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Radebeul hortet Grundstücke

Kauf. Rund 60 000 m² Land der Degussa AGsollen Eigentum der Stadtwerden. Noch hat der Stadtrat aber nicht dem ganzen Paket zugestimmt.

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Von Sven Görner

Während andere Kommunen zum Stopfen von Finanzlöchern Grundstücke und auch ihr Tafelsilber an den Mann bringen, will Radebeul für fast 900 000 Euro Flächen kaufen. 384 000 Euro hat der Stadtrat bereits freigegeben. Die Entscheidung über den noch offenen Betrag vertagten Ältestenrat und Verwaltung jetzt auf die Zeit nach der Sommerpause. Zwar ist die Finanzierung durch den Haushaltsüberschuss 2004 gesichert, aber das Rathaus soll erst ein Vermarktungskonzept für die geplanten Gewerbeflächen erarbeiten. Dass sich die Grundstücke an der Meißner Straße später wieder verlustfrei verkaufen lassen, wird ernsthaft allerdings in keiner Fraktion angezweifelt.

„Eine kleine Notiz in der Zeitung über den beabsichtigten Kauf hat gereicht, dass es erste Anfragen bei der Stadt gab“, sagt OB Bert Wendsche (parteilos). Autohäuser, großflächigen Einzelhandel oder Baubetriebe werde es an der künftigen Esag-Spange aber nicht geben. In Nachbarschaft zu den beiden Unternehmen Elbion und Viatris soll vielmehr ein Sondergebiet Forschung und Entwicklung entstehen. „Mit dem Erwerb der Grundstücke halten wir uns alle Gestaltungsmöglichkeiten offen“, ergänzt der OB.

Macht der Stadtrat den Weg auch für den Kauf dieser Flächen frei – im Notarvertrag soll der Stadt ein einseitiges Rücktrittsrecht bis zum 30. Oktober gesichert werden – könnte die Stadt erstmals selbst ein Gewerbegebiet entwickeln. Wendsche: „Außerdem könnten wir die Wertsteigerung durch den Bau der Esag-Spange selbst abschöpfen.“ Nicht zuletzt würde ein Gewinn bringender Wiederverkauf der Flächen Geld in die Stadtkasse bringen, um die Pläne für die Freizeitflächen neben dem Krokofit umsetzen zu können.

Noch nicht im jetzigen Grundstückspaket enthalten ist der Flächenerwerb für den Radweg und die Verlängerung der Bernhard-Voß-Straße im Bereich Elbion/Viatris. „Letzteres ist eine Vision, die vielleicht erst unsere Nachfahren umsetzen. Das drängt nicht“, so der OB. Anders dagegen der Radweg. Den möchte die Stadt gemeinsam mit der Querspange bauen, da so über den Gottesacker eine sichere Verbindung nach Altkötzschenbroda und weiter bis nach Naundorf entstehen würde.