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Räder zum Falten

Ein gebürtiger Schwabe aus Berlin verkauft Falträder auf der Görlitzer Straße. Er selbst ist mit seinem weltweit unterwegs.

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© André Wirsig

Von Ulrike Kirsten

Fünf Handgriffe, 30 Sekunden: Dann hat Winfried Heun das quietschgrüne Fahrrad auf Trolleygröße zusammengefaltet. „Das ist einfach super praktisch, weil man es problemlos mit ins Flugzeug oder den Zug bekommt. Außerdem kann man sie bis zum Verladen wie einen Rollkoffer hinter sich herziehen“, sagt der 45-Jährige.

Jetzt will Winfried Heun die englische Kultmarke Brompton in Dresden bekannt machen. Ende des vergangenen Jahres eröffnete er seinen Fahrradladen Kultrad auf der Görlitzer Straße 37, in dem es ausschließlich Falträder der Londoner Manufaktur zu kaufen gibt. Mittlerweile hat sich der gebürtige Schwabe sogar von seinem Auto verabschiedet. „Das haben wir verkauft. Meine Frau und unsere Kinder haben längst auch ein Brompton.“

Für das Geschäft ist er extra in die Neustadt gezogen. „Hier gab es so einen Laden noch nicht und ich finde diese Räder einfach toll. In England gibt es sogar Meisterschaften, wer sie am schnellsten zusammenfalten kann“, sagt Heun, der sein erstes Brompton in Berlin gekauft hat, wo der Rest seiner Familie lebt. „Meine Frau ist Dresdnerin. Perspektivisch wollen wir alle wieder hierherkommen.“ Jetzt sucht Winfried Heun noch nach einem Mitarbeiter, der Bromptons genauso liebt wie er. „Ich bin beruflich viel unterwegs und suche jemanden, der den Laden übernimmt, wenn ich nicht da bin.“ Der ausgebildete Fotograf dreht als Kameramann weltweit Werbefilme für internationale Firmen. Sein eigenes Brompton hat er immer dabei. „Während die anderen am Flughafen aufs Taxi warten, habe ich mein Rad in ein paar Augenblicken zusammengebaut und kann sofort los“, sagt Winfried Heun und schmunzelt, wenn er an die ungläubigen Blicke denkt, die ihm dabei schon zugeworfen wurden.

Doch die Räder sind nicht nur praktisch und sehen stylish aus. Sie sind vor allem bequem. Aber dennoch nicht günstig. Um die 1 000 Euro kostet ein Brompton. Je nach Ausstattung, ob mit Ledersattel oder Titangriffen, kann der Preis variieren. „Die Räder kann man auch leasen und in monatlichen Raten zahlen“, sagt Heun, der trotzdem schon einige Falträder unter die Dresdner gebracht hat. „Viele Leute kennen das noch von früher. In der DDR hat es ja auch schon Klappräder gegeben.“

Kultrad, Görlitzer Straße 37, Mi bis Frei von 13 bis 19 Uhr, Sa von 11 bis 15 Uhr www.kultrad.net