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Radebeul

Kita-Betreuung nur noch für wichtige Berufe

Radebeul legt eigene Sonderregelungen fest. Belegung soll auf ein Fünftel runter. Beiträge werden erstattet.

Bis auf maximal ein Fünftel der üblichen Belegung soll in den Kitas runtergefahren werden - um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Das haben OB Bert Wendsche und Sozialamtsleiter Elmar Günther am Montagnachmittag bekannt gegeben.
Bis auf maximal ein Fünftel der üblichen Belegung soll in den Kitas runtergefahren werden - um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Das haben OB Bert Wendsche und Sozialamtsleiter Elmar Günther am Montagnachmittag bekannt gegeben. © SZ/Peter Redlich

Beide Eltern müssen in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Dann wird ihr Kind noch in den sächsischen Kitas betreut. Das gilt ab Mittwoch dieser Woche im ganzen Land. Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) und Sozialamtsleiter Elmar Günther haben am Montagnachmittag mehr als 30 Radebeuler Leiter von Kitas und Betreuungseinrichtungen eingeladen, um mit ihnen zu besprechen, wie genau das ablaufen soll.

In Kurzfassung beschrieben: Am Dienstagmorgen sollen die Leiter ihre Mitarbeiter informieren, zugleich werden die Eltern die Information des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt bekommen und - das Wichtigste - die Eltern erhalten ein Papier, in welchem sie eintragen sollen, ob ihr Kind betreut werden soll. Wenn ja, dann müssen die Eltern in wichtigen Berufen arbeiten, und zwar beide.  

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Systemrelevant heißt zum Beispiel: Der Vater des Kindes ist bei der Feuerwehr, die Mutter arbeitet im Krankenhaus. Mitarbeiter von Gerichten zählen dazu, von Apotheken, der Ernährungswirtschaft und auch solche Eltern, die eben für die Notbetreuung der Kitas und Schulen gebraucht werden.

Bereits am Mittwochmorgen sollen die Leiter der Kitas an die Stadt melden (Kontakt siehe Website am Ende), wie viele Kinder kommen und wie viel Personal die Kita hat. Wie viele Portionen werden für die Essenversorgung gebraucht. Mitarbeiter von Horten sollen, wenn das nötig ist, auch zur Kindergartenbetreuung eingesetzt werden können. Die Kitas sollen auch nur so öffnen, wie es der Bedarf durch die verbliebenen Kinder erfordert – also nicht schon 7 Uhr, wenn die ersten Kinder erst um 8 Uhr kommen. Ansonsten gelten die bisher üblichen Öffnungszeiten.

All diese Regelungen gelten vorerst vom 18. März bis 18. April. Wenn Eltern ihre Kinder in dieser Zeit nicht zur Notbetreuung bringen, dann bekommen sie ihre Elternbeiträge für diese Zeit erstattet. Wann genau das ist, stehe noch nicht fest - aber es ist versprochen, sagt OB Wendsche. Auch trifft die Stadt eine Spezialregelung zur Bezahlung der Betreuer in den Einrichtungen. Deren Lohn wird zwei Wochen weiter gezahlt, von der Stadt zugesichert und auch für freie Träger. Wendsche: „Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen eine bundeseinheitliche Regelung geben wird.“ Diese Fortzahlung seitens der Stadt gelte nicht nur für die städtischen Kitas und Kindertagespflegen, sondern auch für freie Träger.

Wendsche und Günther erläuterten auch warum: Erzieher und andere Mitarbeiter der Kitas und Horte, die dann nicht unbedingt in einer Einrichtung gebraucht werden, könnten auch für andere Kitas eingesetzt werden. „Außerdem, so der OB, wissen wir nicht, wie weit es zu Sperrungen von Spielplätzen, Gaststätten und anderen Einrichtungen in der Stadt kommt. Dann würden auch städtische Mitarbeiter gebraucht, die dies kontrollieren.

Nicht zuletzt wolle die Stadt bei Ausfällen koordinieren, dass auch die Essenversorgung der Notbetreuung in Kitas und Schulen gesichert ist. Deshalb wurde darum gebeten, dass auch freie Träger melden, wenn sie zusätzliche Kapazitäten in ihren Küchen haben.

Nicht Opa und Oma einspannen

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Ziel der drastischen Einschränkungen sei es, so Wendsche, ältere Bürger zu schützen und die Kurve der Infektionen möglichst flach zu halten - um die Kapazitäten in Krankenhäusern nicht zu überfordern, wie es gerade in Italien passiert. Der OB bat deshalb auch ausdrücklich die Eltern, die ihre Kinder nicht in die Notbetreuung geben, dafür nicht Opa und Oma einzuspannen. Vor allem nicht, wenn diese hochbetagt sind und zu Risikogruppen mit Vorerkrankungen gehören.

Weitere Infos und die Liste der systemrelevanten Berufsgruppen stehen auf der Seite der Stadt Radebeul.

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