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Mit Gefriertruhe aus Zug geworfen

Ein Mann will eine Gefriertruhe von Radeberg nach Arnsdorf mitnehmen. Die Schaffnerin ist dagegen - und der Fahrgast außer sich. Was er nun von Trilex fordert.

Ein Fahrgast wollte in einem Trilex-Zug eine Gefriertruhe von Radeberg nach Arnsdorf mitnehmen. Die Zugbegleiterin lehnte das ab und der Streit eskalierte.
Ein Fahrgast wollte in einem Trilex-Zug eine Gefriertruhe von Radeberg nach Arnsdorf mitnehmen. Die Zugbegleiterin lehnte das ab und der Streit eskalierte. © Archivfoto: Uwe Soeder

Radeberg. Die Reise hätte für Steffen Stutzriemer nicht besser beginnen können. Soeben hatte der Dresdner in Decin eine Gefriertruhe gekauft, sie auf seinem Bollerwagen gepackt und sicher verschnürt, wie er sagt. Trotz der beachtlichen Größe – das Gefährt war über einen Meter hoch und mindestens genauso lang – gab es keine Probleme. Er kaufte sich eine Fahrkarte und schob dann den Wagen in den Zug. „Hier haben mir die Zugbegleiter sehr nett geholfen“, sagt der Bahnreisende.

Erster Zug bereits voll

Nach einer kurzen Zwischenlagerung in seiner Wohnung in Dresden wollte er die Truhe am Sonnabend, dem 25. Juli, weiter nach Arnsdorf zu seiner Freundin transportieren. Da begann das Dilemma. Der Zug, mit dem er morgens 8.30 Uhr ab Dresden-Mitte abfahren wollte, war voll. „Die Strecke wird von vielen genutzt. Die Züge müssten eigentlich mit doppelten Triebwagen fahren, doch an dem Morgen ist nur einer gekommen. Jedenfalls habe ich mit meinem Wagen keinen Platz gefunden.“ 

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Glücklicherweise fährt einige Minuten später ein Zug der Städtebahn in seine Richtung. „Der war nicht so voll, mit dem bin ich dann wenigstens bis Radeberg gefahren. Das hat wunderbar geklappt. Allerdings musste ich dort fast eine halbe Stunde bei Hitze auf meinen Trilex-Zug nach Arnsdorf warten.“

Die folgenden Minuten wird Steffen Stutzriemer wohl so schnell nicht vergessen. Nach seiner Schilderung stieg er mit seinem Wagen friedlich in den Triebwagen ein. „Es war genügend Platz. Ich wollte nur diese eine Station mitfahren“, sagt er. Dennoch kam die Schaffnerin „angerannt“ und forderte ihn mit wenig höflichen Worten auf, wieder auszusteigen. Er räumt ein, in der Situation nicht mehr leise geblieben zu sein. Dann eskalierte der Streit vollends. „Ein zweiter Schaffner wurde aufmerksam. Er kam zu uns und beförderte meinen Wagen aus dem Zug. Ich hatte einen gültigen Fahrschein. Trilex hätte mich mitnehmen müssen.“ 

Für die Weiterfahrt blieb nur das Taxi

Als der Zug schließlich ohne ihn abgefahren war, blieb Steffen Stutzriemer nichts andere übrig, als sich ein Taxi zu nehmen. „Glücklicherweise hatte ich noch etwas Geld einstecken. Sonst hätte ich nach Arnsdorf laufen müssen.“ Knapp 18 Euro musste er für die Fahrt bezahlen, sinnloserweise, wie er sagt. 

Das Geld fordert er jetzt von Trilex zurück. „So geht man nicht mit zahlenden Fahrgästen um. Ich bin von Decin nach Dresden bis Radeberg ohne Probleme befördert worden und auf dem letzten Stück klappt das nicht. Sogar aus dem Zug hat man mich geworfen. Warum klappt das mit anderen Bahnbetreibern? Es gibt doch eine Beförderungspflicht“, sagt er noch immer verärgert.

Länderbahn-Mitarbeiterin Sylvia Hubmann-Gradl sieht das anders. Trilex gehört zur Länderbahn-Gruppe. „Solche großen Dinge wie eine Gefriertruhe können wir nicht befördern. Sie können nicht sicher im Zug abgestellt werden. Bei einer Bremsung können sie sich lösen und Fahrgäste verletzen“, sagt sie. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Triebwagen voll ist oder noch ausreichend Platz vorhanden ist. „In unseren Beförderungsbestimmungen steht, dass nur Handgepäck mitgenommen werden darf und keine sperrigen Dinge transportiert werden.“ Die Zugbegleiterin hat deshalb nach ihrer Einschätzung richtig gehandelt. 

Fahrgast will Geld zurück

Sylvia Hubmann-Gradl schildert den Vorfall auf dem Bahnsteig in Radeberg auch anders. „Leider ließ der Fahrgast ein sachliches Gespräch nicht zu. In der eskalierenden Situation musste der Lokführer einschreiten, um die Fahrt fortsetzen zu können.“ Eine Erstattung der 18 Euro Taxifahrgeld wird es nicht geben. „Wir weisen jegliche Forderung zurück“, teilt die Länderbahn-Mitarbeiterin mit.

Steffen Stutzriemer will das nicht hinnehmen. „Ich wäre ganz alleine mit meinem Wagen im Abteil gewesen, es wäre bei einer Bremsung niemand zu Schaden gekommen. Ich werde den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen und mich erneut an die Länderbahn wenden. Ich will eine Entschuldigung und die 18 Euro zurück.“

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