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Radeberg will bei Freilauf-Zonen mitreden

Radeberg. Ullersdorfs Ortsvorsteher hat einen Brief an den Dresdner OB geschrieben und hofft, dass Radebergs Stadtrat seine Meinung sagen darf.

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Von Jens Fritzsche

Dass er das Ganze aus der SZ erfahren musste, war nicht nach seinem Geschmack, sagt Ullersdorfs Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth (CDU) mit Blick auf die geplanten Hundezonen in der Dresdner Heide. In diesen ausgeschilderten Zonen sollen Hunde im Naturschutzgebiet Heide auch ohne Leine toben dürfen; „und eine davon ist von der Stadt Dresden auch genau vor der Haustür von Ullersdorf geplant“, beschreibt Wieth – und wäre dazu gern im Vorfeld mit ins Boot geholt worden, wie er sagt. Betroffen sind aber auch Areale bei Großerkmannsdorf, Liegau-Augustusbad und Radeberg – aber auch hier gilt, die Stadt Dresden hat weder die Radeberger Stadtverwaltung noch die Ortsteile der Bierstadt im Vorfeld informiert. „Dann war davon in der Zeitung zu lesen und der Ärger bei den Bürgern groß“, unterstreicht Wieth.

Viel zu klein bemessen?

Denn die Areale, so finden zum Beispiel viele Ullersdorfer, seien viel zu klein bemessen. „Es ist zu befürchten, dass hier dann sehr ekelige Bereiche entstehen“, umschreibt der Ortsvorsteher das Ganze mit vorsichtigen Worten. Im Klartext: Wenn die Hunde nicht genügend Platz bekommen, hinterlassen sie ihre nicht immer gut riechenden „Abprodukte“ auf dem eng begrenzten Gebiet; mehr Platz wäre deshalb durchaus sinnvoll, finden die Ullersdorfer. Ähnliche Töne kommen auch von einer Initiative, die sich jetzt in Dresden gebildet hat und die für größere Freilaufzonen plädiert – und auch schon Gegenvorschläge (siehe Grafik) unterbreitet.

Ein Thema, das die Bürger auch in Radeberg offenbar bewegt, wie es aus der Radeberger Stadtverwaltung heißt. „Wir haben jede Menge Anfragen bekommen, wo genau denn nun die Areale zu finden sein sollen – aber wir konnten die Bürger dann immer nur auf die Internetseite der Landeshauptstadt verweisen“, sagt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert. „Wir sind dazu ja nie gefragt worden“, fügt er dann noch an. Also hatte Ullersdorfs Ortsvorsteher Wieth Vertreter der Stadt Dresden in die jüngste Ortschaftsratssitzung nach Ullersdorf eingeladen, um über das Problem zu reden. „Dort haben wir erfahren, dass man in der Stadtverwaltung Dresden der Meinung ist, es handle sich um ein rein informelles Verfahren, dazu müsse man Radeberg nicht befragen“, so der Ortsvorsteher verwundert. Das ist formal auch richtig, sagt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert. „Die Heide ist nunmal Dresdner Stadtgebiet“, stellt er klar.

Stellungnahme bis Februar

Spätestens seit der Sitzung in Ullersdorf wissen die Dresdner aber, dass man auch im Raum Radeberg gern ein Wörtchen dazu gesagt hätte. Ortsvorsteher Wieth hat zudem einen Brief an Dresdens amtierenden Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) geschrieben – mit der Bitte, dass sich auch Radeberg und seine Ortsteile mit einer Stellungnahme an der geplanten Ausweisung von Hundezonen beteiligen wolle; „darüber habe ich umgehend auch die Ortsvorsteher-Kollegen von Liegau und Großerkmannsdorf sowie den Radeberger Bürgermeister informiert“, so Wieth weiter. Vor Ende Februar aber wird diese Stellungnahme nicht vorliegen können; Ortschaftsräte und natürlich auch der Radeberger Stadtrat müssen sich des Themas ja zunächst einmal annehmen können. Ende Februar, ein Zeitpunkt, der nach Meinung des Ullersdorfer Ortsvorstehers aber immer noch ausreicht. „Die Stadt hat noch keinen konkreten Zeitplan vorgelegt, wann diese neuen Hundefreilaufzonen offiziell werden sollen“, verweist Wieth auf Aussagen der Dresdner Stadtmitarbeiter in der Ortschaftsratssitzung in Ullersdorf. Ob die Stadt Dresden aber überhaupt auf den Mitsprachewunsch aus Radeberg nachdenken wird, darüber will zumindest Stadtsprecher Jürgen Wähnert noch nicht spekulieren. „Wir müssen jetzt erstmal die Reaktionen aus dem Dresdner Rathaus abwarten“, sagt er dazu nur. Erst dann könne er auch sagen, ob das Thema tatsächlich den Radeberger Stadtrat beschäftigen wird.

Positive Signale

Die ersten Signale, die dazu aus Dresden kamen, waren durchaus positiv, findet hingegen Ullersdorfs Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth: „Ich gehe davon aus, dass man uns die Frist zur Stellungnahme einräumt“, so Wieth gegenüber SZ. Im Rathaus der Bierstadt wartet man nun auf eine Reaktion.