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Radler kaufen öfter

Dresden. Die Stadt wirbt mit einer Konferenz für die stärkere Nutzung des Fahrrads im Alltag.

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Von Stefan Rössel

Die Bezeichnung „Urbike“ steht nicht für den Ahnherrn des Fahrrads. Sie ist eine Mischung aus Urbanität und Fahrrad und bildet den Namen für ein europäisches Projekt. Sein Ziel ist es, das Radfahren als alltägliche Fortbewegung populärer zu machen. Die Stadt Dresden beteiligt sich seit vorigem Jahr daran. Am Montag rief sie rund hundert Experten aus Deutschland zum Erfahrungsaustausch über das, was möglich ist.

Einzelhändler sollen dafür gewonnen werden, mehr Radfahrer als Kunden zu locken. Bisher werben die meisten eher mit Autoparkplätzen vor der Tür oder in der Tiefgarage. Dabei lautet die Erfahrung aus Kiel: „Radelnde Kunden kommen öfter“, auch wenn sie pro Einkauf vielleicht nicht so viel ausgeben. Allerdings sind auch hier Investitionen nötig, denn Radler brauchen ebenfalls einen Parkplatz, sagt Uwe Redecker. Ein Anlehnbügel für zwei Räder kostet mit Einbau 150 bis 200 Euro.

Jürgen Blum vom Stadtschulamt Frankfurt/Main präsentierte einen Schulwegplan für Radfahrer. Vorbereitet wurde er von Schulklassen, die sich dem Thema in Projektwochen widmen. Sie machen etwa darauf aufmerksam, an welchen Punkten besondere Gefahren lauern. Auch hier ist also eine Menge Vorarbeit nötig. Gerhard Ritscher, der in Dresden für die Mobilität zuständig ist, versucht ebenfalls, solche Pläne zu erstellen. Aber sein Amt komme nicht nach, weil sich die Schulbezirke ständig änderten.

Was auf der einen Seite Investitionen erfordert, kann auf der anderen Gewinn bringen. So geben Fahrradtouristen bereits 28 Millionen Euro am ostsächsischen Radwegenetz aus, berichtete Gerd-Axel Ahrens, Dekan der Verkehrswissenschaftlichen Fakultät an der TU Dresden.

Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Dresden, forderte allerdings auch Vorbildlichkeit von der Stadt. Am Rathaus gebe es leider keine brauchbaren Fahrradständer für Besucher.