merken

Radweg ins Nichts

Entlang der Allee von Moritzburg nach Reichenberg soll ein Radweg entstehen. Seit Jahren. Jetzt gibt es erste Planungen.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Anzeige
30 Polstergarnituren zum Werkspreis

Möbel Hülsbusch lockt wieder mit einer Knalleraktion.

In Moritzburg lässt es sich gut radeln. Das in den vergangenen Jahren entstandene Wegenetz ist auch mit Nachbargemeinden wie Radeburg, Radebeul und Coswig verknüpft. Was bisher fehlt, ist ausgerechnet eine ordentlich ausgebaute Verbindung nach Dresden.

Den Wunsch, dass diese zu einem großen Teil entlang der S 179 – der Allee zwischen Moritzburg und Reichenberg – gebaut werden soll, gibt es in der Gemeinde schon lange. Nicht zuletzt, weil der Weg neben der steigenden Zahl von Radtouristen auch von Moritzburger Schülern für die sichere Fahrt zur Kurfürst-Moritz-Schule genutzt werden könnte. Aber bisher blieb es im Wesentlichen bei Absichtserklärungen. Konkrete Planungen gab es in all den Jahren nicht. Sieht man einmal von einem kurzen Stück zwischen Bad Sonnenland und Reichenberg ab. Als seinerzeit die neue S 81 in die Landschaft gegraben wurde und dafür in der Allee eine Brücke gebaut werden musste, wurde auf dieser auch das erste Stück Radweg mit geplant und gebaut. Dieser beginnt und endet allerdings vor und hinter der Brücke im Nichts.

Doch jetzt kommt offenbar endlich Bewegung in die Sache. Wie die SZ auf Anfrage von Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) erfuhr, hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) erste Planungen anfertigen lassen. „Diese befinden sich allerdings noch in einer ganz frühen Phase. Ich bin aber sehr froh, dass die Gemeinde schon so zeitig mit eingebunden wird.“ Das sei bei solchen Vorhaben nicht immer der Fall.

Wie der Bürgermeister sagt sieht die Planung vor, dass der Weg Am Bildchen in Moritzburg beginnt und straßenbegleitend zunächst bis Bad Sonnenland auf der rechten Seite verlaufen soll. An der Heidelbeerplantage ist ein Wechsel auf die linke Seite vorgesehen. Dort würde dann das bereits gebaute Wegstück eingebunden werden. Bis Reichenberg soll der Radweg so weitergeführt werden, dann aber wieder zurück auf die rechte Seite wechseln.

„Das ist sinnvoll, weil sich dort auch der Sportplatz befindet. Mit einem kombinierten Rad-/Gehweg könnte dieser sicher erschlossen werden.“ Nicht so günstig ist aus Sicht des Bürgermeisters daher der Seitenwechsel am Heidelbeerfeld. „In relativ kurzem Abstand müssten die Radfahrer zweimal die vielbefahrene Allee kreuzen“, gibt er zu bedenken.

Fakt ist allerdings auch, dass zwischen Bad Sonnenland und der Erlebnisplantage ohnehin eine sichere Querungsmöglichkeit geschaffen werden muss. „Denn dort gibt es auch mehrere Wanderwege“, sagt Wolf-Rüdiger Meyer, der Wegewart der Gemeinde. Der Bürgermeister hat das Lasuv zudem darauf hingewiesen, dass bei den Planungen auch die beabsichtigten Neugestaltungen der Bushaltestellen an Bad Sonnenland und an der Volkersdorfer Straße in Reichenberg mit berücksichtigt werden müssen.

Am Kreisverkehr in Reichenberg würden die Radfahrer dann erneut die Straßenseite wechseln. Denn parallel zur Straße Großer Gallberg wurde bereits ein Weg bis zur Schule ausgebaut. „Über diesen können die Radler künftig zur Schul- und weiter zur Grundstraße gelangen“, sagt Jörg Hänisch. Auf halber Höhe des Boxdorfer Berges kämen sie dann wieder zurück auf die Dresdener Straße.

„Dort müssten dann noch ein Stück Radweg neu gebaut werden, um die Verbindung zu dem bereits vorhandenen auf Dresdner Flur herzustellen“, so der Bürgermeister weiter. Dieser endet derzeit unterhalb der Baumwiese. Realisiert werden könnte dieser Abschnitt des Radwegs Moritzburg – Dresden beim geplanten Ausbau der dortigen Kreuzung. „Mit Radebeul und dem Lasuv bin ich in Kontakt, damit in diesem Zusammenhang auch gleich die Radanbindung des Dichterviertels an der Radebeuler Waldstraße mit geplant wird.“

Wann wo gebaut wird, ist derzeit allerdings noch völlig offen. Fakt ist nur, dass der Radweg zwischen Moritzburg und Dresden Teil der aktuellen Radverkehrskonzeption des Freistaats ist. „Dass es jetzt erste konkrete Planungen gibt, ist ein Riesenschritt in unserer Verkehrskonzeption“, sagt Jörg Hänisch.

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.