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Radeberg

Radeberger Klinik erfolgreich gegen gefährliche Keime

Die Zahl der Fälle mit multiresistenten Erregern ist im Krankenhaus gesunken. Auch Grippe-Viren wird der Kampf angesagt.

Gegen sie hilft kein Antibiotika mehr: gegen multiresistente Bakterien. In der Asklepios-ASB Klinik Radeberg ist die Zahl der Infektionen mit diesen Erregern weiter zurückgegangen.
Gegen sie hilft kein Antibiotika mehr: gegen multiresistente Bakterien. In der Asklepios-ASB Klinik Radeberg ist die Zahl der Infektionen mit diesen Erregern weiter zurückgegangen. © Daniel Karmann/dpa

Radeberg. Eine Horrorvorstellung: Gefährliche Keime breiten sich im Körper aus, und kein Medikament hilft dagegen. Nach Angaben der Bundesärztekammer werden jedes Jahr 30.000 Infektionen mit multiresistenten Keimen in Deutschland gezählt.

Die Asklepios-ASB Klinik Radeberg hat das Problem offenbar gut im Griff. Nach Angaben des Krankenhauses traten im vergangenen Jahr 35 Fälle von MRSA-Infektionen auf. Das Methicillin-Resistente Staphylococcus Aureus (MRSA) ist der bekannteste multiresistente Erreger. Bei den 35 Fällen brachten 33 Patienten den Keim mit in die Klinik, lediglich zwei infizierten sich erst im Krankenhaus neu. 

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Damit ist die Zahl dieser Infektionen in Radeberg weiter gesunken. Im Jahr 2016 gab es die bereits schon sehr niedrige Zahl von 53 nachgewiesenen Fällen. Lediglich fünf dieser 53 hatten diese Keime dabei im Radeberger Krankenhaus bekommen; hatten sich quasi in der Klinik „angesteckt“ und das bei insgesamt rund 250.000 sogenannten Patiententagen im Radeberger Krankenhaus, also den Tagen, die Patienten in der Klinik betreut wurden. „Das zeigt, dass unser konsequentes Eingangsscreening Wirkung zeigt“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Sebastian Eckert. 

Beim Eingangsscreening werden Patienten aus Risikogruppen schon bei der Aufnahme auf die Keime hin untersucht. Als Risikopatienten gelten Menschen, die schon einmal Träger von MRSA waren oder Personen, die im vergangenen Vierteljahr in stationärer Behandlung waren. „Auch Patienten mit chronischen Wunden gehören zur Risikogruppe.“

Schneller zur richtigen Behandlung

Auch gegen einen zweiten Erreger sind die Radeberger Ärzte erfolgreich vorgegangen, gegen Influenza-Viren. „Nach der sehr hohen Zahl an Grippekranken in der Saison 2017/18 haben wir in diesem Winter ein neues Schnelltestverfahren zur Influenzabestimmung eingeführt“, sagt der Krankenhaus-Geschäftsführer. Das neuartige Gerät wurde ab Oktober 2018 in der Notfallambulanz des Krankenhauses eingesetzt. „Bei dem Test wird ein Abstrich aus der Nase des Patienten verwendet. In nur 15 Minuten analysiert das Gerät, ob eine Erkrankung an Influenza A oder B vorliegt.“ So gewinnt die Klinik wertvolle Zeit. Bisher war der Influenzanachweis nur durch einen Nasen-Rachen-Abstrich und dessen Untersuchung in einem Partnerlabor möglich. Ergebnisse lagen erst nach ein bis zwei Tagen vor. Inzwischen hat der Patient womöglich schon andere Menschen mit dem Grippevirus angesteckt.

Mit dem neuen Verfahren kann jetzt schnell mit der richtigen Behandlung begonnen werden. „Das schützt andere Patienten und natürlich auch unsere Mitarbeiter“, sagt Klinikmitarbeiterin Gabi Hempel. Die Grippe-Patienten werden sofort in Einzelzimmern untergebracht. Pflegepersonal und Ärzte tragen während der Behandlung einen Mund-Nasen-Schutz, bei engerem Kontakt mit dem Patienten zusätzlich Schutzkittel und Handschuhe. 

„Außerdem geben wir allen Besuchern Hinweise zu Hygienevorkehrungen“, sagt Gabi Hempel. Dazu gehört natürlich auch die Händedesinfektion. Dafür hängen auf den Stationen in allen Patientenzimmern Desinfektionsmittelspender. Bereits beim Betreten der Klinik können Besucher an einem Spender ihre Hände desinfizieren und so sich und ihre Angehörigen schützen.

Insgesamt wurden in der Grippesaison Ende 2018, Anfang 2019 genau 188 Patienten mit entsprechenden Symptomen mit der neuen Methode getestet. Bei 50 Frauen. Männern und Kindern wurde Influenza diagnostiziert. Nur drei davon am Typ B, der Rest an Influenza A. In der Saison 2017 lag die Zahl der Grippekranken insgesamt bei 72 Patienten. Der Influenza-Schnelltest wird auch in der kommenden Grippesaison an der Radeberger Asklepios-Klinik eingesetzt. (SZ/td)