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Radebeul kauft Bahnhofsgebäude

Der Stadtrat beschließt, den Kopfbau am Bahnhofsvorplatz zu erwerben. Nicht alle Fraktionen sind einverstanden.

Die Stadt wird einen Teil des Bahnhofgebäudes in Kötzschenbroda kaufen. Das hat der Stadtrat diese Woche beschlossen.

Baubürgermeister Jörg Müller sieht den Bahnhof als Herzstück des künftigen Sanierungsgebiets Radebeul-West und hob den reduzierten Kaufpreis von 170 000 Euro hervor. Er betrug anfangs 225 000 Euro. Wegen der schlechten Bausubstanz konnte ihn die Stadt aber herunterhandeln.

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Die Stadt teilt sich die Summe mit der Familie Scharrer. Der Anteil der Kommune für den Kopfbau am Bahnhofsvorplatz beläuft sich auf 98 600 Euro.

Um die Substanz des historischen Gebäudes zu erhalten, sollte das Dach saniert werden. Für 465 000 Euro. Wobei die Finanzierung eines Teilbetrags von 235 000 Euro offen war, hieß es in der Beschlussvorlage.

Die wurde im Punkt Dach noch geändert. Thomas Gey (SPD) sprach sich namens seiner Fraktion nachdrücklich für eine preiswertere Sicherung des Bahnhofdachs aus. Da die Verwaltung den Sanierungsbedarf nicht richtig einschätzen könne, soll erst die Planung abgewartet werden, so OB Bert Wendsche. Deshalb nennt der Beschluss nun neben der Dachsanierung alternativ die -sicherung. Der Stadtentwicklungsausschuss wird entscheiden, was sinnvoll und realisierbar ist, wenn der Plan im Herbst vorliegt. Mit der Änderung stimmte die SPD dem Kauf zu.

Auch die Freien Wähler verwiesen darauf, dass die Investitionskosten den Kaufpreis oft um ein Mehrfaches übersteigen, forderten deshalb eine Entscheidung mit Augenmaß. Sie sagten ebenfalls Ja zum Erwerb des Bahnhofs. Zustimmung kam auch von CDU und FDP.

Grundsätzlich abgelehnt wird das Vorhaben von der Fraktion Bürgerforum/Grüne. Angesichts der angespannten Finanzlage und dem zuvor beschlossenen Neuverschuldungsverbot betrachtet sie das Bahnhofsprojekt als Kür. Die Priorität liege bei der Erfüllung der Pflichtaufgaben wie der Verbesserung der Verkehrswege für Radfahrer und Fußgänger und der Instandsetzung der Schulen.

Zu Beginn der Sitzung hatte die Linke beantragt, das Thema nur als erste Lesung zu behandeln und in die Ausschüsse zurückzugeben. Der Beschluss habe so weitreichende Wirkung, dass die Kaufentscheidung dem neuen Stadtrat überlassen werden sollte, hieß es. Der überwiegende Teil der Stadträte lehnte dies aber ab. (ab)