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Radweg an der S 81 entsteht

Die für Radfahrer gefährliche Staatsstraße soll zwischen Auer und Friedewald sicherer werden. Eine Premiumlösung ist es nicht. Aber eine, die schnell umgesetzt werden konnte.

Parallel zur Staatsstraße 81 entsteht derzeit zwischen Auer und Friedewald ein neuer Waldweg. Er soll vor allem auch Radfahrern als sichere Alternative zu der vielbefahrenen Straße dienen.
Parallel zur Staatsstraße 81 entsteht derzeit zwischen Auer und Friedewald ein neuer Waldweg. Er soll vor allem auch Radfahrern als sichere Alternative zu der vielbefahrenen Straße dienen. © SZ/Sven Görner

Auer/Friedewald. Wer zwischen den Moritzburger Ortsteilen Auer und Friedewald auf der S 81 unterwegs ist, sieht auf der echten Seite an einigen Stellen die helle Wegedecke durch das Grün der Sträucher blitzen. Seit vier Woche wird hier gearbeitet. Dort, wo die Leitung des Wasserverbandes Brockwitz-Rödern zwischen Waldrand und Straße entlangführt, entsteht ein neuer Waldweg. Bauherr ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Aus gutem Grund. Denn die rund 1,4 Kilometer lange Trasse soll Radfahrern eine sicherere Alternative zum Fahren auf der Staatsstraße bieten. Denn auf dieser sind nicht nur viele Fahrzeuge unterwegs, sondern oft auch welche, mit überhöhter Geschwindigkeit. Ein Radweg entlang der Straße zwischen Weinböhla und Dresden wird daher schon seit deren Neubau gefordert. Nach dem tödlichen Unfall des Weinböhlaers Falk Schmidtgen im Herbst 2018 hatte sich der Druck dann noch einmal deutlich erhöht.

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Da ein Planverfahren viele Jahre in Anspruch nimmt, suchten Anliegerkommungen, Lasuv, Waldbesitzer und Landratsamt Meißen nach Möglichkeiten für eine schnelle, unbürokratische Lösung. Die besteht zwischen Auer und Friedewald nun aus drei verschiedenen Abschnitten.

Ein Wirtschaftsweg westlich der Straße .....
Ein Wirtschaftsweg westlich der Straße ..... © Norbert Millauer

Der längste und mit rund 100.000 Euro auch teuerste Bereich ist der beschriebene. Neben dem neuen Waldweg im mittleren Teil werden in diesem Abschnitt auch zwei sich anschließende Wege ertüchtigt. So entsteht ab dem Abzweig Auer bis zum Gabelweg kurz vorm Tunnel, der die S 81 unterquert, eine durchgehende Verbindung. Dieser Weg ist allerdings nicht asphaltiert.

Bei einem Vor-Ort-Besuch am Montag war zu sehen, dass der Großteil bereits fertig gebaut ist. Allerdings ist der oberste Belag des Weges an vielen Stellen noch recht weich. Ein Bagger war damit beschäftig, in einigen Abschnitten den Rand zu befestigen, an einer anderen Stelle wartete eine Straßenwalze auf ihren Einsatz.

In der Nähe des Gabelweges sind, über die gesamter Breite des neuen Weges verteilt, frische Abdrücke von Pferdehufen zu sehen, die sich tief eingegraben haben. Verfestigt sich der Weg, führt das mit der Zeit zu einer Art Waschbrett-Profil. Für die Radfahrer ist das nicht angenehm.

Noch nicht ausgebaut sind der Anfang und das Ende des 1,4 Kilometer langen Weges. Auf den ersten rund 30 Metern am Auer führt zwar bisher bereits der touristische Radweg Moritzburger Ring entlang, der biegt dann aber rechts ab, während der neue Radweg eine scharfe und auch etwas steile Linkskurve vollführt. Dieser kurze Abschnitt ist derzeit bis auf einen schmalen Weg zugewachsen und schlängelt sich um eine Schranke herum.

..... und ein unbefestigter Weg auf der anderen Seite wurden asphaltiert.
..... und ein unbefestigter Weg auf der anderen Seite wurden asphaltiert. © SZ/Sven Görner

Auf der anderen Seite fehlen noch rund 150 Meter bis zum Gabelweg. Dort schließt sich derzeit an den ausgebauten Weg ein kurzes Stück mit Schotter und dann ein bestehender Waldweg mit zwei zum Teil ausgewaschenen beziehungsweise sandigen Fahrspuren an. Diese Arbeiten sollen laut Lasuv bis September abgeschlossen sein.

In der vergangenen Woche wurde bereits ein anderer Abschnitt des Radwegs fertiggestellt. In diesem bekam der vorhandene Wirtschaftsweg, der parallel zur S 81 von der Kötzschenbrodaer Straße in Friedewald bis zur Brücke des Kreyernweges über die S 81 führt, eine Asphaltdecke. Die Kosten für den rund 800 Meter langen Abschnitt betragen 76.000 Euro.

Bereits Anfang Juni war mit dem Bau des ersten 170 Meter langen Teils des Radwegs begonnen worden. Auch dieser ist fertig. Dabei wurde ein bisher unbefestigter Weg zwischen der östlichen Seite der Tunnelquerung und dem noch vorhandenen Rest der alten S 81 asphaltiert. 

Mit einer Ausnahme: der schmalen Fuchsbrücke. Hier werden die Radfahrer zum Absteigen aufgefordert. Ein Kompromiss. Denn deren Um- oder gar Neubau hätte ein umfangreiches Genehmigungsverfahren erfordert und damit viel Zeit gekostet. Dieser Abschnitt des Radweges wurde in Regie der Flurneuordnungsbehörde des Landkreises realisiert.

Wie die drei neuen Abschnitte künftig in eine Radverbindung zwischen Weinböhla und Dresden eingebunden werden, muss sich zeigen. Für den Bereich zwischen Auer und dem Gewerbegebiet Boxdorf wurden die Planungsleistungen, einschließlich eines ökologischen Variantenvergleiches, durch die Lasuv-Niederlassung Meißen ausgeschrieben.

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 Derzeit werden - auch unter Betrachtung vorhandener Wege sowie des Rad- und Wanderwegekonzepts der Gemeinde Moritzburg - alle Möglichkeiten der Radwegeführung in einer Machbarkeitsstudie aufgezeigt. Ziel ist, die Studie im III. Quartal in die Anhörung maßgebender Träger öffentlicher Belange (u. a. beteiligte Kommunen, Fachbehörden im Landratsamt) zu geben.

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