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Radeberg: CDU behält Mehrheit

Die Christdemokraten liegen knapp vor der AfD. Allerdings sind die Briefwähler noch nicht ausgezählt.

Wahlplakate in Radeberg
Wahlplakate in Radeberg © Steffen Unger

Radeberg. Liegt bei der Europawahl die AfD in der Gunst der Radeberger Wähler klar vor der CDU, bietet sich bei der Stadtratswahl ein anderes Bild. Nach Auszählung von 19 der 22 Wahllokale dominiert die CDU (Stand: 27.05., 00:19). Sie kann 25,31 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Auf dem zweiten Platz liegt die Alternative für Deutschland. Die Partei kommt aus dem Stand auf 22,08 Prozent. Fast unverändert liegen die Freien Wähler bei 20,70 Prozent. Ihnen folgen die Sozialdemokraten mit 15,14 Prozent. Bestätigen sich die Zahlen nach Auszählung auch der Briefwahllokale, dann muss die CDU drei Sitze im Radeberger Stadtrat abgeben. Sie hatten bisher zehn Sitze, künftig könnten es nur noch sieben sein. Die Freien Wähler müssten einen Sitz abgeben. Bisher hatten die sechs Sitze inne , im neuen Stadtrat könnten es nur noch fünf sein. Einen Sitz wird wohl auch die Partei Die Linke abgeben müssen. Sie wird nach derzeitigem Stand nur noch zwei Sitze einnehmen. Die SPD würde zwei Sitze verlieren und kommt nur noch auf vier Sitze.. Bleibt der Trend nach Auszählung aller Stimmen bestehen, wird sie nur noch drei Sitze einnehmen.

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Die Grünen können zulegen von 5,59 Prozent auf 8,24 Prozent. Damit verfügen sie über zwei Sitze im Stadtrat. Bisher hatten sie einen inne. Kurios: der Stadtrat wird um zwei Sitze kleiner werden. Denn die AfD hätte nach dem vorläufigen Ergebnis Anspruch auf sechs Sitze. Aufgestellt wurden aber nur vier Kandidaten.

Frank-Peter Wieth, Spitzenkandidat der Radeberger CDU, freut sich, dass seine Partei weiterhin stärkste Kraft im Stadtrat bleibt. „Das ist die gute Nachricht. Leider haben wir aber Stimmen verloren, so dass wir auch Sitze abgeben müssen“, sagte er. Den Grund für den Rückgang in der Wählergunst sieht er in der Bundespolitik. „Dort ist der allgemeine Trend, dass die etablierten Parteien verlieren. Dem konnte sich leider auch die Radeberger CDU nicht entziehen. Im Stadtrat haben wir gemeinsam mit den anderen Parteien viel auf den Weg gebracht. Daran kann es nicht gelegen haben“, sagte er. Der CDU-Politiker hofft jetzt im neuen Stadtrat auf eine ähnlich konstruktive Politik. „Mein Wunsch ist es, dass die Frauen und Männer, die neu in das Gremium gewählt wurden, ebenfalls im Sinne Radebergs entscheiden“, sagte er vor allem im Hinblick auf die AfD-Politiker.

Nach Einschätzung von Detlev Dauphin, Spitzenkandidat der Freien Wähler, haben offenbar Menschen aus Protest gegen die etablierten Parteien AfD gewählt. Für seine Wählervereinigung hatte er gehofft, dass sie noch etwas zulegen könnten. „Das ist leider nicht passiert.“ Jetzt müssten die Freien Wähler schauen, wie die Zusammenarbeit mit der AfD erfolgt. „Ich hoffe, dass das in vernünftiger Weise wie bisher mit den anderen Parteien im Stadtrat gelingt.“

Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) rechnet nicht mit dramatischen Veränderungen in der künftigen Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. „Die AfD wird nach dem derzeitigen Stand mit vier Sitzen im neuen Stadtrat vertreten sein. Die Mehrheiten bleiben also im Wesentlichen unverändert. Ich denke, dass die Arbeit weiterhin so konstruktiv sein wird.“

Er bestätigt, dass der neue Stadtrat voraussichtlich um zwei Sitze kleiner sein wird, als bisher. „Die AfD hat offenbar nicht mehr Kandidaten aufstellen können, jetzt kann sie nicht die ihnen zur Verfügung stehenden Sitze besetzen.“

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