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Vorsicht vor liebestollen Rehen

Derzeit häufen sich im Umland von Radeberg die Wildunfälle. Sie machen im Kreis fast ein Viertel aller Unfälle aus. Wo es am häufigsten kracht.

In diesen Tagen sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein. Bei Rehen ist Brunftzeit. Rehböcke können dann schon einmal im Liebesrausch ganz ohne Scheu über die Straße rennen.
In diesen Tagen sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein. Bei Rehen ist Brunftzeit. Rehböcke können dann schon einmal im Liebesrausch ganz ohne Scheu über die Straße rennen. © Archivbild: Arne Dedert/dpa

Radeberg. Damit war nicht zu rechnen. In den Mittagsstunden war an diesem Dienstag auf der Straße zwischen Feldschlößchen und Seifersdorf kaum Verkehr. Vor der Einmündung nach Kleinwachau sprangen unvermittelt zwei Rehe auf die Fahrbahn. Ein Autofahrer konnte gerade noch ausweichen. Noch einmal gut ausgegangen. In diesen Tagen sollte man auf den Straßen im Radeberger Umland vorsichtig sein. Denn es ist Blattzeit, wie man in der Jägersprache die Paarungszeit der Rehe nennt. In der Rehbrunft, die von Mitte Juli bis Mitte August geht, muss man auch am helllichten Tage, selbst auf stark befahrenen Straßen, mit dem plötzlichen Auftauchen von Rehwild rechnen. 

Der Grund: In der Brunftzeit verfolgen Rehböcke die Ricken, werden aus scheuen Tieren Jäger und Gejagte im Liebesrausch. Was zur Folge hat, dass sich auf den hiesigen Straßen die Wildunfälle häufen. Das geht auch aus der Unfallstatistik der Görlitzer Polizeidirektion hervor. Im vergangenen Jahr registrierte man im Radeberger Umland 123 Wildunfälle. Im Jahr davor waren es nur 107 Wild-Kollisionen. 2017 hingegen wurden 145 Wildunfälle aufgenommen. Die meisten Unfälle ereigneten sich im August (42) und September (43). Der Großteil der Zusammenstöße ging glimpflich aus. Nur zwei Kollisionen endeten mit Verletzten, zweimal traf es Motorradfahrer.

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Risiko in der Dresdner Heide besonders hoch

Der Weixdorfer Jagdpächter Andrzej Krystofinski weist darauf hin, dass Autofahrer die Gefahr, einen Wildunfall zu verursachen, oft unterschätzen. „Selbst wenn man schon viele Male dieselbe Strecke gefahren ist, sollte man jetzt besonders vorsichtig fahren.“ Man müsse in den folgenden Wochen überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Rehwild rechnen, so der Weixdorfer. Krystofinski erzählt, dass die Wildunfallhäufigkeit in der Region in Langebrück und Weixdorf, wie überhaupt im Bereich der Dresdner Heide, hoch sei. Das sei auch auf die höhere Verkehrsdichte zurückzuführen. Weitere Wildunfallschwerpunkte sind die Waldgebiete im Bereich zwischen Schenkhübel und dem Fischbacher Kreisverkehr, die Straße zwischen Feldschlößchen und Ottendorf-Okrilla. Die Wildunfallzahlen gleichen Jägerschaft und Polizei jährlich ab, denn nicht zu jedem werden die Ordnungshüter gerufen. 

Laut Polizei beträgt der Anteil der Wildunfälle an sämtlichen Verkehrsunfällen im Radeberger Umland 13,3 Prozent. Im Bereich der Görlitzer Polizeidirektion machen Wildunfälle rund 21 Prozent, also fast ein Viertel aller Unfälle im Landkreis aus. Unter allen Verkehrsunfällen im Bereich der Görlitzer Polizeidirektion kann man einen rückläufigen Trend erkennen. Wurden vor drei Jahren noch 980 Unfälle registriert, sank die Zahl 2018 leicht. Da gab es 969 Unfälle. Besonders signifikant ist der Rückgang im vergangenen Jahr. Da nahm die Polizei nur 879 Unfälle auf. Bei den insgesamt 2.828 Verkehrsunfällen wurden 327 Personen leicht, 71 schwer und zwei tödlich verletzt. Vor allem am Fischbacher Kreisverkehr an der B 6 müssen Autofahrer vorsichtig sein. Hier krachte es in der jüngsten Vergangenheit ziemlich oft. 

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Aber auch das geht aus der Statistik deutlich hervor: Zunehmend kommt es innerorts zu Unfällen. Zu den unfallträchtigsten Stellen gehört ein Abschnitt der S 95 in Radeberg. In der August-Bebel-Straße krachte es in der jüngsten Vergangenheit häufiger, ebenso in den Einmündungsbereichen von Külz- und Langbeinstraße. Hauptunfallursache sind Vorfahrtsfehler sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. In der Tat sollte man derzeit mehr denn je den Fuß vom Gaspedal nehmen. Sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten, beim Fahren die Straßenränder im Blick haben. Weil noch Brunftzeit ist.

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