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Räckelwitz siedelt junge Leute an

Sieben Familien zogen 2013 in ihr neues Heim. Die nächsten Häuser wachsen bereits, so Bürgermeister Franz Brußk.

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Herr Brußk, das Jahr 2013 ist Geschichte. Wenn Sie Bilanz ziehen: Welches war der größte Erfolg?

Wir legen schon seit Jahren den Schwerpunkt verstärkt auf die Ansiedlung von jungen Leuten. Dafür tun wir sehr viel. Unter anderem hat die Gemeinde die nötigen Vorarbeiten, wie beispielsweise die Erschließung der Eigenheimstandorte, übernommen. Deshalb sind wir besonders stolz darauf, dass allein vergangenes Jahr sieben Familien ihre neuen Häuser bezogen haben. Sieben Eigenheime befinden sich noch im Bau. Deren Bauherren ziehen dieses Jahr ein. Außerdem haben neun weitere Bauwillige entweder bereits Bauanträge gestellt oder zumindest sind für sie Bauplätze ausgewiesen. Unsere Einwohnerzahl wird also etwas nach oben klettern.

Warum ist Ihnen das so wichtig?

Wir freuen uns, weil unser Konzept aufgeht. Wir sehen die Demografie und versuchen kommunalpolitisch gegenzusteuern. Mit einem Mix aus Um-, Aus- und Neubau. Und mit einer guten Infrastruktur. Wir haben Krippe, Kita, Grund- und Mittelschule, Bäcker, Fleischer, Friseur, Kosmetik, Zahnarzt, Handwerk und Gewerbe im Ort. Wichtige Bedingungen, um junge Leute zum Bleiben zu bewegen. Das Geld, welches wir über Jahre in unsere Einrichtungen gesteckt haben, ist also gut angelegt.

Wo investierte die Gemeinde im vergangenen Jahr außerdem noch?

In viele kleinere Projekte. Zum Beispiel in die Spielplätze der Gemeinde. Der Tummelplatz der Kindertagesstätte bekam ein neues Klettergerüst und einen Sonnenschutz für die Kleinsten. Auf den anderen Plätzen haben wir reparieren lassen, was die Sicherheit der Kinder beeinträchtigt hätte. Jedes Jahr werden alle sieben Spielplätze in unserer Gemeinde auf Vordermann gebracht, damit sie die TÜV-Prüfung anstandslos bestehen. Ein etwas größerer Posten war der Kauf von neuen Computern für unsere Oberschule. 15 000 Euro haben wir dafür ausgegeben. Außerdem haben wir unter anderem die Straßenbeleuchtung an der Hauptstraße und der Neschwitzer Straße erweitert und das verlandete Flussbett in Neudörfel reinigen lassen.

Und welche Pläne gibt es für 2014?

Der größte Brocken ist der Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges. Es wird im sächsischen Mühlau produziert. Das Fahrgestell ist bereits fertig. Jetzt muss nur noch der Aufbau drauf. Ich denke wir bekommen es noch dieses Jahr geliefert. Insgesamt 170 000 Euro kostet die Anschaffung, nicht ganz die Hälfte der Summe wird gefördert.

Bleibt da eigentlich noch Spielraum für andere Projekte?

Ja. Wir haben noch einiges vor. So investieren wir in den Digitalfunk für die Wehr, installieren im neuen Eigenheimstandort Straßenlampen, beseitigen für 22 000 Euro Winterschäden auf der Straße „Am Klosterwasser“ in Neudörfel, bauen einen kleinen Parkplatz am Kindergarten und befestigen Wege vorm Schulgebäude. Außerdem wünscht sich die Grundschule zwölf neue Computer und einen Beamer. Wir würden auch gern den Radweg von Neudörfel nach Zerna bauen. 158 000 Euro sind dafür veranschlagt. Doch das geht nur, wenn wir eine Fördermittelzusage bekommen.

Gibt es etwas, worüber Sie sich im vergangenen Jahr besonders freuten?

Oh ja. Da gibt es gleich drei Dinge. Zum Beispiel über die Fertigstellung der Straße nebst Radweg zwischen Schmeckwitz und Wendischbaselitz. Dadurch können die Einwohner jetzt von Neudörfel durchgehend bis Kamenz radeln. Was uns dabei besonders freut, ist die Tatsache, dass damit die Kinder von Nebelschütz und Wendischbaselitz jetzt sicherer zur Schule gelangen. Punkt zwei ist, dass nach 16 Jahren Leerstand endlich wieder Leben in die Räckelwitzer Gaststätte eingezogen ist. Die neue Besitzerin hat unser Ortsbild mit dieser Perle aufgewertet. Dass Frau Hülle trotz ihres schwierigen Gesundheitszustandes diese großartige Leistung vollbrachte, verdient höchsten Respekt. Und nicht zuletzt freuen wir uns, dass wir unsere Schulden weiter abbauen konnten. Ende 2012 hatten wir eine Pro-Kopf-Verschuldung von 135 Euro. Jetzt liegen wir bei rund 128 Euro.

Haben Sie einen Wunsch für 2014?

Das sich unsere Gemeinde weiter so positiv entwickelt und damit die, in den letzten 20 Jahren geschaffene, Infrastruktur ihre Daseinsberechtigung behält. Was ich mir aber auch wünsche ist, dass weniger am Geld gemessen wird und stattdessen der Zusammenhalt stärker wird.

Gespräch: Manuela Reuß