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Radebeul

Radebeuls Müllproblem

Im Lößnitzbad und an den Weinbergen hinterlassen Feiernde Unrat. Die Stadt muss aufwendig hinterher räumen.

Auch im Apothekerpark sieht es regelmäßig unordentlich aus. Nicht die einzige problematische Stelle derzeit.
Auch im Apothekerpark sieht es regelmäßig unordentlich aus. Nicht die einzige problematische Stelle derzeit. ©   Norbert Millauer

Radebeul. Lange Abende, milde Nächte – der Sommer zeigte sich zuletzt von seiner besten Seite. Diejenigen, die in Radebeul das Draußensitzen zu späterer Stunde genießen, hingegen oftmals nicht. An verschiedensten Stellen sorgen die Hinterlassenschaften von sommernächtlichen Feiern für Ärger.

Beispielsweise im Lößnitzbad. Was im letzten Jahr beinah reibungslos funktioniert hat, wird jetzt plötzlich zum Problem. Einige Gäste des Naturbades halten sich nicht an die Regeln und vermüllen das Gelände. Die Reinigung ist derzeit sehr aufwendig, sagt Titus Reime, Chef der Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH (sbf). Zwei Leute seien jeden Tag um die drei Stunden im Einsatz, um das Badgelände wieder von den Hinterlassenschaften der Besucher zu reinigen. Nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich: Vor allem zerkloppte Flaschen sind derzeit ein Problem. Immer wieder müssen Scherben weggeräumt werden.

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Während die Stammgäste sehr auf Sauberkeit und Ordnung achten, ist das feiernden Gruppen, die am Abend kommen, offenbar egal. Radebeuls Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) findet das auch deshalb schade, weil das Lößnitzbad ja durchaus als abendlicher Treffpunkt von Jugendlichen genutzt werden soll. Man kann dort grillen, es gibt keine unmittelbaren Anwohner, die sich gestört fühlen, und das Gelände bleibt spät abends offen. Junge Leute könnten das gerne nutzen aber er erwarte, dass Müll wenigstens zu den Papierkörben gebracht wird, so Lehmann.

Gerüchte, wonach das Bad wegen Scherben und anderem Müll geschlossen werden muss, stimmen aber nicht. Am frühen Morgen machen die Reinigungstrupps alles wieder ordentlich, damit die Badegäste sich nicht gestört fühlen. Außerdem ist in der Nacht ein Sicherheitsdienst im Badgelände unterwegs. Immer zu unterschiedlichen Zeiten, damit sich niemand genau darauf einstellen kann und weiß, wann die Securitys nach dem Rechten sehen

Anwohner haben fotografiert, wie es am Paulsbergweg aussieht. 
Anwohner haben fotografiert, wie es am Paulsbergweg aussieht.  © privat

Müllprobleme gibt es auch an anderen Stellen. Anwohner aus Zitzschewig haben sich mit einem Brief an das Ordnungsamt gewandt, weil sie sich von nächtlichen Treffen in den Weinbergen gestört fühlen. Auf dem Paulsbergweg versammeln sich an den Wochenenden und teilweise auch in der Woche Gruppen, die bis 4 Uhr morgens laut sind, beschweren sich die Anwohner. 

Außerdem hinterließen die Jugendlichen jede Menge Müll. Mit der Kamera haben die Nachbarn das festgehalten: vor allem leere Flasche von günstigen, sehr süßen alkoholischen Getränken liegen herum. „Der Talkenbergweg ist ein beliebter Wanderweg für Einheimische und Touristen, umso mehr liegt es uns am Herzen, dass solch unangemessenes Verhalten nicht geduldet wird!“, schreiben die Anlieger. Von der Stadt hoffen sie auf Lösungsvorschläge und Hilfe.

Bei der Verwaltung ist das Problem bekannt, denn es gibt noch andere Problembereiche, wie beispielsweise das Areal rund um die Spitzhaustreppe und den Bismarckturm, wo regelmäßig Partymüll liegen bleibt. Bis in die Weinberge, die dort von Schloss Wackerbarth bewirtschaftet werden, lagen auch schon in den Vorjahren die Scherben. Mitarbeiter mussten bereits säckeweise zerbrochene Flaschen und jede Menge anderen Unrat auflesen.

Stadt und Weingut säubern das Areal zwar regelmäßig. Doch immer nur hinterher räumen, wenn es dreckig ist, soll auf Dauer nicht die Lösung sein. Gleiche Probleme gibt es auch jedes Jahr an der Anlegestelle an der Panzerstraße, wo regelmäßig Scherben auf dem Elberadweg liegen, und im Apothekerpark an der Bahnhofstraße, wo es öfter unordentlich aussieht.

Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann möchte deshalb Aktionen gegen die Vermüllung starten, um ein Zeichen zu setzen. Etwa in Kooperation mit Schloss Wackerbarth, dem Entsorgungsunternehmen Neru, aber auch Vereinen, Bürgern und Ehrenamtlichen, die sich für den Umweltschutz einsetzen.

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