merken
PLUS Niesky

Radweglücke wird geschlossen

Es geht um das Stück zwischen See und Horscha. Den Seern ist das Vorhaben vorgestellt worden. Bis sie den Radweg nutzen können, dauert es noch Jahre.

So könnte es in fünf oder sechs Jahren zwischen Horscha und See aussehen, wenn der Radweg fertig gebaut ist.
So könnte es in fünf oder sechs Jahren zwischen Horscha und See aussehen, wenn der Radweg fertig gebaut ist. © Foto/Montage: André Schulze

Es ist ein kleines Licht der Hoffnung, dass an einem Nachmittag im Kirchgemeindesaal in See aufflammt. Die Botschaft, die dahinter steht, heißt: Der Radweg zwischen See und Horscha wird gebaut. Dazu hatte sich der Ortschaftsrat See fachkundige Leute eingeladen, die den Räten und den Bürgern das Vorhaben erläutern sollten.

"Wir stecken noch in den Kinderschuhen", sagt LISt-Abteilungsleiter Mathias Mehn. LISt steht für Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen. Sie ist für das Land Sachsen tätig. Die in Hainichen ansässige Gesellschaft ist auch für den Radweg zwischen See und Horscha zuständig.  Mit "Kinderschuhen" meint Mathias Mehn, dass jetzt die Phase der Vorplanung begonnen hat. Das beinhaltet, Varianten aufzuzeigen wie und wo der Radweg zwischen den beiden Orten entlangführen kann. 

Anzeige
Trendsetter seit 1471: Museale Innovation
Trendsetter seit 1471: Museale Innovation

Der interaktive Tablet-Guide, das "HistoPad", als Neuheit in Deutschland. Mit Augmented Reality und 3D-Inszenierungen die Albrechtsburg Meissen entdecken.

Strecke führt entlang der Hauptstraße

Der Radweg soll straßenbegleitend gebaut werden, also neben der Staatsstraße von See nach Horscha. Da für diese Straße das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zuständig ist, obliegt dem Amt auch der Bau und die Unterhaltung des Radweges. Zwei Varianten sind nur möglich. Entweder nördlich oder südlich entlang der Hauptstraße. Thomas Bratke, Projektleiter bei LISt, sagte, dass die Vorzugsvariante die nördliche ist. Also an der Straßenseite von See nach Horscha. Das hat mehrere Gründe. Zum einen grenzen südlich der Straße zwei geschützte Teiche an, ein Haus steht zu nahe an der Straße und demzufolge müsste der Verlauf der Straße geändert werden. Kurzum: zu sensibel für den Naturschutz und zu teuer im Bauen ist die südliche Trasse.    

Also wird die nördlich der Straße führende Strecke zum Radweg werden. Sie hat nur einen Nachteil, dass in Horscha die Radler die Straße überqueren müssen, um die Fahrt auf dem Radweg nach Mücka fortsetzen zu können. In anderer Richtung ist das genauso. Mit diesem Kompromiss müssen die Radfahrer leben, auch wenn ihnen an der Straße zwei sogenannte Aufstellflächen gebaut werden auf denen sie auf freie Bahn warten können. Denn dass ein Radweg gebaut wird, fordern die Seer schon seit Jahren. Schließlich geht es vor allem um die Sicherheit der Mädchen und Jungen, die mit dem Fahrrad in die Oberschule Mücka fahren. Die kurvenreiche und enge Straße durch den Wald ist ein zu großes Risiko für Radfahrer, das wurde in der Sitzung des Ortschaftsrates nochmals deutlich. 

Grundstückserwerb kann zur Hürde werden

Ist die Vorplanung zu Papier gebracht, geht sie in ihre erste Anhörung. Findet sie Zuspruch, dann kann mit dem schwierigsten Teil der Bauvorbereitung begonnen werden: dem Grundstückserwerb. Thomas Bratke sagte, nur wenn alle mitmachen, kann zügig mit dem Bau begonnen werden. Gibt es keine Einigkeit, muss ein Planfeststellungsverfahren eröffnet werden - und das kostet Zeit. 

Zeit brauchen die Seer auch so. Abteilungsleiter Mehn sprach aus seiner Erfahrung heraus von fünf bis sechs Jahren, bevor die ersten Radler auf dem zweieinhalb Meter breiten Radweg in beide Richtungen in die Pedalen treten können. Mehn sieht den Grunderwerb ebenfalls als Herausforderung an, die aber machbar ist, wenn Gemeinnutz über Eigennutz gestellt wird. Der Grunderwerb ist mit das zeitaufwendigste. Dazu kommen Planung, Anhörung und Genehmigung, die insgesamt gut fünf Jahre in Anspruch nehmen. Das Lasuv muss die Finanzierung einordnen, die sich nach der Kostenkalkulation richten. 

Anhörung beginnt im August

Der fertigen Vorentwurf will das LISt bereits im August zur Anhörung bringen. Dann sollen die Träger öffentlicher Belange ihr Urteil über das Vorhaben abgeben. Ist das erfolgt, kann die Vorzugsvariante weiterverfolgt werden. Viel Aufwand für zwei Kilometer Radweg durch den Wald. Warum jetzt wieder bei Null begonnen wird, wollte eine Seerin wissen. Bereits vor 20 Jahren ist ein Projekt für den Radweg See-Horscha erarbeitet worden. Aber es blieb in der Schublade, weil das Geld dafür fehlte. Es wieder herauszuholen bringt nichts, denn in den zwei Jahrzehnten hat sich vieles an Vorschriften geändert, dass "es wenig Sinn macht, dieses Projekt weiter zu verfolgen", sagt Mathias Mehn.  

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky