SZ +
Merken

Radiomuseum und Roll-Laden e.V. profitieren von der Tombola

Selten hat der Großenhainer Tag des Ehrenamtes so viele Diskussionen ausgelöst wie am vorigen Freitag im Schloss.

Teilen
Folgen

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Über 200 Ehrenamtliche aus 69 Vereinen wurden zu der Festveranstaltung eingeladen. Doch etliche Plätze blieben leer. Das ärgerte vor allem die kleinen Vereine – diesmal aus dem Bereich Sport sowie Kinder- und Jugendarbeit bzw. der Feuerwehr. Sie hatten oft nur zwei Einladungen erhalten – in der Regel waren die für den Vereinsvorstand und seine Frau. Wären nicht in Anspruch genommene Plätze eher zurückgegeben worden, hätten noch mehr Vereinsaktive die Chance gehabt, beim 16. Tag des Ehrenamtes dabei zu sein.

Eingeladen waren erstmalig auch Freiwillige, die den städtischen Winterdienst unterstützen. Aber von den neun Geladenen – davon nur zwei Privatpersonen – nahm lediglich Werner Engelmann aus Krauschütz die Einladung an. Für Diskussionen sorgte zudem die zu lange Ansprache von Oberbürgermeister Burkhard Müller (CDU). Dass er auf das heiße Thema Flugplatz einging, und dabei seine kompromisslose persönliche Meinung äußerte, kam nicht durchgängig gut an. Während Gäste wie Uwe Hanneck von der Fördergemeinschaft Großenhain aktiv das richtig fanden, gab es auch Stimmen, so etwas gehöre nicht in so eine Veranstaltung.

Auszeichnung war stellvertretend

Lange Gesichter gab es bei Müllers kurzer Äußerung, er finde es gut, dass der Stadtrat dieses Jahr keinen Preisträger der Preuskermedaille bestimmt hatte. Der Oberbürgermeister stellte sich damit zwar hinter die Entscheidung der gewählten Bürgerschaftsvertreter. Doch nicht wenige Ehrenamtler fühlten sich damit ins Abseits gestellt. Die Ausgezeichneten seien schließlich auch immer stellvertretend für viele andere geehrt worden, hieß es. Diese erhoffte Anerkennung blieb diesmal aus. Auch wenn keiner namentlich genannt sein will, war einigen das kostenlose Essen und das durchaus anspruchsvolle Kulturprogramm mit Schülern der Musikschule und der Artistenschule Coswig zu wenig.

Gewinne wurden zugeteilt

Von „anmaßend“ und „Bevormundung“ war gar beim Zuteilen der Gewinne aus der Tombola die Rede. Warum durften sich die Gezogenen ihre Preise wie Bücher, Gutscheine und Präsente nicht selbst aussuchen? An die 650 Lose waren von Stadtsprecherin Diana Schulze und den Stadt-Azubis Julia und Elisa wie jedes Jahr für einen guten Zweck verkauft worden. Den Erlös – circa 300 Euro – teilen sich das private Radiomuseum auf der Herrmannstraße und der Roll-Laden e.V. Letztgenannter Jugendverein wird bekanntlich in die Räume des ehemaligen Jam im Alberttreff einziehen. Dafür wurde auch eine Förderung des Kreisjugendringes beantragt. Die jungen Leute wollen die Räume umbauen, eine Trennwand einziehen und eine kleine Küche einrichten.