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Corona-Test mit Hindernissen

Das Flugzeug einer Radebergerin landet dann in Dresden, wenn das Testcenter schon geschlossen hat. Auf den Test verzichten will sie nicht. Was sie tun kann.

An Flughäfen können sich Reiserückkehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Allerdings hat beispielsweise das Testzentrum am Dresdner Airport nicht rund um die Uhr geöffnet.
An Flughäfen können sich Reiserückkehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Allerdings hat beispielsweise das Testzentrum am Dresdner Airport nicht rund um die Uhr geöffnet. © Symbolbild: Moritz Frankenberg/dpa

Radeberg/Dresden. Endlich Urlaub. Viele sind in den Ferien oder haben die schönsten Wochen jetzt vor sich. In die Freude über die freien Tage mischt sich jedoch bei vielen die Sorge vor einer Ansteckung in den Urlaubsgebieten oder im Flugzeug.

Auch Uta Marek ist unsicher. „Ich möchte mich gerne nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub auf Fuerteventura auf Covid-19 testen lassen. Auch wenn ich nicht in ein Risikogebiet reise, möchte ich sicher sein, dass ich das Virus nicht mit nach Hause bringe“, sagt die Radebergerin. Eigentlich eine einfache Sache. Für Menschen wie sie wurden an den Flughäfen schließlich Testzentren eingerichtet, an denen sich Rückkehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können.

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Testzentrum am Flugplatz 16 Stunden geöffnet

Bei Uta Marek liegen die Dinge aber offenbar komplizierter. Ihr Flugzeug landet erst gegen Mitternacht am Flughafen in Dresden. „Das Testzentrum ist aber ab 22.30 Uhr geschlossen, ist mir gesagt worden. Was soll ich tun?“, fragt sie sich. Aus Sorge, dort vor verschlossenen Türen zu stehen, hat sie bei einem Allgemeinmediziner nachgefragt. Doch auch der konnte nicht weiterhelfen. „Er hat es abgelehnt, den Test in seiner Praxis durchzuführen. Jetzt habe ich die Sorge, dass ich mich nicht testen lassen kann“, sagt Marek.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), die unter anderem das Testzentrum am Dresdner Flughafen eingerichtet hat, wird auf den langen Zeitraum hingewiesen, in dem Reiserückkehrer sich kostenlos testen lassen können. „Sie haben drei Tage, also 72 Stunden Zeit, um ihn anfertigen zu lassen“, erklärt eine KVS-Sprecherin. Es bestehe also die Möglichkeit, noch einmal zum Flughafen zurückzukehren. Allerdings sollte das Zentrum auch bei der späten Ankunft geöffnet haben. „Wir richten die Öffnungszeiten nach dem Flugplan aus. Dabei sollten auch späte Flüge abgedeckt sein.“

Eine hundertprozentige Garantie will die Sprecherin aber nicht geben. „Beispielsweise bei großen Verspätungen könnte schon geschlossen sein. Sicher ist, wir haben täglich 16 Stunden geöffnet.“ Ob die Kapazitäten nach der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgestockt und die Öffnungszeiten verlängert werden, ist noch unklar. Er hatte am Donnerstag erklärt, den Coronatest für alle Rückkehrer aus Risikogebieten ab Sonnabend zur Pflicht machen zu wollen.

Bisher müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten lediglich beim Gesundheitsamt melden und in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Das gilt auch für Rückkehrer aus Risikogebieten, die mit dem Zug, dem Bus oder mit dem Auto ankommen. „Auch sie müssen sich beim Gesundheitsamt melden.“

Negatives Testergebnis befreit von Quarantäne

Jeder kann sich allerdings von der Quarantäne durch das Gesundheitsamt befreien lassen. Dazu muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. „Dieser Test kann auch bereits im Urlaubsland gemacht werden, wie gesagt darf er nur nicht länger als zwei Tage zurückliegen“, sagt die KVS-Sprecherin. Bei Verstößen werden Bußgelder fällig. Nach einer Verordnung der sächsischen Landesregierung können beispielsweise bei Verstößen gegen Quarantäne-Vorschriften bis zu 10.000 Euro fällig werden. 

Was die Hausärzte angeht, kann die KVS-Sprecherin die Zurückhaltung bei einigen verstehen. „Nicht alle Praxen sind dafür ausgestattet. Die Ärzte sind nicht verpflichtet, den Test durchzuführen.“ Viele würden den Test allerdings anbieten, ebenfalls kostenlos wie im Zentrum am Flughafen. „Allerdings sollte niemand mit Symptomen einfach zum Arzt fahren. Wichtig ist, sich zuvor in der Praxis anzumelden.“

Für Uta Marek bleibt dennoch eine Lücke in der Versorgung. „Für mich als Radebergerin ist es ja noch vergleichsweise einfach, innerhalb der 72 Stunden noch einmal zum Flughafen zu fahren und mich testen zu lassen. Was aber ist mit jemandem, der beispielsweise in Görlitz wohnt und keinen Arzt findet? Er kann ja nicht zum Test schnell mal nach Dresden zurückfahren.“

Die Radebergerin wird sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub wohl am nächsten Tag noch einmal zum Flughafen aufmachen. „Wenn das Testzentrum geschlossen ist, muss ich das wohl tun. Außer, es haben sich die Bestimmungen bis dahin komplett geändert. Das kann ja in dieser Zeit schnell geschehen.“

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