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Radfahrer gefährden Bauarbeiten und sich selbst

Wanderer und Radfahrer missachten zunehmend Baustellenabsperrungen. Das hat Folgen.

Ohne das Stoppschild zu beachten, rasen die Radfahrer die Straße entlang. Vorfahrt hat eigentlich das Baufahrzeug.
Ohne das Stoppschild zu beachten, rasen die Radfahrer die Straße entlang. Vorfahrt hat eigentlich das Baufahrzeug. © Daniel Schäfer

Das Stoppschild sehen die Radfahrer offenbar nicht, wenn sie auf dem Rathener Weg nach Pötzscha herunterbrausen. Um die Radler auszubremsen, sind bereits zwei Schwellen auf der Straße installiert worden. 

Zwei weitere sollen in den nächsten Tagen folgen, kündigt Stadt Wehlens Bürgermeister Klaus Tittel (CDU) an. Das Problem: „Der sogenannte Saugelberg, welcher von rechts unten kreuzt, ist vorfahrtsberechtigt. Jetzt ist es besonders gefährlich, da dort Baumaßnahmen am Saugelbach laufen und Baufahrzeuge auf den Rathener Weg auffahren“, schildert Tittel. Bisher hätte es keine großen Unfälle gegeben. 

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Allerdings seien bereits Bauzäune weggeschoben, Halterungen an Absperrungen aufgebrochen und Kabelbinder durchgeschnitten worden – vermutlich von Radfahrern. „Offenbar wollen die Touristen keine längeren Strecken in Kauf nehmen“, sagt Tittel. Man versuche schon, die Bauarbeiten nacheinander durchzuführen und nicht gleichzeitig. Deshalb seien nie ganze Bereiche von Wehlen und Pötzscha abgeschnitten. Der Bürgermeister appelliert dennoch an den gesunden Menschenverstand: „Sie bringen sich und andere dadurch in Gefahr!“

Am sogenannten Saugelbach, so heißt der kleine Fluss in Pötzscha, wird noch bis zum Ende des Jahres der Bachlauf wieder instand gesetzt. Das geschieht im Rahmen der Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013. Unterhalb der Bahnbrücke soll der Bach rechts an der Straße vorbeigeführt werden und dann unter der Bahnhofsstraße durch einen Durchlass Richtung Elbe fließen. Dafür wird die Bahnhofsstraße um etwa 70 Zentimeter angehoben. Bisher floss das Wasser direkt über die Straße hinweg. Vor allem im Winter und bei Starkregen konnten Fußgänger dann nur schlecht über die Fahrbahn laufen.

Am Saugelbach wird noch bis zum Ende des Jahres der Bachlauf wieder instand gesetzt.
Am Saugelbach wird noch bis zum Ende des Jahres der Bachlauf wieder instand gesetzt. © Daniel Schäfer

Im Zuge der Bachinstandsetzung muss ab dem 1. August die Bahnhofsstraße zwischen den Hausnummern 18 und 20 gesperrt werden. Die Anwohner fahren dann über eine extra gebaute Ausweichstrecke. Bis Ende des Jahres sollen auch alle Medienleitungen wie Abwasser, Trinkwasser und Stromleitungen neu unter der Brücke verlegt werden. Außerdem werden zwei Hänge am Bachlauf noch begradigt und stabilisiert. Sie waren während der Arbeiten teilweise ins Rutschen geraten. Die sogenannte Gewässerinstandsetzung am Saugelbach umfasst eine Länge von rund 350 Metern und kostet etwa eine Million Euro.

Im Rahmen der Hochwasserschädensbeseitigung der Stadt Wehlen stehen noch Arbeiten am Basteiweg und Schlossberg in Stadt Wehlen an. Dort wird ab Mitte August damit begonnen, die Stützwand einschließlich der Treppenanlage zur Burg, hinter dem Rathaus, mit Ankern und Spritzbeton zu sichern. Wanderer müssen bis Ende 2019 über den Schlossberg laufen, wenn sie zum Uttewalder Grund wollen.

Das sind etwa 300 Meter mehr Wanderstrecke, sagt Bürgermeister Klaus Tittel. Die Instandsetzung des Wilkebachs in Dorf Wehlen soll im Oktober beendet sein. Die Bauarbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Stadt Wehlen, das neben der Friedrich-Märkel-Grundschule, enden ebenfalls im Oktober.

Dort läuft derzeit der Innenausbau sowie die Errichtung der Außenanlagen. Dazu ist es notwendig, dass ab dem 14. August die halbseitige Sperrung der Lohmener Straße im Bereich der Baustelle zusätzlich wieder mit einer Baustellenampel versehen wird. Insgesamt stehen Stadt Wehlen rund 22 Millionen Euro an Fördermitteln zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013 zur Verfügung.

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