merken
PLUS Radeberg

Ersatztermin für das Bierstadtfest geplant?

Das Event Anfang Juni hat die Stadt wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die SZ sprach mit OB Lemm über finanzielle Einbußen und Nachhol-Pläne.

Tausende Besucher kommen jedes Jahr zum Bierstadtfest in Radeberg. In diesem Jahr fällt das Event aus.
Tausende Besucher kommen jedes Jahr zum Bierstadtfest in Radeberg. In diesem Jahr fällt das Event aus. © Archiv/Thorsten Eckert

Radeberg. Drei Tage Livemusik auf mehreren Bühnen, dutzende Stände auf dem Marktplatz und der Hauptstraße, Tausende feiernde Besucher: Das ist das jährliche Radeberger Bierstadtfest. Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) hat das Event wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die SZ sprach mit ihm über die Gründe, finanzielle Einbußen und einen möglichen Ersatztermin.

Herr Lemm, bis zum geplanten Termin des Bierstadtfestes wären noch acht Wochen Zeit gewesen. Kommt die Absage nicht etwas früh?

Anzeige
Der Job-Motor nach dem Kohleausstieg
Der Job-Motor nach dem Kohleausstieg

Die TU Dresden gehört im Bereich zukunftsträchtiger Technologiezweige zu den Spitzenreitern in Europa. Das soll jetzt der Lausitz helfen.

Nein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden auch Anfang Juni keine derartig großen Veranstaltungen erlaubt sein. Die Gefahr einer Verbreitung des Virus wird auch dann vermutlich immer noch zu hoch sein. Mit dieser Einschätzung sind wir ja nicht allein. Die Stadt Dresden hat vor einigen Tagen unter anderem das Elbhangfest abgesagt. Das sollte ja bekanntlich erst Ende Juni stattfinden. Nach der Absage von Events in Dresden und Pirna wäre womöglich der Effekt eingetreten, dass zahlreiche Dresdner oder Pirnaer zum Bierstadtfest gekommen wären. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Doch in dem Falle hätte sich die Ansteckungsgefahr durch die große Zahl der Besucher weiter erhöht.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Entsteht der Stadt Radeberg ein finanzieller Schaden durch die Absage?

Der finanzielle Aspekt hat auch eine Rolle gespielt, das Fest jetzt abzusagen. In den nächsten Tagen hätten Verträge mit Künstlern unterschrieben werden müssen. Eine Absage danach wäre für die Stadt teurer geworden. Das Gleiche gilt bei den Händlern. Aber finanzielle Einbußen für die Stadt wird es dennoch geben. Die Veranstaltungsagentur hat bereits eine Vorarbeit geleistet. Die wir auch vergüten müssen. Die genaue Summe kann ich noch nicht nennen. Dennoch wird es durch die Absage zum jetzigen Zeitpunkt günstiger, als zu einem späteren Zeitpunkt.

Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) hat das Bierstadtfest nach Rücksprache mit allen Stadtratsfraktionen abgesagt. Es sollte am ersten Juni-Wochenende stattfinden.
Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) hat das Bierstadtfest nach Rücksprache mit allen Stadtratsfraktionen abgesagt. Es sollte am ersten Juni-Wochenende stattfinden. © Steffen Unger

Künstler und Händler sind über das Aus des Festes sicher nicht erfreut. Wie sind die Reaktionen?

Nachdem sich Dresden festgelegt hatte, haben sich Künstler und Händler nach meinem Eindruck auf eine Absage auch in Radeberg eingestellt. Sicher werden sie nicht erfreut sein, denn das bedeutet für jeden Einzelnen einen Einkommensverlust. 

Ein Stadtfest kann komplett abgesagt, es kann aber auch verschoben werden. Gibt es Überlegungen, das Event zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen?

Nein, konkret ist nichts derartiges geplant. Das wäre wieder ein Blick in die Glaskugel. Wenn wir uns auf einen Termin beispielsweise im September festlegen würden und zu dem Zeitpunkt gilt dann immer noch ein Verbot für große Veranstaltungen, dann beginnt das Spiel von neuem. Fraglich ist auch, ob Künstler und Händler zu diesem Termin noch frei hätten, denn sie planen bekanntlich meist langfristig. Was ich nicht ausschließen will, ist eine Art Oktoberfest oder ein Fest zu einem späteren Zeitpunkt. Dazu muss die Corona-Pandemie aber entsprechend eingedämmt sein.

Mehr zum Coronavirus in der Region:

Ist es das erste Mal, dass das Bierstadtfest abgesagt werden muss?

Nein, das war bereits bei der Elbeflut 2002 der Fall. Damals standen bekanntlich weite Teile von Dresden und viele andere Städte und Dörfer unter Wasser. Da wäre es unangebracht gewesen, in Radeberg zu feiern. Wir haben damals die Mittel, die wir für das Fest vorgesehen hatten, der Fluthilfe gespendet. Die Absage in diesem Jahr ist die zweite in der Geschichte des Bierstadtfestes. Die begann ja 1994. Nach der 775-Jahr-Feier damals habe ich vorgeschlagen, jährlich ein solches Fest zu veranstalten. Das hat funktioniert, wie heute jeder weiß.

Außer dem Bierstadtfest finden in Radeberg jedes Jahr zahlreiche Feste in den Ortsteilen statt. Ist zu ihnen eine Regelung getroffen worden?

Generell haben wir zu den vielen kleinen Festen keine Vorgaben gemacht. Dort muss je nach Lage bei der Corona-Pandemie entschieden werden. Hier kann auch kurzfristiger reagiert werden. Aber ich weiß, dass bereits einige abgesagt wurden, beispielsweise der "Tanz in den Mai" in Kleinwachau oder das Maifeuer.

Jetzt können Sie es ja verraten. Welche Künstler wären denn beim Bierstadtfest 2020 aufgetreten?

Dazu will ich nichts sagen. Dann sind einige noch mehr enttäuscht, dass sie den Sänger oder die Musikgruppe in diesem Jahr nicht erleben können.

Weiterführende Artikel

Corona: Diese Events in Dresden finden statt

Corona: Diese Events in Dresden finden statt

Der zweite Lockdown trifft die gebeutelte Veranstaltungsbranche hart. So steht es um die beliebten Winter-Events der Stadt, von Christmas Garden bis Ski-Weltcup.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per Email. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg