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Radeburger Straßenbahn fährt ab

Mit einem Tieflader ist der historische Gotha-Wagen zur Kirnitzschtalbahn gebracht worden.

Von Lars Müller

Nach genau zwei Jahren ist die vor dem Radeburger Bahnhof aufgestellte historische Straßenbahn gestern abgeholt worden. Das Fahrzeug aus dem Jahr 1960 wurde von der Dresdner Dampfeisenbahn AG, (DDAG), die das Radeburger Bahnhofsgebäude besitzt, an die Kirnitzschtalbahn in der Sächsischen Schweiz verkauft. Zum genauen Kaufpreis wollte DDAG-Vorstand Andreas Börnig keine Angaben machen. Das erzielte Geld werde für die dringend benötigte Heizung im historischen Güterboden verwendet, sagte Börnig.

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Dort finden im Rahmen des Projektes „Kulturbahnhof Radeburg“ regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Eine Beheizung des Güterbodens ist derzeit nur provisorisch mit Warmluft möglich. Der bisherige Stellplatz der Straßenbahn werde künftig als Parkplatz genutzt.

Bei der Kirnitzschtalbahn soll die aus Jena stammende Tram künftig als Reservefahrzeug dienen. Davor werden noch einige Umbauten nötig sein, hieß es.

Die Straßenbahn war von Friedrich Schopp nach Radeburg geholt werden. Der passionierte Bahnenthusiast plante gemeinsam mit der DDAG eine Schmalspursammlung am oberen Ende des Lößnitzdackels aufzubauen. Nach seinem Tod wurde das Projekt verworfen.

Zwischenzeitliche Pläne, die Bahn nach Radebeul ins DDR-Museum zu bringen, scheiterten ebenfalls. Eine Abgabe des Wagens an die Kirnitzschtalbahn, wo er sogar wieder fahren soll, ist sicher im Sinne Friedrich Schopps, so Börnig.