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Radeberg droht Denkmal-Verlust!

Zu den SZ-Beiträgen um zahlreiche marode und gar vom Abriss bedrohte Denkmale in Radeberg schreibt unser Leser Herbert Müller und mahnt vorm Verlust zahlreicher Kulturdenkmale der Stadt: In der Sächsischen Zeitung wurde auf Radebergs morsche Denkmale aufmerksam gemacht.

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Zu den SZ-Beiträgen um zahlreiche marode und gar vom Abriss bedrohte Denkmale in Radeberg schreibt unser Leser Herbert Müller und mahnt vorm Verlust zahlreicher Kulturdenkmale der Stadt:

In der Sächsischen Zeitung wurde auf Radebergs morsche Denkmale aufmerksam gemacht. In der im Internet zu findenden Liste der Kulturdenkmale von Radeberg sind denkmalgeschützte Häuser und Bauwerke aufgeführt. Die Klein- und Flurdenkmale fehlen jedoch bis auf wenige Ausnahmen fast vollkommen. Nach dem sächsischen Denkmalschutzgesetz sind diese geschützt. Es handelt sich dabei beispielsweise um Kriegerdenkmale und -tafeln, Baudenkmale und Hinterlassenschaften einstiger Verwaltungs- und Verkehrsgeschichte (zum Beispiel Gemeinde- und Forstgrenzsteine, Sühnekreuze und steinerne Wegesäulen).

Als Wanderwegewart der Region führe ich privat ein Register über Details am Wegesrand, wozu diese Denkmale gehören. Ich führe diesbezüglich das Erbe der Heimatfreunde um Rudi Limpach, dem einstigen Museumsleiter vom Schloss Klippenstein, weiter. Dieses Register ist mir eine wertvolle Grundlage für Informationen an Hersteller touristischer Wanderkarten. Ich stelle fest, dass zunehmend diese Denkmale verfallen und bei Baumaßnahmen einfach verschwinden. Das in der SZ angesprochene Konzept zum Schutz dieser Denkmale und eine Regelung zur Verantwortlichkeit für den Erhalt der Klein- und Flurdenkmale halte ich seit Jahren für notwendig.

Es ist natürlich angesichts knapper Kassen kostengünstig für eine Stadtverwaltung, wenn Sanierungsaufgaben von Vereinen übernommen werden. Als stellvertretender Vorsitzender des Hüttertal-Vereins war ich besonders mit der Sanierung des Arnhold-Denksteins verbunden. Es hat den Verein einiges gekostet.

Was aber wird mit den über 40 Klein- und Flurdenkmalen von Radeberg? Zunächst muss ein Register dafür erstellt werden. Für eine entsprechende Zuarbeit bin ich gern bereit und ich werde dieses Thema auch in der AG Stadtgeschichte ansprechen. Ein Katalog zu diesen Denkmalen könnte sogar ein attraktives touristisches Infomaterial für Radeberg sein. Vielleicht denkt hierüber auch mal der Gewerbeverein nach. An Privathäusern und Gehöften finden sich – für die Öffentlichkeit häufig verborgen – ebenfalls interessante Tafeln, welche zumeist an Besitzer oder historische Ereignisse erinnern. Diese unbeachteten oder sogar vergessenen Kleindenkmale wieder in das Bewusstsein der Anwohner zurückzuholen, ist ein erster Schritt für den Erhalt der – wenn auch kleinen – Zeugen unserer Regionalgeschichte. Kleindenkmale, die aus bautechnischen oder anderen Gründen von ihrem Standort entfernt wurden, sollten in einem Lapidarium gesammelt und dokumentiert werden. Hierzu halte ich den einstigen Tiergarten am Schloss Klippenstein für geeignet.