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Klappt das mit dem Urlaub in diesem Jahr?

Reisewarnungen für die meisten EU-Länder werden aufgehoben. Dennoch gibt es Probleme, ist aus Radeberger Reisebüros zu hören. Was Urlauber wissen müssen.

Ab Mitte Juni werden Urlaubsreisen in viele EU-Staaten wieder möglich. Inhaber von Radeberger Reisebüros nennen aber einige Probleme.
Ab Mitte Juni werden Urlaubsreisen in viele EU-Staaten wieder möglich. Inhaber von Radeberger Reisebüros nennen aber einige Probleme. © Symbolbild: Sebastian Kahnert/dpa

Radeberg. Die gute Nachricht zuerst: Ab dem 15. Juni ermöglicht die Bundesregierung wieder Urlaubsreisen in die meisten Länder der Europäischen Union. Die weltweite Reisewarnung soll für 29 EU-Länder fallen. Also rein in den Flieger und ab ans Mittelmeer?

So einfach ist das nicht, sagt Thomas Moch, Inhaber des gleichnamigen Reisebüros in Radeberg. Denn es gibt keine Flugzeuge, und das ist die schlechte Nachricht. „Theoretisch kann jeder voraussichtlich ab Mitte Juni in den Süden reisen. Doch wenn man sich die Details ansieht, dann wird das vermutlich nicht so schnell gehen.“

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Nach seinen Worten gibt es noch keinen Flugplan. „Wir wissen nicht einmal, welche Gesellschaften noch fliegen und welche wegen einer Insolvenz am Boden bleiben.“ Er rechnet damit, dass Ende Juni vielleicht die Airlines wieder abheben. Er rät dennoch allen Urlaubshungrigen, in die Reisebüros zu kommen. „Die Situation kann sich schnell ändern. Falls noch nichts gebucht werden kann, notieren wir uns die Kontaktdaten der Interessenten und benachrichtigen sie dann, wenn etwas verfügbar ist.“ 

Besser sieht es bei Reisen mit dem Auto, dem Bus oder mit der Bahn aus. „Das kann natürlich gebucht werden. In Deutschland und in Österreich werden Unterkünfte in Hotels und Pensionen schon angeboten.“ Doch gerade an den besonders beliebten Zielen zeichnet sich ein Trend ab: Die Preise gehen nach oben. „Die Nachfrage ist groß. Das wissen auch die Hotelbetreiber. Entscheiden muss letztendlich der Kunde.“

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Wie groß die Sehnsucht nach Urlaub ist, hat er mit einer geführten Wanderreise erfahren. „Die Tour nach Südtirol musste ich erst absagen, da sie am 14. Juni starten sollte. Jetzt kann sie wiederum stattfinden. Am 15. geht es los. Binnen kurzer Zeit war sie bis auf einige wenige Plätze wieder ausgebucht. Jetzt sind nur noch die Restplätze zu haben“, sagt der Radeberger. 

Peggy Pfützner, Inhaberin des Reisebüros Schmolling in Radeberg, verspürt bei ihren Kunden auch das Bedürfnis, endlich mal raus zu wollen. „Viele orientieren sich bereits auf einen Urlaubsort, der mit dem Auto oder der Bahn erreicht werden kann, weil sie um die Schwierigkeiten bei den Fliegern wissen.“ Noch seien ausreichend Hotels und Pensionen buchbar.

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„Kommt jemand zu mir, dann finden wir immer etwas. Auch in der Nähe kann man tollen Urlaub am Wasser verbringen. Deutschland und Österreich haben da einiges zu bieten, Mecklenburger Seenplatte oder das Allgäu.“ Gebucht hat sie in den vergangenen Tagen auch Reisen nach Polen und Tschechien. „Städtereisen nach Prag, Berlin, Erfurt oder Weimar sind wieder im Kommen.“ 

Sie hat jedoch Hoffnung, dass der Wunschurlaub auch in diesem Jahr gelingt. „In Sachsen finden die Sommerferien sehr spät statt, von Ende Juli bis Anfang September. Bis dahin könnte sich die Situation entspannt haben. Wenn es bei uns Anfragen gibt, wir aber noch nicht buchen konnten, informieren wir die Interessenten, sobald etwas Passendes zu finden ist.“ 

Ines Schipper vom Reisebüro Touristik-Center in Radeberg weist auf einen anderen Aspekt hin. „Bei Buchungen im Hotel oder der Ferienanlage sollte jeder genau hinsehen, was dort angeboten wird. Vielerorts sind ja beispielsweise noch Wellnessanlagen oder der Kinderclub geschlossen oder eine Nutzung ist nur eingeschränkt möglich.“ Nach ihrer Einschätzung haben Schnäppchenjäger momentan schlechte Karten. „Gerade bei einem Inlandsurlaub dürften kaum größere Rabatte drin sein. Die Nachfrage ist in vielen Regionen einfach zu groß.“ 

Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit, der Vermittlung von Reisen, sind die Büros derzeit vor allem dabei, Fragen zu beantworten. „Wir sind eine Art Seelentröster. Viele Reiseveranstalter sind nicht zu erreichen, deswegen klingeln bei uns die Telefone heiß. Bekomme ich mein Geld zurück? Kann ich von einer Flug- auf eine Pkw-Reise umbuchen? Es sind tausend kleine Dinge, die bei uns nachgefragt werden. Die Mitarbeiter sind in den vergangenen Wochen an ihre Belastungsgrenze gekommen“, sagt Thomas Moch. Dabei haben die Büros oft keinen nennenswerten Umsatz. Denn viele Reisen wurden nicht gebucht. Noch nicht.

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