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Wer treibt in Bauda sein Unwesen?

Agrarunternehmen scheinen Opfer gezielter Anschläge zu sein. Acht waren es allein seit März. Die Polizei ermittelt.

Friedlich grasen rund 60 Mutterkühe, deren Nachwuchs sowie zwei Deckbullen auf der Weide nahe Bauda. Doch hier wie auch bei der Schweinemast im Ort trügt die Idylle.
Friedlich grasen rund 60 Mutterkühe, deren Nachwuchs sowie zwei Deckbullen auf der Weide nahe Bauda. Doch hier wie auch bei der Schweinemast im Ort trügt die Idylle. © Kristin Richter

Großenhain. Ricarda Schumann schüttelt ungläubig den Kopf. "Das nimmt jetzt Ausmaße an", sagt die Geschäftsführerin der Agrar GmbH Weideland, Tochterunternehmen der Agrargenossenschaft Bauda eG. Der Blick geht auf die Weide, auf der unweit des Großenhainer Ortsteils rund 60 Mutterkühe, ihre Kälber sowie zwei Deckbullen friedlich grasen. Doch eben jener Frieden ist seit ein paar Tagen empfindlich gestört. Wieder einmal hat sich jemand an der Weide zu schaffen gemacht. Seit Oktober 2017 habe es immer wieder Sachbeschädigungen gegeben. Jetzt also wieder. Gleich mehrmals innerhalb weniger Tage. 

Unbekannte zerschneiden Weidedraht

Vor reichlich zwei Wochen meldete ein Kollege am Sonntag früh, dass der Weidedraht durchgeschnitten wurde. Die Tiere seien zum Glück nicht ausgebrochen. Noch zwei Stunden vorher hatte der Mitarbeiter bei seiner üblichen Kontrollfahrt festgestellt, dass um diese Zeit alles in Ordnung war. Tags darauf wurden die Rinder auf eine benachbarte Weide getrieben. Als alle Wasser- und Strohhänger zu den Tieren gebracht wurden, schloss der Mitarbeiter die Weide an den Strom an. Dabei musste er registrieren, dass auch auf dieser Weide der Draht durchtrennt worden war. 

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Wieder nur etwa zwei Tage später informierte ein Baudaer Bürger die Geschäftsführung der Agrargenossenschaft, dass die Rinder von der Weide in Bauda ausgebrochen sind. Als die Kollegen eintrafen, standen die Tiere auf dem benachbarten Feld und weideten die Luzerne ab. Zum Glück konnten sie wieder erfolgreich auf ihre Weide zurückgetrieben werden. Diesmal wurde die Weide am Eingang geöffnet und der Draht mit den Griffen zur Seite geworfen. Auch hier war bei einer Kontrolle kurz zuvor festgestellt worden, dass alles in Ordnung war, die Weide verschlossen wurde.

"Dass Drähte durchgeschnitten wurde, war das erste Mal", so Ricarda Schumann. Zwei Herden gehören zur Agrargenossenschaft, doch bislang wurde stets nur die auf den Weiden nahe Bauda angegriffen. Dirk Richter, für die Mutterkühe im Unternehmen zuständig, ist ratlos. "Nicht mal Strom hat den oder die Täter abgeschreckt", sagt er. 

Pulver in der Schweinemast verteilt

Auch Manfred Engelmann ist aufgebracht. In der Baudaer Schweinemastanlage, die zur Agrargenossenschaft Skäßchen gehört, gab es in den letzten Tagen ebenfalls Dinge, die dem Geschäftsführer mehr als nur Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Zuletzt in der Nacht vom 12. zum 13. Juli. Unbekannte hatten sich Zutritt aufs Firmengelände verschafft und Pulver, das aus Feuerlöschern stammt, aufs Futter für die Tiere gestreut. Inzwischen ist zwar klar, dass besagtes Pulver keine toxischen Stoffe enthielt. Dennoch, so Manfred Engelmann, wurden rund 15 Tonnen Futter vorsorglich abgezogen. Sie werden jetzt wahrscheinlich in eine Biogasanlage gegeben. 

Auch in der Schweinemast ist dies nicht der erste Vorfall. So sei schon einmal Leim in Vorhängeschlösser geschmiert worden, Fremdkörper in Kamine gelangt, die im Stall für das Wohl der Tiere sorgen. Zum Glück "ist noch keinem Tier etwas passiert", sagt Manfred Engelmann. Doch der oder die Täter hätten schlimmstenfalls billigend in Kauf genommen, dass 2.000 Schweine sterben könnten.

Inzwischen beschäftigt sich selbstverständlich auch die Polizei mit den Geschehnissen. "Seit Anfang März gab es acht Angriffe auf die beiden Unternehmen in verschiedener Qualität", sagt Sandra Geithner, Leiterin des Polizeireviers in der Röderstadt. Deshalb werde jetzt gegen den oder die Täter ermittelt. Die Art und Weise der Vorgehensweise bereite durchaus Sorgen. Deshalb hoffe man auf ein schnelles Ermittlungsergebnis, so Sandra Geithner.

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