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Leiche von mutmaßlichem Kajakfahrer wird untersucht

Der Paddler war auf der Elbe verunglückt. Er stammt aus einem Ort bei Radeberg.

Kajak-Unfall Geesthacht
Kajak-Unfall Geesthacht © Christoph Leimig

Radeberg. Der männliche Leichnam, der am Donnerstag bei Geesthacht aus der Elbe geborgen wurde, ist in das Rechtsmedizinische Institut der Hamburger Polizei gebracht worden. Das sagte Polizeisprecherin Nina Kaluza. 

Untersuchungsergebnisse lagen am Freitagmittag noch nicht vor. Die Polizei will klären, ob es sich bei der Leiche tatsächlich um den verunglückten Kajakfahrer handelt. Ermittler gehen davon aus, dass er es ist, die Identität müsse jedoch zu 100 Prozent sichergestellt werden. Außerdem erhoffen sich die Beamten Auskunft über die Todesursache des Mannes.

Am Sonntag war an einem Wehr bei Geesthacht  in Schleswig-Holstein ein junger Mann mit seinem Kajak gekentert. Zeugen beobachteten, wie der Paddler auf der Elbe stromabwärts Richtung Hamburg unterwegs war. Nach dem Durchqueren des Wehrs tauchte das Boot wieder auf, vom Kajakfahrer fehlte aber jede Spur. Gut 100 Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen suchten nach dem Mann. Sie konnten nur zwei Seesäcke mit persönlichen Sachen des Vermissten bergen. Nach Angaben der Polizei gehörten sie einem 23-Jährigen, der aus einem Ort in der Nähe von Radeberg stammt.

Eventuell bewusst zum Wehr gesteuert

Laut Recherchen der Bergedorfer Zeitung war der junge Mann am 4. Juli in Pirna gestartet. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar. „Es gibt derzeit keine Hinweise, weshalb der Kajakfahrer in die Gefahrenzone paddelte“, sagte Antje Freudenberg von der Polizeiinspektion Lüneburg. Die Gründe werden vermutlich nie genau zu ermitteln sein.  Das Wehr ist gut gesichert. Die Warnhinweise auf dem Fluss und an Land sind nicht zu übersehen. Bei der Einfahrt zur Schleuse steht ein großer, gut sichtbarer Pfeil auf der Elbinsel. Wer die Zufahrt verpasst, stößt dahinter auf fünf große gelbe Tonnen, die gut 300 Meter vor dem Wehr über die Breite des Flusses in der Elbe verankert sind. Sie signalisieren „Durchfahrt verboten“.

Nach Angaben der Bergedorfer Zeitung könnte der junge Mann zu einer Fischtreppe gepaddelt sein. Sie soll unter Wasserwanderern als Geheimtipp zum Umtragen der Boote auf die andere Wehrseite gelten. Eventuell hat er dabei die Kontrolle verloren.  (SZ/td)

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