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Großenhain

Radler fährt gegen Auto und flüchtet

Es passierte in der Nacht zum Sonntag auf der Schulstraße. Nachbarn haben den Crash zwar beobachtet. Aber Spuren sind rar.

Wieder einmal hat es in Großenhain einen Unfall gegeben, an dem ein Radfahrer beteiligt war. Der Unterschied zu vielen anderen Fällen: Er hat dabei mitten in der Nacht ein Auto stark beschädigt und flüchtete anschließend.
Wieder einmal hat es in Großenhain einen Unfall gegeben, an dem ein Radfahrer beteiligt war. Der Unterschied zu vielen anderen Fällen: Er hat dabei mitten in der Nacht ein Auto stark beschädigt und flüchtete anschließend. © Archiv/Lutz Weidler

Großraschütz. Madlen Herzberg (Name geändert) ist stinksauer. Und dennoch voller Hoffnung. Bis Montag hatte sie einem „netten Fahrradfahrer“ eine Frist gesetzt, sich bei ihr zu melden, und „den Arsch in der Hose (zu) haben, den Schaden zu begleichen“.

Vier Ausrufezeichen hat Madlen Herzberg hinter ihre Suchmeldung gesetzt. Denn gern würde sie jenem Menschen, der in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag – wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1 und 1.30 Uhr – mit seinem Fahrrad „mit voller Wucht gegen mein Auto gefahren ist“, Auge in Auge gegenüberstehen. 

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Der Schaden ist immens und vor allem äußerlich gut sichtbar: Die hintere Stoßstange und das linke Rücklicht sind Schrott, Kratzer „zieren“ den Lack des Citroen. Geschätzte Reparatur- bzw. Instantsetzungskosten: 700 Euro.

Ärgerlich: Der Crash hinterließ am Citroen eine kaputte Stoßstange, ein demoliertes Rücklicht und jede Menge Kratzer am Lack. 
Ärgerlich: Der Crash hinterließ am Citroen eine kaputte Stoßstange, ein demoliertes Rücklicht und jede Menge Kratzer am Lack.  © privat

Madlen Herzberg hat den Schaden an ihrem Auto erst Stunden später registriert, war zu Gast bei einer Familienfeier auf einem Grundstück der Großenhainer Schulstraße. Gefeiert wurde etwas abseits der Straße hinter dem Haus. „Aber Nachbarn haben den Crash wohl mitbekommen und gesehen, wie der Radfahrer auf die Straße gepurzelt ist“, sagt sie. 

Die Beobachter hätten ebenso festgestellt: „Der ist einfach auf sein Fahrrad aufgestiegen und hat sich aus dem Staub gemacht.“ Ob er durch den vermutet harten Aufprall dabei verletzt wurde, ist nicht bekannt. Ebenso wenig, ob er (oder sie) unter Alkoholeinfluss stand oder nicht. Auch eine Beschreibung des Flüchtigen fällt eher vage aus. Es soll sich um einen Mann, eine dunkle Gestalt, gehandelt haben, der stadteinwärts unterwegs war. „Es war nun einmal Nacht“, sagt Madlen Herzberg.

Inzwischen hat sie Anzeige bei der Polizei erstattet. „Wir ermitteln gegen Unbekannt“, bestätigt André Treppe vom Großenhainer Polizeirevier. Zu den Erfolgsaussichten will er sich selbstredend nicht äußern. Aus Erfahrung seien solche Ermittlungen sehr schwierig. Zumal zu dem Unfallflüchtigen kaum etwas bekannt sei. 

„Es gibt zwar Zeugen, aber die haben das nur aus recht weiter Entfernung gesehen“, so André Treppe. Letztlich haben die Beamten am Wohnort von Madlen Herzberg außerhalb Großenhains sämtliche verfügbare Spuren an dem beschädigten Fahrzeug gesichert und aufgenommen.

Madlen Herzbergs Hoffnung, dass sich der Täter einsichtig zeigt und bei ihr meldet, erfüllte sich bislang nicht. Nicht nur deshalb bittet sie – auch in den sozialen Medien – um Hilfe und Hinweise. Auch André Treppe vom Polizeirevier ermutigt etwaige Zeugen, sich zu melden.

Dass Radfahrer nach einem durch sie verursachten Unfall flüchten, gab es auch im Großenhainer Raum in der Vergangenheit immer wieder. Spektakulärster Fall der jüngeren Zeit: Im Februar dieses Jahres hatte ein Radler trotz geschlossener Schranke nahe Strießen ein Bahngleis überquert. Ein ICE erfasste sein Hinterrad. Der Radfahrer flüchtete. 

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