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Radebeul pflanzt Baum des Jahres

Die Robinie kommt gut auf trockenem Boden zurecht und wird deshalb für die Stadt interessanter.

Robinien blühen von Mai bis Juni.
Robinien blühen von Mai bis Juni. © Archivfoto: SZ/Marion Gröning

Jedes Jahr  wählt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den Baum des Jahres. Seit zehn Jahren wird der auserkorene Baum auch in Radebeul gepflanzt. "Durch diese Tradition wollen wir unsere Bürger, insbesondere Kinder, an Bäume heranführen und Sensibilität für dieses lebende Naturobjekt schaffen", informiert Anja Osang vom Stadtgrünamt.

2020 wurde die Robinie gewählt. Anders als bisher soll der Baum in Radebeul aber dieses Mal nicht im Frühjahr gepflanzt werden. Die letzten Sommermonate waren sehr warm und trocken. Damit die Robinie besser anwächst, erfolgt die Pflanzung deshalb erst im Herbst auf dem Rosa-Luxemburg-Platz.

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Robinie kommt mit Trockenheit klar

Insgesamt stehen in der Stadt rund 250 Exemplare, unter anderem an der Straße des Friedens, in der Richard-Wagner- und in der Freiligrathstraße.  Die Robinie komme mit städtischem Klima und voraussichtlich auch mit dem Klimawandel gut zurecht, erklärt Anja Osang. "Sie ist trockenresistent, salz- und immissionstolerant und erlaubt auch schwierige Bodenverhältnisse. Das macht sie als Baumart für städtische Alleen und Parks interessant", so die Baumexpertin. Ihr reichhaltiger Nektar locke zudem viele Insekten an.

Ursprünglich kommt der Baum aus Nordamerika, kann bis zu 200 Jahre alt werden und eine Höhe von 30 Metern erreichen. Die Blätter sind gefiedert und färben sich im Herbst goldgelb. Die duftende weiße Blüte wächst als lang hängende Traube. Markante Dornen an den Trieben und am Stamm schützen die Robinie vor Verbiss durch Tiere.

Giftige Blätter, bekömmliche Blüte

Wie viele Pflanzen in der Familie der Hülsenfrüchtler enthält auch die Robinie Gifte. Für Menschen sind besonders die Rinde, aber auch die reifen Samen und Blätter giftig. Rehe, Ziegen und Rinder hingegen fressen die die eiweißreichen Blätter gern. Auch Hasen und Kaninchen nagen im Winter die Rinde junger Robinien ab, ohne Schaden zu nehmen. Für Pferde dagegen können bereits 150 Gramm Robinienrinde tödlich sein. Die Blüten allerdings sind auch für Menschen nicht giftig. Im Gegenteil: Die stark duftenden Blütentrauben lassen sich ähnlich wie die Blütenstände des Holunders in Pfannkuchenteig getaucht und in heißem Öl ausbacken, empfiehlt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Mit wässrigen Auszügen aus den Blüten lassen sich auch Limonaden und Gelees aromatisieren. 

Schon sehr früh wurde auch die besondere Härte und ungewöhnlich hohe Witterungsbeständigkeit des Robinienholzes erkannt. Kein anderes Holz aus Europa sei über Jahrzehnte ohne jegliche Imprägnierung derart resistent. Heute wird das Holz auch im Wasser-, Boots-und Brückenbau sowie für Lärmschutzwände eingesetzt. 

Hier stehen Bäume des Jahres

Neben der Robinie, die im Herbst kommt, wurden in Radebeul bereits neun weitere Bäume des Jahres gepflanzt: eine Flatterulme am Bolzplatz Hauptstraße, Ecke Sachsenstraße, eine Esskastanie neben der Kita Thomas Müntzer, eine Fichte am Meiereiteich, eine Winterlinde im Bilzbad, ein Feld-Ahorn auf dem Spielplatz Steinbachstraße, eine Trauben-Eiche auf der Bauminsel an der Schildenstraße, eine Europäische Lärche im Karl-May-Hain und eine Elsbeere an der Bertheltstraße, Ecke Schützenweg.

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