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Radeberg

Bremst Corona den Bau der S177 aus?

Zwischen Radeberg und der Autobahn erstreckt sich eine der größten Baustellen Ostsachsens. Das Straßenamt erklärt, wie es an der Trasse weitergeht.

Am Bauwerk über den Deponieteich wird noch gearbeitet. Alle anderen Brücken zwischen Radeberg und der A4 sind bereits fertig.
Am Bauwerk über den Deponieteich wird noch gearbeitet. Alle anderen Brücken zwischen Radeberg und der A4 sind bereits fertig. © Marion Doering

Radeberg. Das Coronavirus hat Deutschland lahm gelegt. Zwischen Radeberg und der A4 bei Leppersdorf soll aber binnen kurzer Zeit die dreispurige S177 entstehen. Gut fünf Kilometer lang und mehr als 50 Millionen Euro teuer. Klappt das trotz der Pandemie?

Franz Grossmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) ist da ganz zuversichtlich. „Die planmäßig vorgesehenen Arbeiten mussten bisher nicht durch Corona unterbrochen werden“, sagt er. Das Virus habe auch keine Beeinträchtigungen des Gesamtablaufes verursacht. 

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Das dürfte besonders die Lärm geplagten Leppersdorfer freuen. Tausende Autos fahren täglich durch ihren Ort. Schon einmal musste das Projekt gestoppt werden. 2013/14 wurden zwölf Fledermausarten an der geplanten Trasse gefunden. Für sie mussten spezielle Überflugbauwerke entworfen werden. Wegen der umfangreichen Änderungen gegenüber den alten Plänen wurde das Verfahren neu aufgerollt, inklusive der erneuten Auslage für die Öffentlichkeit. Drei Jahre Zeit kostete das Verfahren.

Straße ab 2022 befahrbar

Jetzt könnte es beim avisierten Eröffnungstermin bleiben. 2021 sollen der Erd- und der Oberbau im Bereich fertig gestellt werden. Die Straße insgesamt ist nach Angaben des Lasuv zwischen Radeberg und der A4 im Jahre 2022 befahrbar. Laut Grossmann sind alle Brücken bis auf eine bereits fertiggestellt. 

„An dem Bauwerk über den Deponieteich wird noch gearbeitet. Voraussichtlich bis Mai haben die Firmen hier zu tun.“ Für Autofahrer ebenfalls gut sichtbar sind die Arbeiten an den beiden Regenrückhaltebecken am Ortseingang von Radeberg. Direkt an der Abfahrt des bereits fertiggestellten Abschnitts der Schnellstraße wurden zwei Gruben ausgehoben. Bis Juni dauern hier die Arbeiten an. Ab Mai wird dann südlich der Autobahn die eigentliche Fahrbahntrasse vorbereitet. Die Bauleute beginnen damit, Erdreich auszuheben und zu planieren. Derzeit wird die Baustelle vorbereitet, es finden „Schürfungen“ zur Untersuchung des Bodens statt, wie der Lasuv-Mitarbeiter sagt. 

Auch nördlich der Autobahn wird gearbeitet. Hier werden die Vorbereitungen getroffen für die Verlegung der „Kleinen Röder“. Sie soll im Mai in ein neues Bett geleitet werden. Für den Einlaufkanal „Faules Floß“ erfolgen momentan die Erdarbeiten, außerdem entstehen die Fundamente.

Schnellstraße kostet 228 Millionen Euro

An anderer Stelle wird ebenfalls an der S177 gearbeitet. Bei Eschdorf wurden etliche Bäume bereits gefällt und erste Leitungen verlegt. Bei Wünschendorf haben die Arbeiten auch begonnen. Hier wird die Schnellstraße in einem weiten Bogen um den Ort geführt. 

Für die Kreuzung Rossendorf am ehemaligen Gasthof Schänkhübel laufen derzeit die genauen Abstimmungen. Dort wird die S177 die B6 rund einen Kilometer westlicher – also mehr in Richtung Weißig – kreuzen als momentan. In einem Bogen wird die Trasse um Rossendorf herumgeführt. Die Kreuzung wird nach dem Entwurf des Lasuv deutlich größer. 

Von der Schnellstraße zweigen Zu- und Abfahrten ab. Die Bundesstraße wird über die S177 geführt. Die Brücke soll rund 1,7 Millionen Euro kosten. Einmal fertiggestellt, wird die neue Staatsstraße die Bundesautobahn A 17 bei Pirna mit der A 4 verbinden und eine Gesamtlänge von rund 33 Kilometern haben. 17,5 Kilometer sind bereits befahrbar. Insgesamt kostet die Schnellstraße voraussichtlich 228 Millionen Euro.

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