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Bücherzelle in Radeberg wird aufgestellt

Für das Projekt hat sich ein Betreiberverein gefunden. Warum es bis zum Start allerdings noch etwas dauert.

Von Thomas Drendel
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So eine schicke Bücherzelle soll bald in Radeberg stehen. Sie wird an der Oberstraße/Ecke Pulsnitzer Straße aufgestellt.
So eine schicke Bücherzelle soll bald in Radeberg stehen. Sie wird an der Oberstraße/Ecke Pulsnitzer Straße aufgestellt. © Symbolfoto: Wolfgang Wittchen

Die Zustimmung war von Anfang an groß, jetzt haben sich offenbar Enthusiasten gefunden, die die geplante Bücherzelle in Radeberg auch betreuen. Nach Angaben von Initiatorin Yvonne Koch haben sich zwei Vereine gemeldet. Mit einem steht sie in engerem Kontakt. „Es handelt sich um die Arbeiterwohlfahrt AWO Radeberger Land. Die AWO hat bereits im Bahnhof einen größeren Raum voll mit Büchern und einen tollen engagierten Rentner, der sich darum kümmert und alles in Ordnung hält“, sagt Yvonne Koch. 

Er würde die Bücherzelle auch in Obhut nehmen. „Wobei ich ihn persönlich auch gern unterstützen möchte. Der AWO Möbeldienst wird kleinere Reparaturen erledigen, falls mal etwas mit der Zelle ist. Schon jetzt will ich mich bei der AWO für die Unterstützung bedanken.“ Ein verbindlicher Betreuungsplan war auch für die Stadt Voraussetzung, das Projekt zu unterstützen. „Der Oberbürgermeister hat seine Zustimmung gegeben. Die Stadt übernimmt die Kosten der Telefonzelle und den Transport.

Ein wenig getrübt wird die gute Nachricht allerdings vom späten Lieferdatum. Voraussichtlich kann sie erst im dritten Quartal 2020 bei der Telekom in Potsdam abholbereit sein. „Ich habe alles versucht, um diesen Bestellvorgang zu beschleunigen, aber bei der Telekom ist kein Rütteln an festen Abarbeitungsprozessen möglich, aber nichts zu machen“, sagt Yvonne Koch. Die Hilfsbereitschaft, die Zelle zur Bücherzelle umzugestalten ist unter Radebergern offenbar groß. So wird Dirk Hantschmann mit seiner Firma „Massiv Holz Design“ für den Innenausbau sorgen.

Außen soll die „Mini-Bibliothek“ in den Farben des Radeberger Stadtwappens gestaltet werden. Auch hier gibt es bereits einen Sponsor. Die „Textilveredelung Radeberg“ will das übernehmen und die entsprechenden Folien aufkleben. Der Stadtwirtschaftshof kümmert sich um das Fundament. Für Licht könnte eine Solarzelle sorgen. „Vielleicht findet sich ja noch jemand, der uns in dieser Sache hilft“, klärt Yvonne Koch. 

Sie hatte das Projekt auf den Weg gebracht, sich erkundigt, wo es ausrangierte Telefonzellen zu kaufen gibt. So erfuhr sie, dass die Gelben schon ausverkauft sind, es nur noch Magentafarbene gibt. Das Stück kostet 450 Euro plus Mehrwertsteuer. Hinzu kommen die Kosten für den Transport nach Radeberg.

Der Radeberger Stadtrat hatte sich mit großer Mehrheit für eine Aufstellung der Bücherzelle an der Oberstraße/Ecke Pulsnitzer Straße ausgesprochen. Die Unterstützung kam von vielen Seiten. „Ich finde es sehr gut, wenn Einwohner die Stadt mitgestalten und eine Bücherzelle ist eine gute Sache, um sich mit frischer Lektüre zu versorgen. Ich kann mir mehrere solcher Zellen in der Stadt vorstellen“, sagt SPD-Stadtrat Frank Höhme. Das Prinzip der Bücherzelle ist simpel. Ein Buch rein stellen, eins mitnehmen und das kostenfrei.

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