weshalb werden Container nicht an der Schule errichtet?

Das waren offenbar erste Überlegungen, doch dort reicht der Platz nicht aus. Nach Angaben der Planer beträgt die Entfernung zwischen Standort Heidestraße und dem Areal an der Schillerstraße nur rund 500 Meter Luftlinie, die Gehzeit nur wenige Minuten. Die Verbindung zu Fuß führt überwiegend über verkehrsberuhigte Wege entlang des Goldbaches.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Am Dienstag beraten die Stadträte im Technischen Ausschuss über das Vorhaben. Sie entscheiden, ob unter anderem von den sonst in der Stadt Radeberg geltenden Vorschriften für Stellplätze und die Bepflanzung von Grünflächen abgewichen werden kann. Außerdem muss durch die entsprechende Behörde noch geprüft werden, ob der Standort in unmittelbarer Nachbarschaft zum Heizhaus der Wärmeversorgung Radeberg zulässig ist. Auch Fördergeld steht offenbar noch nicht bereit. Nach Angaben von Stadtsprecher Jürgen Wähnert befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. „Wir haben jetzt einen Zwischenstand erreicht. 

Einzelne Dinge können sich noch ändern.“Die Interimsschule an der Schillerstraße wäre der zweite Containerstandort in der Stadt: Zuletzt hatte Landrat Michael Harig Sondermittel über 1,6 Millionen Euro freigegeben. Das Geld ist unter anderem dafür bestimmt, um Container für das Humboldt-Gymnasien Radeberg anzuschaffen. Vier Klassenzimmer braucht Radeberg, um alle Mädchen und Jungen im kommenden Schuljahr angemessen unterzubringen. Anfang September, zu Beginn des neuen Schuljahres, müssen die Räume stehen, vollständig ausgestattet und mit den nötigen Sanitärräumen und Garderoben versehen.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg