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Feuerwehr nach Sturm „Sabine“ im Einsatz

An der B6 bei Fischbach drohten Bäume auf die Straße zu fallen. Am schlimmsten erwischte es Bahnreisende. Ein Autofahrer kam mit dem Schrecken davon.

Von Thomas Drendel
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In den frühen Morgenstunden waren zahlreiche Feuerwehren im Einsatz. Bei Bischofswerda musste die Wehr an die S111 ausrücken. Hier drohte ein Ast auf die Straße zu fallen.
In den frühen Morgenstunden waren zahlreiche Feuerwehren im Einsatz. Bei Bischofswerda musste die Wehr an die S111 ausrücken. Hier drohte ein Ast auf die Straße zu fallen. © Rocci Klein

Orkanböen sind mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde über das Rödertal gefegt. Die Feuerwehren waren vielerorts in Alarmbereitsschaft. Glücklicherweise kam es zu weniger Einsätzen als befürchtet.

In der Gemeinde Arnsdorf waren die Ortswehren von Fischbach und Arnsdorf am frühen Morgen in Alarmbereitschaft versetzt worden. Nach Angaben von Volker Winter, Ortswehrleiter von Fischbach, wurde seine Wehr an die B6 gerufen. „Dort waren zwei Bäume umgeknickt, die schnell beseitigt werden konnten.“ Die Bundesstraße musste nach seinen Angaben nur kurzzeitig gesperrt werden.

In Radeberg mussten die Ortswehren von Großerkmannsdorf, Liegau und Radeberg ausrücken, sagte Wehrleiter Frank Höhme. „Es handelte sich um leichte Schäden, um herabgefallene Äste oder Dachziegel“, sagte er. Die Radeberger Feuerwehrleute hatten sich auf ein größeres Ausmaß vorbereitet. Nach Angaben von OB Gerhard Lemm war in der Feuerwache eine sogenannte Landfunkstelle eingerichtet worden. Darüber wurden die Einsätze der Radeberger Ortswehren koordiniert. „Normalerweise macht das die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda. Da dort aber viele Notrufe eingingen, hat das die Radeberger Wehr selber übernommen.“

Trampolin vor Auto geweht

In der Gemeinde Ottendorf-Okrilla wurde die Ortswehr von Medingen alarmiert. Dort drohte ein Baum auf eine Stromleitung zu fallen. Der konnte ebenfalls schnell beseitigt werden. „Ansonsten blieb es glücklicherweise ruhig“, sagte Thomas Steinbock von der Gemeindeverwaltung.

Er hatte sich bereit am Morgen zu einer Besichtigungstour durch den Ort aufgemacht und sich unter anderem an Kitas umgesehen. „Dort stehen viele Bäume. Wir müssen sichergehen, dass kein Ast herunterzufallen droht oder ein Baum eine Gefahr für die Kinder darstellt“, sagte er. 

Auch den Park Hermsdorf inspizierte er. „Bis auf kleinere Äste ist nichts heruntergefallen“, sagte er. „Jetzt zahlt sich aus, dass wir regelmäßig Totholz von diesen Bäumen beseitigen.“ Im Laufe des Vormittags meldeten sich nach seinen Angaben noch einige Einwohner mit kleineren Schäden, etwa herabgefallene Äste oder lockere Dachziegel. 

Eine Schrecksekunde erlebte nach eigenen Angaben Jens Fischer-Pappermann am frühen Morgen in Ottendorf. Ihm wehte der Sturm ein großes Trampolin vor das Auto. „Ich habe mich zu Tode erschrocken. Es knallte ungemein. Es ist nicht angenehm, wenn das Teil beim Fahren auf dem Auto landet“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite und mahnt an, solche Dinge doch bei einem solchen Sturm zu sichern.

Dresdner Heide besser meiden

Die größten Behinderungen gab es bei der Bahn. Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) reagierte noch am Sonntagabend auf das Sturmtief „Sabine“. Zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr sei der Bahnverkehr auch auf den Strecken RB 34 nach Kamenz und RB 33 nach Königsbrück eingestellt worden. „Die Entscheidung ist aus Sicherheitsgründen erfolgt, in Abstimmung zwischen der Eisenbahnbetriebsleitung und der Geschäftsführung“, erklärte am Montag eine Sprecherin. Ausschlaggebend dafür sei die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes am Sonntag gewesen. „An unseren Fahrzeugen sind glücklicherweise keine unwetterbedingten Schäden entstanden“, so die Auskunft. Es seien Bäume auf die Gleise gefallen, die während Erkundungsfahrten durch DB Netz beseitigt wurden. Nach Freigabe der Strecken durch DB Netz wurde der Zugverkehr am Montag gegen 9 Uhr wieder aufgenommen. Die Linien RB 33 nach Königsbrück und RB 34 nach Radeberg und Kamenz verkehren wieder nach Plan hieß es gegen Mittag von der Mitteldeutschen Regiobahn.

Auch in der Dresdner Heide hat es nach Angaben der Ullersdorfer Revierförsterin Uta Krause Windbruch gegeben. „Insgesamt sind wir jedoch glimpflich davon gekommen.“ Sie und ihre Mitarbeiter haben inzwischen die Hauptwanderwege von umgestürzten Bäumen und querliegenden Ästen befreit. Sie rät derzeit noch von einem Spaziergang in der Heide ab. „Windböen können weiterhin Äste abbrechen oder auch an den Waldrändern Bäume umknicken. Bis Dienstagmittag rate ich deshalb von einem Aufenthalt in der Dresdner Heide ab.“ (mit SZ/rh)

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